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Grüne Tipps im Januar

Januar 2020 Jetzt ist Zeit zum Schmieden neuer Garten-Ideen. Wie wäre es mit der Ausweitung des Nutzgartens? Eigenes Obst und Gemüse in Bioqualität ist nicht nur gesund, sondern auch ein Beitrag für den Klimaschutz, denn es kommt ohne Verpackung aus und benötigt keinen CO2 verursachenden Transport.


nach obenZierpflanzen vorbereiten

Ein Garten voller Überraschungen, besonders wenn Raureif die Pflanzen verzaubert.
© Roth
Ein Garten voller Überraschungen, besonders wenn Raureif die Pflanzen verzaubert.
Nahezu allen Ziersträuchern tut ein regelmäßiges Auslichten gut, damit sich immer wieder junge Zweige mit starkem Blütenansatz bilden. Sträucher, die im Frühsommer oder später blühen, werden am besten während der Saftruhe von Januar bis Anfang März geschnitten. Solche, die schon im Herbst Blütenknospen angesetzt haben und bereits im Frühjahr blühen, lichten Sie erst nach dem Verblühen aus.

Das anfallende Schnittholz könnte, in einer wenig genutzten Gartenecke aufgeschichtet, zu einem neuen Lebensbereich für Igel, Erdkröten, Käfer und andere Nützlinge werden.

Dahlien lassen sich auch durch Stecklinge vermehren. Topfen Sie eine Dahlienknolle so in Blumenerde ein, dass der vorjährige Stängelansatz oder eine Austriebsknospe (Auge) frei bleibt. Wenn der Austrieb drei bis vier Blätter gebildet hat, kann er abgeschnitten und nach dem Entfernen des unteren Blattpaares in Vermehrungserde gesteckt werden. Die Wurzelbildung erfolgt an einem hellen Standort bei etwa 18 °C. Mit einer übergestülpten Plastiktüte schützen Sie den Steckling vor dem Austrocknen.

Einige Stauden wie Christrose (Helleborus niger), Enzian (Gentiana), Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Schlüsselblume (Primula veris), Trollblume (Trollius europaeus) und Veilchen (Viola) sind Kaltkeimer. Ihre Samen keimen nur, wenn sie mehrere Wochen lang niedrigen Temperaturen von 2 bis 8 °C ausgesetzt waren. Ausgesät wird im Januar oder Februar. Als Standort für die Aussaatgefäße ist das unbeheizte Gewächshaus oder die Gartenlaube geeignet.

nach obenObstbäume und Beerenobststräucher

Bei trockenem Wetter und Temperaturen nicht unter –5 °C, können Sie mit dem Pflegeschnitt von Kernobstbäumen und Beerenobststräuchern beginnen. Das jährliche Auslichten ist notwendig, um die Gesundheit der Gehölze zu erhalten und die Qualität der Früchte zu verbessern. Durch den höheren Lichteinfall entwickelt das Obst mehr Geschmack und erhält eine kräftigere Farbe.

Der fachgerechte Rückschnitt älterer Obstbäume ist nicht schwierig, wenn Sie systematisch vorgehen. Zuerst entfernen Sie alle kranken Zweige und die Fruchtmumien gleich mit. Als Nächstes folgen die quer durch die Krone wachsenden Äste sowie diejenigen, die sich kreuzen oder aneinanderreiben. Zum Schluss entfernen Sie konkurrierende Zweige. Das sind Zweige, die entweder um die Stellung als Leittrieb konkurrieren, sich gegenseitig beschatten oder gar eine weitere Baumkrone bilden.

Setzen Sie die Baumschere oder Säge im untersten Winkel einer Astgabel oder parallel zum Stamm an, so dass kein Aststummel (Kleiderhaken) stehen bleibt. Benutzen Sie scharfes Werkzeug, um glatte, gut verheilende Schnittflächen zu erhalten.

Damit ein größerer Ast beim Trennen nicht splittert oder die Rinde einreißt, sägen Sie ihn zuerst von der Unterseite an. Dann folgt, ein kleines Stück nach außen versetzt, von oben der endgültige Schnitt. Schwere Äste sollten in zwei Teilstücken abgenommen werden: Zuerst ein großes Stück, um das Gewicht zu verringern, und dann mit präzisem Schnitt der Rest.

Die optimale Zeit für den Rückschnitt von Johannis- und Stachel­beerbüschen ist direkt nach der Ernte. Falls der Termin versäumt wurde, können die Sträucher auch jetzt noch ausgelichtet werden. Der jährliche Schnitt ist sinnvoll, um ältere Triebe mit abnehmendem Fruchtbesatz gegen junge, ertragreiche Bodentriebe auszutauschen. Lassen Sie zwei kräftige einjährige Triebe stehen. Die übrigen werden mit den ältesten Ruten dicht über dem Boden abgeschnitten. Bei mittelstark wachsenden Sorten genügen acht bis zehn Bodentriebe je Busch. Das reicht für einen guten Ertrag aus und hinterlässt beim Pflücken der Beeren nur wenig zerkratzte Hände.

Alle Ruten der Herbsthimbeeren werden bodennah entfernt. Gesunde Ruten können Sie schreddern und kompostieren.

Die gängige Veredlungsmethode, um dem Apfelbaum eine weitere Sorte hinzuzufügen, ist das Rindenpfropfen. Veredelt wird erst Ende April bis Anfang Mai. Allerdings müssen die Veredlungsreiser jetzt besorgt werden. Dazu schneiden Sie gesunde, bleistiftdicke Jahrestriebe vom Apfelbaum der Wunschsorte. Wichtig ist die Lagerung der Reiser, damit sie zum Zeitpunkt der Veredlung frisch und noch in Winterruhe sind. Das gelingt, wenn sie mit feuchtem Sand bedeckt, an einem kühlen, aber frostfreien Ort aufbewahrt werden und nicht austrocknen.

Als weitere Vorbereitung werden an dem zu veredelnden Baum ein oder mehrere Äste auf etwa 1 m Länge abgesägt. Dabei sollte die Schnittstelle einen Durchmesser von 10 cm nicht überschreiten. Weitere Maßnahmen erfolgen dann zum Zeitpunkt der Veredlung.

nach obenGemüse ernten

Rhabarber im Winter. Der Anfang November ausgegrabene und in einen Eimer gesteckte Wurzelstock wird ab Januar zum Treiben in den dunklen Keller gestellt.
© Roth
Rhabarber im Winter. Der Anfang November ausgegrabene und in einen Eimer gesteckte Wurzelstock wird ab Januar zum Treiben in den dunklen Keller gestellt.
Das Ende der Rosenkohl-Ernte ist gekommen, denn die wechselnden Kälte- und Wärmeperioden lassen die Röschen leiden. Sie werden weich und anfällig für Fäulnis.

Zum Schutz vor Kohlhernie, einer nicht zu bekämpfenden Wurzelkrankheit, sollten gleich nach dem letzten Erntegang die Strünke aller Kohlarten ausgerissen und mit dem Bio-Müll entsorgt werden. Das Kompostieren im Garten ist nicht sinnvoll, da die Pilzsporen sehr infektiös und auch dauerhaft sind. Im Boden bleiben sie 20 Jahre lang keimfähig.

Alle Wintersalate, auch der Feldsalat, enthalten bei geringer Lichtintensität viel Nitrat. Deshalb sollten Wintersalate möglichst nachmittags an sonnenreichen Tagen, nachdem sie viel Licht getankt haben, geerntet werden. Decken Sie Salate unter einer Vliesabdeckung frühzeitig vor dem Schnitt auf, damit auch sie in den vollen Genuss der Sonne kommen.

Hohe Nitratmengen sind unerwünscht, weil Nitrat durch Bakterien zu Nitrit und unter bestimmten Voraussetzungen weiter zu Nitrosamin umgewandelt werden kann. Dies steht in Verdacht, Krebs zu verursachen.

nach obenGärtnern – mit oder gegen die Natur?

„Den Garten zubetonieren und grün anstreichen“, diese oder ähnliche Gedanken können auftauchen, wenn der Kampf gegen Wurzelunkräuter verloren scheint oder mit Beginn der Sommerwärme die Population der Blattläuse explodiert. Im Grunde ist es ganz normal, wenn die Natur ab und zu die Oberhand gewinnt. Denn unser Gartenland wurde einst der freien Natur entnommen. Was bei Gartenproblemen hilft, ist Gelassenheit und der Versuch, mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten.

Naturnahes Gärtnern wird künftig in unseren Tipps noch stärker in den Fokus rücken.

nach obenDer Gartenteich

Im zugefrorenen Teich müssen Faulgase entweichen können. Eisfreihalter, Schilfbündel oder ein natürlicher Bewuchs ermöglichen den erforderlichen Gasaustausch.
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Im zugefrorenen Teich müssen Faulgase entweichen können. Eisfreihalter, Schilfbündel oder ein natürlicher Bewuchs ermöglichen den erforderlichen Gasaustausch.
sollte nicht vollständig zufrieren, damit die entstehenden Faulgase entweichen können. Ein Bündel Schilfrohr oder Stroh, senkrecht in den Teich gestellt, ermöglicht den notwendigen Gasaustausch. Auch spezielle Eisfreihalter aus dem Fachgeschäft haben sich bewährt.

In Teichen mit Fischbesatz sollte die Eisdecke nie gewaltsam aufgebrochen werden, denn die entstehenden Schallwellen schädigen oder töten gar die Tiere. Mit einem Kochtopf voller heißem Wasser lässt sich geräuschlos ein Loch ins Eis schmelzen. Wenn Sie dann das Teichwasser um wenige Zentimeter absenken, wird das Loch, wegen der isolierenden Luftschicht, eisfrei bleiben.

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Schlagworte dieser Seite:

Christrose, Dahlien, Eisdecke, Gartenteich, Nitrat, Obstbäume, Rindenpfropfen, Rückschnitt, Wintersalate, Ziersträuchern, ernten

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