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Grüne Tipps im Dezember 2020

Dezember 2020 Der Garten bietet noch einiges: frisches Wintergemüse, Ausgleichssport beim Gehölzschnitt, blühende Gehölze und die zarten Blüten der Christrose (Helleborus niger).


Zwergmispel (Cotoneaster x watereri)
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Zwergmispel (Cotoneaster x watereri)

nach obenWinterliche Zierpflanzen

Mit frisch geschnittenen Zweigen von Goldglöckchen (Forsythia x intermedia) oder Japanischer Zierquitte (Chaenomelis) kommt ein Hauch Frühling ins Haus, wenn die Zweige in der Vase zarte Blüten treiben. Damit die Knospen sicher aufgehen, sollte das Vasenwasser alle paar Tage gewechselt und die Zweigenden erneut schräg angeschnitten werden.

Auch draußen fallen erste Blüten an Ziergehölzen auf: Die Zaubernuss (Hamamelis) mit, je nach Art und Sorte, leuchtend gelben bis intensiv roten Blüten, der angenehm duftende Winterschneeball (Viburnum x bodnantense), die halb gefüllten Blüten der Winterkirsche (Prunus subhirtella) mit der Hauptblüte im März sowie der leuchtend gelb blühende Winterjasmin (Jasminum nudiflorum).

nach obenSchäden an Ziergehölzen vermeiden

Starker Frost, besonders gefährlich bei Sonnenschein, und scharfer Wind bei fehlendem Schnee können große Schäden verursachen. Oft reicht ein Schutz aus Nadelholzreisig aus. Noch wirkungsvoller sind Schilf- oder Reetmatten. Am sichersten überwintern Büsche rundum eingepackt in trockenem Falllaub. Damit es nicht wegweht, umgibt man den Busch mit einer Röhre aus Maschendraht.

Im Winter gefährdet sind grundsätzlich unvollkommen eingewurzelte Neupflanzungen und empfindliche Arten wie Bartblume (Caryopteris x clandonensis), Besenginster (Cytisus scoparius), Garteneibisch (Hibiscus syriacus), Goldlandginster (Genista lydia), Edelrosen (sortenabhängig) und Japanstechpalme (Ilex crenata). In der Regel nimmt mit fortschreitendem Alter die Winterhärte zu.

Nasser Schnee ist schwer. Unter dieser Last können Zweige bruchempfindlicher Gehölze, wie die Strauch-Pfingstrose (Paeonia suffruticosa), brechen oder Zweige der Formgehölze dauerhaft auseinandergebogen werden. Zusammengebunden stützen sich die Zweige gegenseitig und halten so dem Schneedruck stand. Ein weiterer Vorteil ist, dass zusammengebundene Zweige steiler stehen und den Schnee, bevor er zur Gefahr wird, abrutschen lassen.

Nadelbäume und andere wintergrüne Pflanzen können im Winter vertrocknen. Denn auch bei Frost verdunsten die Nadeln oder Blätter Wasser, ohne dass die Wurzeln im gefrorenen Boden Nachschub besorgen können. Daher ist es notwendig, diese Pflanzen in frostfreien Perioden zu gießen.

Wenn im Laufe der Jahre Laubholz-Hecken zu hoch oder zu breit geworden sind, können sie durch einen kräftigen Rückschnitt wieder in Form gebracht werden. Dieser radikale Eingriff aktiviert die als Reserve angelegten Austriebsknospen. Damit sie genügend Entwicklungszeit haben, ist der Beginn des Winters die optimale Zeit für den Schnitt.

Aus der Form geratene Ziersträucher vertragen ebenfalls einen starken Rückschnitt. Er wirkt wie ein Jungbrunnen und löst einen starken Austrieb im Frühjahr aus. Auch Sträucher, die ihre Blühfreude verloren haben, werden wieder üppig blühen.

nach obenMistel und Mispel

Die Weißbeerige Mistel (Viscum album)
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Die Weißbeerige Mistel (Viscum album)
Magie und Heilkräfte werden der Mistel (Viscum album) zugeschrieben. Der alte Brauch, zur Weihnachtszeit die Wohnung mit ihren Zweigen zu schmücken, erfährt derzeit seine Wiederentdeckung. Die Weißbeerige Mistel, so der korrekte Name, ist ein sehr langsam wachsender, kugelförmiger Strauch, der auf dem Ast eines Wirtsbaumes wächst. Die Mistel ist ein Halbschmarotzer, betreibt eigene Photosynthese, lässt sich aber mit Wasser und den darin gelösten Mineralstoffen vom Wirt versorgen.

Echte Mispel (Mespilus germanica)
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Echte Mispel (Mespilus germanica)
Die Mispel (Mespilus germanica) hingegen ist ein kleinwüchsiger Baum, der seit Urzeiten als Wildobst genutzt wird. Wegen ihrer großen weißen Blüten, dem bunten Herbstlaub und der dekorativen goldbraunen Früchte ist die Mispel auch ein attraktives Ziergehölz. Die Früchte ähneln übergroßen abgeflachten Hagebutten und sind reich an Tanninen und Fruchtsäuren. Genussreif werden sie durch Frosteinwirkung oder nach längerer Lagerzeit.

nach obenObstgehölz zurückschneiden

Es ist ruhig geworden, keine Arbeit drängt. Dennoch kann das eine oder andere erledigt werden. In den letzten Jahren gab es auch im Dezember noch günstige Bedingungen, um Obstgehölze zu pflanzen. Achten Sie bei getopfter Ware auf die Wuchsform der Wurzeln. Sollten sie im Kreis gewachsen sein und einen Wurzelkringel bilden, muss er mit der Schere aufgeschnitten werden. Geschieht das nicht, besteht die Gefahr, dass die Pflanze nur mühsam oder gar nicht in den Boden einwurzelt.

Bei trockenem und frostfreiem Wetter kann mit dem Rückschnitt der Obstgehölze begonnen werden. Fangen Sie mit dem Auslichten bei Strauchbeeren und Kernobst an. Mit dem Steinobst, das ohnehin besser im Anschluss an die Ernte geschnitten wird, sollten Sie bis kurz vor dem Austrieb warten.

An älteren Obstbäumen sind manchmal Pilze oder Schwämme zu beobachten. Das sind die Fruchtkörper von Baumpilzen, deren Myzel das Holz durchzieht und langsam zersetzt. Ein großzügiges Herausschneiden des Fruchtkörpers wird den Baum nicht retten. Es bleibt der Trost, dass viele vom Holzpilz befallene Obstbäume noch etliche Jahre überdauern und weiterhin Früchte tragen. Allerdings, morsche Bäume können durch abbrechende Äste zu einer Gefahr werden.

nach obenObstbäume vor Krankheiten und Schädlingen schützen

  • Pflaumenrost sowie Apfel- und Birnenschorf überwintern auf Laubblättern. Damit im Frühjahr keine Neuinfektion entstehen kann, sollte das Falllaub zeitig aus dem Garten entfernt werden. Das Gleiche gilt auch für Fruchtmumien, in denen die Monilia-Fruchtfäule, ebenfalls ein Pilz, überwintert.
  • Kaninchen, aber auch andere Wildtiere, nagen im Winter gerne die Rinde von den Baumstämmen. Besonders begehrt sind junge Bäume. Eine um den Baumstamm gewickelte Kunststoffmanschette oder ein Geflecht aus Maschendraht hält die gefräßigen Mäuler auf Abstand.
  • Wühlmäuse können im Winter, wenn das Nahrungsangebot knapp ist, mit Fallen oder Giftködern bekämpft werden. Eine Alternative ist ein schützender Korb aus Maschendraht, der bereits beim Pflanzen um den Wurzelballen gelegt wird. Bei stark wachsenden Bäumen sollte rostender Draht verwendet werden, damit sich die Wurzeln im Laufe der Jahre frei entfalten können.

nach obenDas steht im Gemüsegarten an

Eventuell müssen Sie noch Unkraut jäten, denn einige Wildkräuter sind auch im Winter aktiv und lassen ihre Samen reifen, z. B. Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris), Vogelmiere (Stellaria media) oder einjähriges Rispengras (Poa annua).

Klassisches Wintergemüse sind Grün-, Palm- und Rosenkohl. Auch wenn diese Gemüsearten Kälte vertragen, ist das Abdecken mit Gemüsevlies ein guter Schutz vor Trockenschäden durch Frost. Ebenfalls fühlen sich Porree, Feldsalat, Radicchio und Winterportulak (Claytonia perfoliata) – auch Tellerkraut, Kuba-Spinat oder Winterpostelein genannt – unter Vlies wohl. Absolut winterhart sind Teltower Rübchen, Topinambur, Hafer- und Schwarzwurzeln.

Kürbisse halten in einem kühlen und trockenen Raum etliche Wochen lang frisch. Damit die Früchte keine Druckstellen bekommen, können sie auf Wellpappe gelagert und ab und zu gewendet werden.

Meerrettich ist reich an Senfölglycosiden, die gegen Erkältung wirken und vielen Wintergerichten Schärfe geben. Im Garten ist Meerrettich anspruchslos und kann sehr alt werden. Wenn Sie ernten wollen, stechen Sie den Spaten im Randbereich, aber noch innerhalb der Staude, an einem kräftigen Blattbüschel möglichst tief in die Erde. Das abgetrennte Wurzelstück sollte frisch verarbeitet werden. Ist die Ernte etwas größer ausgefallen, kann der Rest in einer verschlossenen Box zwei Wochen lang in Kühlschrank aufbewahrt werden.

Abgeerntete und somit leere Beete sollten unter einer schützenden Mulchschicht aus Ernterückständen, Laub oder krautigen Schnittabfällen überwintern. Die erforderliche Bodenbearbeitung erfolgt dann im zeitigen Frühjahr.

nach obenFür den Wunschzettel

Ein Kleingewächshaus erweitert die Gartensaison erheblich. So kann bereits im zeitigen Frühjahr mit der Anzucht von Gemüse begonnen und im Winter frischer Salat geerntet werden. In klimatisch ungünstigen Gebieten ermöglicht ein Gewächshaus ertragreiche Ernten auch bei wärmebedürftigem Gemüse wie Tomate und Gurke.

Für den Gemüseanbau sind einfache und damit preiswerte Gewächshäuser ausreichend. Eine besondere Ausstattung ist nicht erforderlich, auch keine Heizung. Die Pflanzen wachsen im normalen Gartenboden.

Achten Sie beim Kauf auf große Lüftungsklappen und investieren Sie in einen Lüftungsautomaten, der ab 5 °C tätig wird. Eine effektive Lüftung ist im Sommer notwendig, um die hohen Temperaturen zu senken, und im Winter hilft sie, die Luftfeuchtigkeit an frostfreien Tagen zu verringern.

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Laubholz-Hecken, Mispel, Mistel, Schnee, Winter, Wintergemüse, Zaubernuss, Zierquitte, Zweige, zurückschneiden
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