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Grüne Tipps im Juli

Juli 2019 Jetzt gibt es viel zu tun. Leckeres Beerenobst, knackige Salate, vielfältiges Gemüse und Frühkartoffeln werden reif und warten auf die Ernte und das Weiterverarbeiten.


Sobald die Sonnenbraut (Helenium × cultorum) verblüht ist, lohnt ein starker Rückschnitt, um sie zu einem neuen Blütenflor anzuregen.
© Roth
Sobald die Sonnenbraut (Helenium × cultorum) verblüht ist, lohnt ein starker Rückschnitt, um sie zu einem neuen Blütenflor anzuregen.

nach obenZierpflanzen

Im Juli ist für Hecken aus Laubgehölzen, wie Berberitze, Feld-Ahorn, Liguster, Hain- und Rot-Buche, die ideale Zeit für einen Formschnitt. Vergewissern Sie sich vorher, dass keine Vögel in der Hecke brüten. Dann kürzen Sie die frischen Triebspitzen um drei Viertel ihrer Länge. Liebhaber besonders akkurat aussehender Hecken müssen im Frühherbst noch einmal zur Schere greifen. Wird ein radikaler Rückschnitt zur Verjüngung der Hecke erforderlich, warten Sie damit besser bis zur Winterruhe von Oktober bis Ende Februar.

Nadelgehölz-Hecken treiben aus altem, unbenadeltem Holz nicht mehr aus. Durch Rückschnitt lassen sie sich also nicht verjüngen. Ausgenommen sind Eiben, die sogar aus dem Hauptstamm wieder austreiben.

Garten-Rosen bestehen in der Regel aus zwei Teilen: die robuste Wurzel einer Wildart und die darauf veredelte Sorte. Hin und wieder treiben aus den Wurzeln kräftig wachsende Wildtriebe aus. Sie rauben den darauf veredelten Rosen Kraft und müssen entfernt werden. Wildtriebe erkennen Sie eindeutig, weil ihre Blätter und Rinde sich optisch von denen der Edelsorte unterscheiden. Am effektivsten entfernen Sie Wildtriebe, indem Sie sie herausreißen. Dazu reißen Sie den Trieb mit einem herzhaften Ruck nach unten ab. Hierdurch entfernen Sie die „schlafenden Augen“ gleich mit, die sich am Triebansatz befinden und bald wieder austreiben würden. Funktioniert das Ausreißen nicht, müssen Sie die Rosenschere zu Hilfe nehmen. Schneiden Sie den Trieb dann mitsamt seinem wulstförmigen Ansatz am Wurzelstock ab.

Übrigens können auch bei anderen veredelten Gehölzen Wildtriebe entstehen, wie bei Flieder (Syringa vulgaris), Korkenzieherhasel (Corylus avellana 'Contorta') und Borstiger Robinie (Robinia hispida).

Nach der Hauptblüte der Rosen unterstützen Sie den weiteren Knospenansatz durch eine Düngung. Es gibt spezielle Rosendünger, deren Stickstoffanteil im Verhältnis zu Phosphor und Kalium niedriger ist. Ein für Rosen zu hoher Stickstoffanteil, wie er in Komposterde oder universellen Volldüngern enthalten ist, verzögert die Holzreife und verringert somit die Frosthärte. Sollten Sie gerade einen Beerendünger zur Hand haben, können Sie auch den für Ihre Rosen verwenden.

Hohen Stauden mangelt es manchmal an Standfestigkeit, besonders bei Gewitterböen und Starkregen. Bringen Sie bereits jetzt geeignete Stützen wie Staudenringe oder Stangen zum Anbinden an. Dann werden sie von den Pflanzen überwachsen und sind später optisch kaum mehr wahrzunehmen.

Einige Stauden wie Hohe Flammenblume (Phlox paniculata), Flockenblumen (Centaurea dealbata und C. montana), Sonnenauge (Heliopsis helianthoides var. scabra) und Sonnenbraut (Helenium-Hybriden) blühen ein zweites Mal, wenn sie gleich nach dem Verwelken stark zurückgeschnitten werden.

Die meisten Kübelpflanzen, wie Oleander, Enzianstrauch und Engelstrompete, erfüllen hinsichtlich Wachstum und Blütenbildung ein hohes Pensum. Damit sie weiter durchhalten, brauchen sie ausreichend Wasser und eine überdurchschnittliche Menge an Nährstoffen. In den Pflanzgefäßen ist das Erdvolumen eng begrenzt und die Nährstoffvorräte aus der Blumenerde oft schon im Sommer aufgebraucht. Folglich wird jetzt eine Nachdüngung erforderlich. Entweder verabreichen Sie von nun an wöchentlich einen Flüssigdünger, oder Sie mischen noch einmal einen Langzeitdünger in die Substratoberfläche.

Um den Blütenflor zu verlängern, schneiden Sie Verwelktes regelmäßig aus. Das regt die Knospenbildung an.

nach obenObstgarten

Der sogenannte „Sommerschnitt“ ist nun an allen Obstbäumen möglich. Kirschen schneiden Sie, wie alle anderen Steinobst-Bäume, gleich nach der Ernte, und nicht erst im Winter. Die Vorteile: Sommerschnitt bremst das Wachstum, und die Schnittwunden heilen schnell.

Erdbeeren bilden jetzt Ableger. Wenn Sie den Nachwuchs zur Vermehrung nutzen möchten, pflanzen Sie ihn möglichst schnell nach dem Abtrennen wieder ein.

Die optimale Pflanzzeit für einmaltragende Erdbeersorten beginnt Mitte Juli und endet einen Monat später. Je früher der Pflanztermin, desto größer sind die Aussichten auf lohnenden Ertrag bereits in der kommenden Saison.

Abgeerntete Erdbeerpflanzen, die ein weiteres Jahr tragen sollen, brauchen nun intensive Pflege. Alle Ablegerranken und das Laub, mit Ausnahme der zarten Herzblätter, werden abgeschnitten und samt Unkraut aus dem Beet entfernt. Anschließend lockern Sie den Boden flach mit einer Hacke und bedecken ihn zum Schutz vor Austrocknung mit einer Mulchschicht. Wenn Sie als Mulch Komposterde verwenden, sparen Sie sich die abschließende Düngung.

Immertragende bzw. remontierende Erdbeersorten können Sie theoretisch während der ganzen Wachstumsperiode pflanzen. Die optimale Zeit ist von März bis Ende September.

Planen Sie eine Neupflanzung, dann achten Sie darauf, dass auf dem Beet wenigstens drei Jahre lang keine Erdbeeren wuchsen. Besonders gut gedeihen Erdbeeren in humusreichem und tiefgründigem Boden. Staunasse Böden vertragen sie nicht.

Kleine braune, bitter schmeckende Flecken auf und direkt unter der Schale von Äpfeln sind Symptome für die Stippe. Das ist keine Krankheit, sondern die Folge von Calciummangel. Trat die Stippe bereits in den Jahren zuvor auf, kann eine Calcium-Blattdüngung Abhilfe schaffen. Spritzen Sie drei- bis viermal im Abstand von zehn Tagen z. B. mit Kalksalpeter oder einem Obstbaum-Calciumdünger direkt auf die Blätter und Früchte. Mit der ersten Behandlung beginnen Sie ab Mitte Juni. Beachten Sie die jeweiligen Gebrauchsanweisungen. Anfällig für Stippe sind 'Boskoop', 'Glockenapfel', 'Goldparmäne', 'Gravensteiner', 'James Grieve', 'Jonagold' und 'Ontario'.

nach obenKompost – ein preiswerter Dünger

Ein Platz zur Kompostierung pflanzlicher Abfälle sollte in keinem Garten fehlen. Ob Sie sich für ein Kompostsilo oder das Anlegen einer Kompostmiete entscheiden, bleibt Ansichtssache. Wichtig ist nur, dass das zu kompostierende Material luftdurchlässig geschichtet wird und nicht zu einer feuchten, glitschigen Masse verklebt. Es hat sich bewährt, grobe Pflanzenteile mit feinem Material zu mischen, beispielsweise zerkleinertes Erbsenstroh mit Unkraut oder Rasenschnitt.

Wenn Komposterde zur Bodenverbesserung eingesetzt werden soll, muss die Rotte nicht vollständig abgeschlossen sein. Für diesen Zweck eignet sich unreife, grob strukturierte Komposterde bestens.

Lavendel (Lavandula angustifolia) mag einen warmen, sonnigen Platz im Garten und trockene, kalkhaltige, durchaus auch steinige Böden.
© Roth
Lavendel (Lavandula angustifolia) mag einen warmen, sonnigen Platz im Garten und trockene, kalkhaltige, durchaus auch steinige Böden.

nach obenGemüsegarten

Sind die Nacktschnecken verschwunden? Bei Trockenheit verkriechen sich die Tiere, und wir wähnen unsere Pflanzen in Sicherheit. Aber Vorsicht: Nach einem anhaltenden Regen kommen die gefräßigen Plagegeister wieder hervor. Da hilft nur, die nachtaktiven Tiere abzusammeln bzw. Schneckenkorn auf Eisenbasis zu streuen.

Nachhaltig wirkt es sich aus, natürliche Feinde zu fördern. Dazu zählen Igel, Spitzmäuse, Maulwürfe, Kröten, Drosseln, Stare, Aas-, Leucht- und Laufkäfer. Käfer gelten als die wirkungsvollsten Schneckenvertilger.

Für einige Gemüsearten endet die Aussaatzeit. Die Samen von Buschbohnen, Grünkohl und Knollenfenchel sollten noch Anfang des Monats ins Beet. Mit Chinakohl, Kohlrabi, Mangold, Endivien und Radicchio können Sie sich bis Ende Juli Zeit lassen. Für Herbst- und Winterrettich ist die Aussaatzeit von Mitte Juli bis Mitte August optimal. Mit Radieschen, Spinat und Feldsalat können Sie sich dagegen noch Zeit lassen.

Wählen Sie Sorten, die sich für die späte Aussaat eignen.

Noch ist Pflanzzeit für Blumen-, China-, Grün- und Spitzkohl, Brokkoli, Kohlrabi sowie die leicht herb schmeckenden Blattsalate Endivie, Radicchio und Zuckerhut. Rosenkohl hat es etwas eiliger und muss bereits Anfang Juli gesetzt werden.

Nicht nur bei Zucchini, sondern beispielsweise auch bei Buschbohnen, Salatgurken oder Kopfsalat kommt es vor, dass die derzeitige Ertragsmenge den Bedarf deutlich übersteigt. Die frühzeitige Ernte, sozusagen als „Baby-Gemüse“, kann die Lösung des Problems sein.

Teepflanzen, wie Minze und Zitronenmelisse, enthalten das intensivste Aroma, bevor sie blühen. Haben Sie den Erntetermin verpasst, lohnt es sich, die Pflanzen tief zurückzuschneiden und auf frische Triebe zu warten.

Küchenkräuter, die Sie für den Vorrat trocknen möchten, sind ebenfalls kurz vor der Blüte schnittreif. Den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen haben die Kräuter morgens und bei anhaltend schönem Wetter. Zum Trocknen eignen sich u. a. Bohnenkraut, Estragon, Majoran, Oregano, Salbei sowie Thymian. Lavendel ist eine Ausnahme. Die Blütenrispen schneiden Sie erst, wenn sich die Knospen geöffnet haben. Basilikum, Liebstöckel, Petersilie, Rosmarin, Schnittlauch und Zitronenmelisse behalten ihr Aroma am besten tiefgefroren. 

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Eine für Insekten attraktive Staude ist die Glattblatt-Aster ­?(Aster novi-belgii), die im September und Oktober blüht.
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Aussaatzeit, Erdbeere, Flieder, Flockenblumen, Kompost, Kübelpflanze, Küchenkräuter, Nacktschnecken, Rose, Rosendünger, Sonnenauge, Staude, Stippe, Tee

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