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Grüne Tipps im November 2021

November 2021 Im Garten ist es ruhig geworden, dennoch gibt es genug zu tun: Die Pflanzzeit für Gehölze dauert an, der Gartenteich sowie Kübelpflanzen wollen winterfest gemacht werden, Herbst- und Wintergemüse kann geerntet und im Gewächshaus Salat ausgesät werden.


nach obenLangsam geht’s ins Winterquartier

Auch im Nebelmonat gibt es sonnige Tage. Im vergangenen November waren es 85 Stunden.
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Auch im Nebelmonat gibt es sonnige Tage. Im vergangenen November waren es 85 Stunden.
November-Blues? Draußen sein bei Tageslicht, frische Luft und Bewegung schaffen Abhilfe: Also auf in den Garten! Bleibt das Wetter mild, muss der Zierrasen wohl noch mehrmals gemäht werden. Während der letzten Mahd, kurz vor dem ersten Frost, sollte das Gras nicht kürzer als 6 cm geschnitten werden. Die etwas längere Schnitthöhe schützt vor Kahlfrösten und Trockenheit.

Harken Sie weiterhin Falllaub vom Rasen, denn das nimmt den Gräsern Licht und fördert Pilzinfektionen. Damit der Rasen gut durch die kalte Jahreszeit kommt, hilft auch das Streuen eines Winter-Rasendüngers mit einem hohen Anteil an Kalium.

Wenn das Laub der Dahlien und des Indischen Blumenrohrs (Canna indica) abgestorben ist, können die Knollen bzw. Rhizome gerodet, ohne Wasser gereinigt und anschließend getrocknet werden. Damit Sie auch im nächsten Jahr die Sorte, Blütenfarbe oder Wuchshöhe zuordnen können, sollten die Knollen durch ein Etikett beschriftet werden. Am besten markieren Sie die Pflanzen noch im Beet, bevor sich die Blüten vom ersten Frost schwarz verfärben.

Bis jetzt war für robuste aber nicht frostfeste Kübelpflanzen die Terrasse der beste Aufenthaltsort. Mit dem herannahenden Winter wird es Zeit, Citrus, Lorbeer, Oleander & Co. ins frostfreie Winterquartier einzuräumen. Auch winterfeste Kübelpflanzen sollten Sie vor starken Frösten schützen. Besonders empfindlich sind die Wurzeln. Stellen Sie deshalb die Kübel auf isolierende (Styropor)-Platten und umwickeln Sie die Gefäße mit Kokosmatten oder Luftpolsterfolien. Überschüssiges Regenwasser muss ablaufen können, denn die Pflanzen vertragen im Winter so wenig nasse Wurzeln wie wir nasse Füße. Schützen Sie ferner die oberirdischen Pflanzenteile mit Gartenvlies oder einer Abdeckung aus Jute vor Austrocknung durch Frost, Wind und Sonnenstrahlen.

Wintergrüne Laub- und Nadelgehölze verdunsten auch im Winter Wasser. Deshalb sollten sie vor der ersten Frostperiode, aber auch wenn der Frost Pause macht, gründlich gewässert werden.

Eichenlaub zersetzt sich nur langsam, weil es viel Gerbsäure enthält. Es dauert lange bis die Blätter zu Humus verrotten. Dieser ist aber für Pflanzen, die saure Böden lieben, ideal: Beispielsweise für Rhododendren, Kamelien, blau blühende Hortensien und Heidelbeeren. Für diese Pflanzen ist Eichenlaub auch als Mulchschicht sehr geeignet.

Damit der Gartenteich den Winter gut übersteht, sind einige Pflegemaßnahmen erforderlich. Abgestorbene Teile von Wasserpflanzen, Fadenalgen und Falllaub müssen aus dem Wasser entfernt werden. Auch eine Schlammschicht auf dem Teichboden kann zur Bildung von Faulgasen führen. Wenn Sie den Teichboden reinigen, dann jährlich nur ein Drittel der Fläche, damit das ökologische Gleichgewicht des Teichwassers erhalten bleibt.

Beim Reinemachen bleibt das aus dem Wasser ragende Röhricht stehen, denn es sorgt für den notwendigen Luftaustausch, wenn sich eine Eisdecke gebildet hat. Denselben Zweck erfüllt ein senkrecht ins Wasser gestelltes Schilfbündel oder ein Eisfreihalter aus dem Fachgeschäft.

Seerosen sind kälteempfindlich. Sie überwintern entweder im Teich ab einer Wassertiefe von 50 cm oder in einem frostfreien Winterquartier. Auch Immergrüne Schwimmpflanzen, wie Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) oder Muschelblume (Pista stratiotes), müssen ins Winterquartier, weil sie eine Wassertemperatur von etwa 15 °C benötigen. Für die Überwinterung von Fischen eignen sich nur Teiche mit einer Wassertiefe ab 80 cm.

nach obenGehölze pflanzen

Ein dekoratives aber langfristig tödliches Klettergehölz ist der Rundblättrige Baumwürger (Celastrus orbiculatus).
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Ein dekoratives aber langfristig tödliches Klettergehölz ist der Rundblättrige Baumwürger (Celastrus orbiculatus).
Für Zier- und Obstgehölze ist bei frostfreiem Wetter die Pflanzzeit noch nicht zu Ende, vorausgesetzt, der Boden klebt nicht vor zu viel Nässe. Achten Sie bei der Gehölzwahl auf Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge, denn anfällige Gehölze lassen sich kaum durch Pflanzenschutzmittel kurieren. Auch die Empfindlichkeit gegenüber Spätfrösten im Mai, sowie eine gewisse Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit sind in den letzten Jahren wichtige Auswahlkriterien geworden.

Damit die Pflanze einen leichten Start hat, bemessen Sie die Pflanzgrube großzügig und lockern auch deren Boden. Nach dem Einpflanzen soll das Gehölz in gleicher Höhe stehen, so wie es herangewachsen ist. Nur Johannisbeer- und Stachelbeersträucher werden etwas tiefer gesetzt. Als Pflanzerde eignet sich eine Mischung aus dem Aushub und einem Fünftel Komposterde. Damit die Wurzeln einen guten Bodenschluss bekommen, treten Sie die Pflanzerde an und wässern diese abschließend gründlich.

Die Beliebtheitskurve der Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum) weist steil nach oben. Kein Wunder, denn die Früchte sind besonders delikat und voller gesunder Substanzen. Ferner sind die Pflanzen mit ihren weißen Glöckchen blüten, den dunkelgrünen Blättern und der leuchtend roten Herbstfärbung Schmuckstücke im Garten. Kulturheidelbeeren sind pflegeleicht und stellen keine besonderen Ansprüche − außer einem sauren Boden mit einem pH-Wert unter fünf. Da in fast allen Gärten ein deutlich höherer pH-Wert vorliegt, muss eine Problemlösung her. Beispielsweise Mörtelkübel, die Sie mit saurer Rhododendronerde füllen und als Pflanzgefäße nutzen. Um Staunässe zu verhindern, müssen Löcher in den Kübelboden gebohrt und eine Drainageschicht aus Blähton eingebracht werden. Damit sich die Heidelbeeren gesund entwickeln, setze Sie je Kübel nur eine Pflanze, verwenden Sie ausschließlich sauer wirkende Düngemittel, wie Rhododendrondünger und gießen Sie mit Regenwasser. Durch geschickte Sortenwahl kann die Erntezeit verlängert und der Ertrag, wegen der besseren Befruchtung, gesteigert werden.

Schützen Sie Obstbäume durch das Weißen der Stämme vor dem Aufplatzen der Rinde durch Sonneneinstrahlung bei Frost. Leimringe, die ab Ende September um Baumstämme und Stützpfähle gelegt werden, verhindern die Eiablage des Kleinen Frostspanners. Bei stärkerem Befall von Apfel- und Birnenschorf sollte das Falllaub unter den Bäumen entfernt werden, um eine Neuinfektion zu unterbinden.

Tipp:

Noch nicht gepflückte Äpfel, Birnen oder Quitten überstehen leichte Fröste, wenn sie unangetastet hängen bleiben. Erst nach dem vollständigen Auftauen können Sie ernten.

nach obenGemüse im Beet lassen?

Die Kürbisernte endet mit den letzten frostfreien Tagen.
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Die Kürbisernte endet mit den letzten frostfreien Tagen.
Wenn Sie Gemüse einlagern wollen, dann sollte es bei trockenem Wetter geerntet werden. Denn Gemüse, das sich mit Wasser vollgesogen hat, ist nur gering lagerfähig. Fürs Aufbewahren eignet sich gesundes und grob gereinigtes Erntegut. Der Lagerraum sollte kühl und gut belüftbar sein. Optimal sind drei bis vier Grad Celsius bei 85 bis 90 Prozent relativer Luftfeuchte. Nur Küchenzwiebeln und Knoblauch vertragen keine Feuchtigkeit und wollen trocken aufbewahrt werden. Lüften Sie viel und lagern Sie Obst und Gemüse in getrennten Räumen.

In der Regel ist es eine gute Entscheidung, das Gemüse so lange wie möglich im Beet stehen zu lassen. Mit Gartenvlies abgedeckt, übersteht es auch moderate und kürzere Frostperioden. Vor gefräßigen Wildtieren schützt allerdings nur rechtzeitiges Ernten.

Wintergemüse für den baldigen Verbrauch ernten Sie idealerweise am späten Nachmittag eines sonnigen Tages. Dann ist der Gehalt an Aromen und Vitaminen am höchsten und die Menge an schädlichem Nitrat am niedrigsten.

Endivien vertragen leichten Frost und können noch einige Wochen lang im Beet stehen bleiben. Wenn Sie aber erst im Winter ernten wollen, müssen Sie die Pflanzen vor dem Frost mit den Wurzeln ausgraben und im Frühbeet bzw. Gewächshaus erneut einpflanzen. Eine weitere Möglichkeit wäre das Eintopfen und Aufstellen an einem geschützten Ort, z. B. auf der Terrasse dicht an der Hauswand. Mit Radicchio und Zuckerhutsalat können Sie ebenso verfahren.

Für Gemüsekulturen, die in Spätherbst oder Winter im Gewächshaus oder Frühbeetkasten wachsen, muss an frostfreien Tagen gelüftet werden, damit einerseits die Raumluft trockener wird und andererseits die Temperatur niedrig bleibt. Denn hohe Luftfeuchtigkeit birgt die Gefahr der Pilzinfektion und zu viel Wärme verleitet die Pflanzen zum vorzeitigen Treiben.

Wenn Sie im November im Gewächshaus bzw. Frühbeetkasten Asiasalat sowie Gartenkresse (Lepidium sativum) aussäen, können Sie in zwei bis drei Monaten frisches Grün ernten. Asiasalat ist eine Mischung aus schnell wachsenden Salatkräutern und besteht überwiegend aus würzigen Blattsenf-Sorten. Gartenkresse wird meistens zur Anzucht von Keimsprossen auf der Fensterbank genutzt. Wird sie ins Beet ausgesät, wächst Gartenkresse zu wohlschmeckendem Salat heran.

Für den Anbau von Gemüse ist kein hochwertiges Gewächshaus erforderlich. Eine einfache und damit preiswerte Konstruktion reicht aus. Bei normaler Nutzung genügt es, wenn die Pflanzen im vorhandenen Gartenboden wachsen. Eine besondere Ausstattung wie Heizung oder Tische ist nicht erforderlich. Achten Sie aber auf große Lüftungsklappen und investieren Sie in einen Lüftungsautomaten, der ab 5 °C tätig wird.

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Birnenschorf, Dahlien, Eichenlaub, Falllaub, Gartenteich, Kulturheidelbeere, Kübelpflanzen, Leimringe, Nadelgehölze, Wintergemüse
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