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Grüne Tipps im Januar 2021

Januar 2021 Mit dem Jahreswechsel ist auch der Garten wieder ein Jahr älter geworden. Vor allem an Obstbäumen und Ziergehölzen wird die fortschreitende Zeit sichtbar. Die Veränderungen im Garten, aber auch der Wandel eigener Vorstellungen ermuntern uns zum Handeln.


Zuverlässiger Frühlingsbote: das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
© Roth
Zuverlässiger Frühlingsbote: das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

nach obenLust auf einen neuen Rasen?

Der englische Rasen, eine perfekte Grünfläche aus Gräsern, ist kostenintensiv und erfordert viel Arbeit. Voraussetzung für dauerhaft gutes Aussehen ist eine auf den Standort angepasste Grasmischung, regelmäßiges Mähen in kurzen Zeitabständen und ausreichendes Wässern in Trockenperioden. Unerlässlich ist der Einsatz von speziellen Düngemitteln sowie das Ausstechen von Unkräutern.

Eine Blumenwiese ist hübsch anzusehen und für Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle. Als Nutzfläche für den Menschen ist sie ungeeignet, weil sie das Betreten nicht verträgt. Sollen Blumenwiesen jahrelang überdauern, müssen sie zweimal in der Vegetationszeit (mit der Sense) gemäht werden. Das Mähgut bleibt dann einige Tage lang liegen, damit die für die Regeneration der Wiese notwendige Saat ausfallen kann.

Der naturnahe Rasen ist recht pflegeleicht und preiswert, weil die Kosten für Düngemittel entfallen und er bei Trockenheit nicht gegossen wird. Dieser Rasentyp ist eine Mischung aus Gras und trittfesten Blumen und Kräutern. Einfach ist der Weg zum naturnahen Rasen, wenn Sie den vorhandenen Rasen nicht mehr düngen, wässern und etwas weniger oft mähen. Entfernen Sie das Mähgut, damit der Boden magerer wird. Die Vegetation wird auf die reduzierte Pflege mit größerer Artenvielfalt, die sich in den folgenden Jahren von selbst einstellen wird, reagieren.

Der Moosrasen ist bei uns weniger beliebt, Barfußgänger allerding mögen ihn. In dunklen, schattigen Lagen ist dies die einzig mögliche Rasenart. Übrigens, in Japan sind Moosgärten nicht ungewöhnlich.

nach obenGestalten mit Hecken

Ein vielseitiges Gestaltungselement sind Hecken. Sie markieren Grenzen, gliedern den Garten in Räume oder schützen vor Wind und neugierigen Blicken. Unabhängig von der Gehölzart wirken in Form geschnittene Hecken streng und gradlinig, während freiwachsende Hecken natürlich und locker aussehen. Ein Argument für geschnittene Hecken ist der geringe Platzbedarf. Auch die Gehölzart prägt den Charakter. Wintergrüne Nadel- und Laubgehölze wirken statisch, während sommergrüne Gehölze ihr Aussehen mit den Jahreszeiten wechseln.

Quasi die kleine Schwester der Hecke ist die gepflanzte Beeteinfassung.

In Bauerngärten griff man gerne zu Buchsbaum. Wegen seiner Anfälligkeit gegenüber Triebsterben und Buchsbaumzünsler sind andere Gehölze in den Fokus gerückt. Z. B. kompakte Sorten von Ilex crenata, Berberis buxifolia oder Taxus cuspidata. Zur Beetumrandung eignen sich auch niedrige Blütengehölze wie Fingerstrauch (Potentilla fruticosa), Japanische Zierquitte (Chaenomeles japonica), Zwergrosen sowie Spierstrauch (Spirea x bumalda und S. Japonica).

Geeignet sind auch Halbsträucher, die Sie allerdings jährlich in Form schneiden sollten: Bastardgamander (Teucrium x lucidrys), Lavendel (Lavandula angustifolia) und Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus). Eine weitere Alternative sind Stauden wie Gartenprimeln und Aurikeln (Primula spp.), Frühlingsgedenkemein (Omphalodes verna), Grasnelken (Armeria maritima), Purpurglöckchen (Heuchera spp.) sowie Schnittlauch (Allium schoenoprasum).

nach obenÜberfluss aus dem Obstgarten?

Wenn die Erntemenge den Bedarf bei weitem übersteigt, ist das Roden (zu) groß gewordener Obstbäume und deren Ersatz durch kleinbleibende Baumformen oder Säulenobst eine Alternative. Der Vorteil von Busch-, Säulen- oder Halbstamm-Bäumen ist, dass sie wenig Arbeit erfordern, kaum Schnittholz produzieren, eine Leiter überflüssig machen und bereits in ein bis zwei Jahren die ersten Früchte tragen. Achten Sie bei der Sortenwahl auch auf Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten. Gepflanzt werden kann, sobald der Boden frostfrei und etwas abgetrocknet ist. Wurzelnackte Gehölze sollten spätestens im März gesetzt werden, während für Containerware ganzjährig Pflanzzeit ist.

Das Auslichten der Obstbäume und Beerensträucher sollte jährlich erfolgen, denn es ist die wirkungsvollste Maßnahme für deren Gesundheit. Ein ausgelichtetes Gehölz wird stärker durchsonnt und besser durchweht. Dadurch trocknen Zweige, Blätter und Früchte schneller ab. Je kürzer die feuchte Phase dauert, desto weniger Zeit bleibt den Pilzsporen, um ins Gewebe einzudringen und den Baum oder Strauch zu infizieren. Ein weiterer Erfolg des regelmäßigen Auslichtens ist die bessere Fruchtqualität.

Beim Obstbaumschnitt kranke Zweige unbedingt entfernen (Obstbaumkrebs am Apfelbaum).
© Roth
Beim Obstbaumschnitt kranke Zweige unbedingt entfernen (Obstbaumkrebs am Apfelbaum).
Der fachgerechte Rückschnitt älterer Obstbäume ist einfach, wenn er systematisch erfolgt: Entfernen Sie zuerst die kranken Zweige und schneiden sie dabei immer ein Stück vom gesunden Teil mit ab. Als Nächstes folgen die quer durch die Krone wachsenden, sich kreuzenden oder aneinanderreibenden Äste. Zum Schluss entfernen Sie konkurrierende Zweige und Äste, die sich gegenseitig beschatten oder gar eine weitere Baumkrone bilden. Scheuen Sie sich nicht, ganze Äste zu entfernen. Gerade bei alten Bäumen sind wenige große Eingriffe wirkungsvoller als viele kleine.

nach obenRund ums Gemüse

Für die Anzucht von Jungpflanzen reicht bis Ende Januar das natürliche Licht auf der Fensterbank nicht aus. Wer dennoch frühzeitig aussäen möchte, muss die Keimlinge mit einer speziellen „Pflanzenlampe“ (LED oder Leuchtstoffröhre) zusätzlich belichten. Noch etwas ist bei dem frühen Termin zu bedenken: Je zeitiger Sie aussäen, desto länger ist die Verweildauer der Pflanzen in häuslicher Obhut. Dabei wird meist der Platzbedarf heranwachsender Sämlinge unterschätzt.

Für eine erfolgreiche Jungpflanzenanzucht ist neben dem Licht und der passenden Temperatur auch gesundes Saatgut sowie spezielles Anzuchtsubstrat erforderlich.

Die erste Aussaat ohne zusätzliche Belichtung könnte Ende des Monats mit Andenbeere (Physalis peruviana), Paprika und Tomate gelingen. Die Keimtemperatur sollte mindestens 20 bis 25 °C betragen. Sicherer und ohne Nachteil ist der Termin Ende Februar bis Anfang März.

Bei entsprechender Kulturweise und der richtigen Sortenwahl können im Januar Grün- und Rosenkohl, Porree (Lauch) sowie Feldsalat (Valerianella locusta), Löffelkraut (Cochlearia officinalis) und Postelein (Montia perfoliata), auch Winterportulak genannt, geerntet werden. Eine Vliesabdeckung schützt bei Kahlfrösten die grünen Pflanzenteile vor Kälteschäden.

Stichwort Fruchtwechsel. Damit Sie Jahr für Jahr gesundes Gemüse ernten, ist ein Standortwechsel aller Gemüsearten, die derselben Pflanzenfamilie angehören, erforderlich. Erst nach einer Pause von drei Jahren kann eine Gemüseart aus derselben Familie an die gleiche Stelle gesät oder gepflanzt werden. Bei artenreichen Familien, wie beispielsweise den Kreuzblütlern, ist das schwierig zu realisieren, denn alle Kohlarten, Gartenkresse, Rettich, Kohlrabi und die Gründünger Raps, Senf und Ölrettich gehören derselben Familie an. Um den Überblick nicht zu verlieren, ist eine sorgfältige Planung erforderlich. Durch den Fruchtwechsel, der auch für Erdbeeren und andere Obstarten wichtig ist, sollen einseitiger Nährstoffentzug, die Anreicherung von Stoffwechselprodukten und vor allem Krankheiten und Schädlinge vermieden werden.

In Mischkulturen, bei denen sich die Pflanzenarten in jeder Reihe ändern und häufig nur wenige Exemplare einer Art wachsen, sind Anbaupausen überflüssig. Ein gemischter Anbau von Gemüse und Blumen ist ebenfalls möglich, wirkungsvoll und attraktiv.

Ein Hochbeet bietet viele Vorteile: Bequeme Arbeitshaltung und höhere Erträge, weil die Pflanzen nahe dem Blickfeld wachsen und dadurch Mangelerscheinungen sowie Krankheiten oder Schädlinge schnell erkannt werden. Die Kultursaison kann auf einfache Weise durch ein Gartenvlies, das das Hochbeet dachartig überspannt, verlängert werden. So können Sie vorzeitig in die Saison starten und später als gewohnt die Kulturzeit im Herbst beenden.

Für das Anlegen eines Hochbeetes ist der Winter ideal, da durch den Rückschnitt von Stauden und Gehölzen genügend Füllmaterial vorhanden ist. Zum Schutz vor Wühlmäusen verschließen Sie zuerst den Boden des Hochbeetes mit feinem Maschendraht. Dann füllen Sie schichtweise immer feineres Schnittgut von Bäumen, Sträuchern und Stauden ein. Die vorletzte Schicht könnte aus grober Komposterde bestehen. Den Abschluss bildet eine Mischung aus Garten- und Komposterde.

Wählen Sie einen sonnigen Standort, an dem das Hochbeet von allen Seiten zugänglich ist.

nach obenLieber mit als gegen die Natur

Der Pflegeaufwand ist maßgeblich von der Art und Weise abhängig, wie Sie den Garten bewirtschaften. Naturnahes Gärtnern spart Arbeitszeit:

  • Wählen Sie die Pflanzen nach den Gegebenheiten des Standortes aus. Denn Pflanzen, die sich wohl fühlen, wachsen im Grunde von alleine. Sie werden selten krank und entwickeln eigene Abwehrstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten.
  • Schonende Bodenbearbeitung sowie reiche Humusversorgung und eine große Artenvielfalt an Kräutern, Stauden und Gehölzen fördern den Lebensraum Garten. Setzen Sie, wenn überhaupt, Pflanzenschutz- und Düngemittel sparsam ein.

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Eine gute Wahl, der Fünffingerstrauch als niedrige freiwachsende Hecke.
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Auslichten, Blumenwiese, Fingerstrauch, Hecken, Moosrasen, Rasen, Rückschnitt, Spierstrauch, Taxus, Zierquitte

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