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Wechsel in der Geschäftsführung

nach obenTschö un maat et joot!*

(*Kölsch für „Tschüss und macht es gut!“)

Gerd Böker
© Lentner/FuG-Verlag

Mai 2018 42 Jahre lang hat Gerd Böker für diese Mitgliederzeitschrift gearbeitet. Das Zeitungsmachen hat er „von der Pike auf“ gelernt. In den letzten 10 Jahren war er Verlagsleiter und Chefredakteur. Nun geht er in den wohlverdienten Ruhestand. Im Interview mit Anna Florenske blickt Gerd Böker zurück und nach vorn.


Herr Böker, können Sie sich noch an Ihren ersten Tag im Verlag Familienheim und Garten erinnern?
An den nicht. Aber mein Vorstellungsgespräch ist mir noch in guter Erinnerung. (Lacht) Den Tipp, mich zu bewerben, bekam ich per Telefon vom Arbeitsamt. Ich hatte aber wohl den Namen nicht richtig verstanden. Ich dachte, ich bewerbe mich bei dem Verlag der Segler. Dass es der Verlag der Siedler [früherer Name, Anmerk. d. Redaktion] war, stellte sich erst beim Vorstellungsgespräch heraus. Ich fand das interessant. Und menschlich hat es gut gepasst, die haben mich vom Fleck weg genommen.

Was waren zunächst Ihre Aufgaben?
Man suchte speziell jemanden für die Anzeigenabteilung. Zuvor hatte das eine externe Agentur gemacht. Zudem bin ich gelernter Verlagskaufmann und kannte mich auch im grafischen Bereich gut aus, sodass ich mich auch direkt beim Gestalten der Zeitung einbringen konnte.

Dann haben Sie sich beständig im Verlag „hochgearbeitet“. Wie sah das konkret aus?
Wie alles in den Medien ist der Verlag im ständigen Wandel. Meine Arbeit wurde immer umfangreicher: erst nur Anzeigenverwaltung, dann Layout und immer mehr Redaktion. Ein Meilenstein war es, als ich die Anzeigenleitung komplett übernommen habe. Auch sorgte ich dafür, dass Familienheim und Garten (FuG) bekannt wurde. Ein weiterer großer Schritt: Ich übernahm ein festes Ressort der Redaktion. Um das Layout kümmern sich seitdem Grafiker.

Vor zehn Jahren dann eine große Chance: Ihnen wurde die Stellung des Chefredakteurs und des Verlagsleiters angeboten. Hatten Sie Bammel oder Neugier?
Lust und Neugier. Bammel hatte ich davor nicht. Für mich war das eine folgerichtige Konsequenz. Mit alldem, was ich damals schon machte, bin ich einfach nur weitergewachsen. Aber klar: Von der Verantwortung her war es ab da eine ganz andere Geschichte, denn ich habe bis Ende April 2018 für das gehaftet, was ich hier „angestellt“ habe.

Was hat Ihre Zusammenarbeit mit dem FuG-Aufsichtsrat geprägt?
Als GmbH-Geschäftsführer konnte ich frei entscheiden, innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen. Für mich war der Aufsichtsrat immer ein freundschaftlicher Ratgeber und ein engagierter Mitentscheider. Für alle Situationen, die wichtig waren. Wir arbeiten ja für einen Verband mit vielen Ehrenamtlichen. Da muss man gucken, dass alle integriert werden, damit sie sich nicht überfahren fühlen. Das habe ich vielleicht nicht immer geschafft, aber ich habe mich doch sehr bemüht. Dabei war immer das Wichtigste: Die Zeitung soll den Mitgliedern gefallen.

Wie haben Sie die Gremien des Verbands wie Präsidium und Bundesvorstand erlebt?
Ich war immer ganz stark eingebunden. Als Geschäftsführer habe ich die meisten Präsidiums- und Bundesverstandssitzungen und auch Mitgliederversammlungen miterlebt. Meist war das Feedback von den Funktionsträgern des Verbands positiv. Natürlich gibt es auch andere Auffassungen, man kriegt Ideen angetragen oder auch mal Sorgen. Auch, wenn es manchmal hitzig herging: Es war immer ein fairer Austausch mit diesen Gremien. Und ein wichtiger, denn viele Aktive im Verband wissen nicht, wie ein wirtschaftlich arbeitender Verlag funktioniert.

Was waren die Herausforderungen in der Kooperation mit den Landesverbänden?
Eine wichtige Sache bei FuG war die Neugestaltung der Landesmitteilungen. Und natürlich auch ihr Druck in Farbe. Ein Wunsch der Landesverbände, der seinerzeit in den großen Gremien des Verbands abgestimmt wurde. So reagieren wir dann auch auf konstruktive und machbare Anregungen.

In Ihrer Doppelfunktion – Verlagsleiter und Chefredakteur – ging es stets um Beides: redaktionell gestalten und solide wirtschaften. Wo brachten Sie besonders viel „Herzblut“ ein?
Am liebsten arbeite ich als Zeitungsmacher an der Redaktion und Herstellung. Es ist einfach eine tolle Sache, wenn man vom ersten Wort bis zum Ausbringen der Zeitschrift alles im Blick hat. Jeden Monat konnte ich das fertige Produkt kritisch betrachen: Dies war gut, jenes war nicht so gut. Das ist das, was mich zufrieden macht. Ein bisschen „schizophren“ muss man sein, denn als Zeitungsmacher musste ich Geld ausgeben, damit es schön wird. Aber als wirtschaftlicher Geschäftsführer war ich gezwungen zu gucken, dass das Geld zusammenbleibt. Das brauchte viele innere Zwiegespräche.

Welche Themen waren und sind Ihnen besonders wichtig?
Ein ausgeglichener Themenmix: Garten, Haus, Verband, ­Jugend. Wir machen eine Zeitschrift für die Familie. Das heißt, da muss jeder in jedem Monat etwas finden, was ihn anspricht oder wo er eine Info rausziehen kann. Wir wissen aus Leser­analysen: besonders Heimwerker- und Gartenthemen sind hoch im Kurs.

In Zeiten, in denen viele Zeitungen ums Überleben kämpfen, ist die Aufgabe des Verlagsleiters sicherlich nicht leicht. Wie hat FuG es geschafft, wirtschaftlich zu arbeiten? Bei einem bezahlbaren Bezugspreis und einer umweltfreundlichen Produktion mit Blauem Engel?
Man muss tief in der Materie drin stecken, damit man weiß, wann man an welchem Hebelchen zieht und wie man produziert, damit es über so lange Zeiträume gelingt, ohne Preissteigerung auszukommen. Wir müssen jede technische Möglichkeit suchen und nutzen, um wirtschaftlich zu produzieren, damit das Heft für alle bezahlbar bleibt. Wir haben eine Druckauflage von gut 344.000 Exemplaren monatlich, das sind 4.079.982 Exemplare im Jahr. Da arbeiten wir ganz intensiv mit all unseren externen Partnern wie der Druckerei und Post zusammen, weil wir so am meisten erreichen. Und unsere Autoren haben wir mehr oder weniger auf uns eingeschworen. Es sind viele Details, die stimmen müssen. Auch ohne Anzeigen wäre so eine Zeitung nicht machbar. Unsere Kosten müssen zu einem Großteil aus Anzeigen und Beilagen gedeckt werden.

Um mit der digitalen Entwicklung Schritt zu halten, gibt es seit zwei Jahren das FuG-E-Paper. Sind Print-Produkte ein Auslaufmodell?
Ein E-Paper anzubieten ist wichtig, auch um Jüngere anzusprechen. Ich denke aber – und das zeigen auch Analysen – für die meisten unserer Leser ist nach wie vor die gedruckte Zeitung das wichtigste Produkt.

In Ihre Fußstapfen tritt seit Anfang Mai Anja Monschau als neue Verlagsleiterin. Amal Khalil übernimmt die Chefredaktion. Was ist der wichtigste Rat, den Sie den beiden mitgeben? Und: Können Sie loslassen?
Ich bin ja in Köln aufgewachsen. Da sagt man „Et hät noch immer joot jejange“. Also mein Rat: Nur die Ruhe bewahren, alles wird gut! (Lacht) Das ist ein aufregendes Geschäft. Die beiden können das, das weiß ich. In der nächsten Zeit stehe ich noch beratend zur Seite. Und loslassen? Aber klar, ich freue mich auch auf die freie Zeit mit meiner Frau und in meinem eigenen Familienheim und Garten.

nach obenAuf Wiedersehen!

Mai 2018 Mit Gerd Böker zusammenzuarbeiten, hat Spaß gemacht. Für den Chefredakteur und Verlagsleiter selbst hat unsere Zeitschrift hohe, vielleicht sogar höchste Priorität.


42 Jahre lang engagierte sich Gerd Böker bei FuG (bzw. den nominellen Vorgängern), hat sich im Verlag hochgearbeitet, die Mitgliederzeitschrift Schritt für Schritt modernisiert. Inhaltlich: vielfältige Verbraucherthemen für Eigenheimbesitzer, Verbandspolitik für Wohneigentümer. Kaufmännisch dabei wirtschaftlich sparsam und doch attraktiv für Leser und Partner. Er hinterlässt jetzt große Fußstapfen für seine Nachfolgerinnen, Anja Monschau als Geschäftsführerin und Amal Khalil als Chef­redakteurin. Ich bin mir sicher, dass beide gut hineinwachsen werden, denn auch diesen Schritt hat Gerd Böker vorbildlich vorbereitet. Der Übergang wird mit seiner Hilfe gut vonstattengehen – ebenso wie viele andere Situationen, die bei FuG mit Gerd Bökers Unterstützung erfolgreich bewältigt wurden. Herzlichen Dank im Namen des Aufsichtsrates an Gerd Böker. Ein rundum großes Dankeschön für seine immense Lebensarbeit für unseren Verlag. Und von mir persönlich einen Riesendank für die offene, konstruktive, loyale und fachlich so kompetente Zusammenarbeit.

Heinz Engelhaupt
Vorsitzender des Aufsichtsrates der
Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH


nach obenDie Neuen ...

„Wir wollen die Qualität auf jeden Fall beibehalten und auch steigern. Man sollte immer nach Besserem streben.“
Amal Khalil

Für mich persönlich ist die größte Herausforderung, die unterschiedlichen Zielgruppen im Blick zu haben: die Mitglieder, die Gremien, die Landesverbände, die Autoren, aber auch die Anzeigenkunden.“
Anja Monschau
© Lentner/FuG-Verlag

Mai 2018 ... sind nicht neu. Tatsächlich arbeiten sie schon seit vielen Jahren im Verlag Familienheim und Garten (FuG). Neu sind aber die beiden Führungsrollen mit Verantwortung, die das erfahrene Team Monschau/Khalil nun bei FuG übernimmt. Nach dem Abschied von Gerd Böker Ende April ist Anja Monschau (mitte) die neue Geschäftsführerin, Amal Khalil (links) die neue Chefredakteurin.


Frau Monschau, Frau Khalil – seit Anfang Mai sind Sie Geschäftsführerin und Chefredakteurin. Was hat sich schon jetzt für Sie persönlich am meisten geändert?
Monschau: Ich bin schon 25 Jahre lang im Verlag und ich kenne die Prozesse und das Team sehr gut. Aber in den vergangenen Wochen, in denen Gerd Böker mir sozusagen die Geschäfte übergeben hat, hat sich das Bild nochmal komplettiert. Was sich auf jeden Fall ändert: Ich bin jetzt die erste Ansprechpartnerin. Und das ist schon was ganz anderes. Da muss ich ad hoc schnelle Entscheidungen treffen, wo ich mich sonst zuerst mit Herrn Böker abgestimmt, oder er die Entscheidung getroffen hätte. Jetzt bin ich es, die entscheidet und antwortet.

Khalil: Jetzt werde ich interviewt und interviewe nicht mehr (lacht). Inhaltlich hat sich wenig geändert, allerdings komme ich seltener zum eigentlichen Schreiben. Ständig steht jemand im Büro und fragt etwas, ständig klingelt das Telefon. Die E-Mails haben sich seit Anfang Mai vervielfacht. Ich muss einfach meine Zeit stärker planen – das hat sich hauptsächlich verändert.

Es heißt „Neue Besen kehren gut“. Was möchten Sie verändern, was soll auf jeden Fall bleiben?
Khalil: Erst mal möchte ich etwas klarstellen: Wir sind keine Besen! (Alle lachen). Ansonsten: Wir wollen die Qualität auf jeden Fall beibehalten und auch steigern. Man sollte immer nach Besserem streben. Lassen Sie sich überraschen!

Aber wir werden natürlich das Rad nicht neu erfinden. Wir haben eine gute Leserbindung und ein echt gutes Team. Das soll auch so bleiben: Wir wollen verstärkt als Team arbeiten, denn wir sind nur die beiden Köpfe, die nach außen auftreten. Hinter uns stehen viele Menschen, die für FuG arbeiten und ohne die keine Zeitschrift erscheinen würde.

Monschau: Wir treten in ziemlich große Fußstapfen. Die gilt es zunächst einmal auszufüllen und alle Prozesse nun selbstständig zu durchlaufen. Für mich persönlich ist die größte Herausforderung, die unterschiedlichen Zielgruppen im Blick zu haben: die Mitglieder, die Gremien, die Landesverbände, die Autoren, aber auch die Anzeigenkunden – all die würden wir gerne glücklich machen. Dass alle Freude an der Zeitschrift haben, das ist die größte Herausforderung. Durch die vielen Jahre als stellvertretende Geschäftsführerin weiß ich: Es ist oft ein Spagat. Deshalb planen wir, uns zunächst umzuhören und die einzelnen Gruppen gezielt nach Ihren Bedürfnissen zu befragen. In welcher Form dies geschieht, müssen wir allerdings noch überlegen.

Für den Start haben drei Wünsche frei. Welche sind das?
Monschau: Mehr Zeit für Gespräche. Ich möchte auch weiter Spaß an allen Herausforderungen haben, die da kommen – etwa die Datenschutz-Grundverordnung. Und ich wünsche mir noch mehr Mitglieder, für die wir eine tolle Zeitschrift machen können.

Khalil: Ich wünsche mir erstens eine Fee, die morgens meine E-Mails checkt. Zweitens, dass unsere Arbeit bei den Lesern ankommt. Optimal wäre, wenn sie die Zeitschrift nicht nur lesen, sondern auch im Alltag nutzen könnten. Dass sie also ein Ratgeber im besten Sinne ist. Und drittens, dass unser ganzes Team motiviert bleibt.

Interview: Anna Florenske
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