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Tropische Genüsse: Exoten im Kübel

Dezember 2017 Viele leckere Tropenfrüchte reifen als Kübelpflanzen auch in unseren Breitengraden. Ob Bananen, Feigen, Andenbeeren, Pepinos oder Passionsfrüchte – die Ernte kann durchaus üppig ausfallen.


Traumtemperaturen wie auf Hawaii, fröhliche Mittelmeerstimmung gleich vor der Haustür – so lässt sich der Sommer genießen. In unseren Breiten verwöhnt uns Petrus nur selten so, aber: Wo es ein warmes Plätzchen gibt, können Sie mit wenig Aufwand auch zuhause ein Tropenparadies schaffen. Viele exotische Pflanzen sind weniger empfindlich als man denkt und lassen sich auch gut im eigenen Wintergarten kultivieren.

nach obenSaftige Ananas

Bild 1: Ananas
© Stein
Bild 1: Ananas
Nicht allzu schwierig ist die Kultur der Ananas Bild 1 (Ananas comosum). Früchte tragende Topfpflanzen gibt es im Gartencenter. Gewöhnlich werden dazu die kleinen, aber besonders süß schmeckenden und in der Reifezeit herrlich duftenden Mini-Ananas von den Tropen-Inseln Mauritius oder La Reunion genutzt. Es lohnt sich, die Pflanzen zu kaufen, denn sie kommen auf der Fensterbank oder im Wintergarten zur Reife, schmecken köstlich und lassen sich danach in Töpfen weiterziehen. Dazu wird der frische Blattschopf mit festem Griff herausgedreht oder mit dem Messer herausgelöst – die Frucht dürfen Sie essen. In einem Topf mit stets feucht gehaltener Blumenerde bewurzeln die Jungpflanzen innerhalb einiger Monate. Nach 1–2 Jahren bilden sich auf dem warmen Fenstersims oder im Wintergarten neue essbare Fruchtstände.

nach obenBerg-Papaya, Melonenbaum, Babaco

Bild 2: Berg-Papaya
© Stein
Bild 2: Berg-Papaya
Die leckeren Papayafrüchte aus den Tropen sind eine bekannte Erscheinung im exotischen Früchteangebot. Die bis zu 3 m hohen Bäumchen stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden, werden aber inzwischen plantagenmäßig in allen tropischen Ländern angebaut. Die fünfkantigen, ca. 30 cm langen Früchte, die entfernt Gurken oder auch Birnen ähneln, sind reif, wenn ihre Farbe von Grün zu Gelb wechselt. Schneidet man sie längs auf, tritt das melonenartig süßlich schmeckende, weiche Fruchtfleisch zutage. Genießen Sie es frisch oder gewürfelt in Obstsalaten, Fruchtcocktails, als Saft oder Gelee, gedünstet und gezuckert, mit etwas Zitronensaft beträufelt oder als Spießchen. Die Fleischfarbe variiert je nach Art und Herkunft zwischen Orange und hellem Zitronengelb.

Besonders lohnend sind die kernlosen Sorten der für kühlere Klimazonen besser geeigneten Berg-Papayas Bild 2 (Carica pentagona). Ein großer Vorteil ist, dass sie auch ohne Befruchtung Früchte bilden. Es wird dabei nur eine Pflanze benötigt und die sonst so schwierige Bestäubung entfällt.

nach obenAndenbeeren zum Naschen

Bild 3: Andenbeere
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Bild 3: Andenbeere
Ein heißer Tipp sind die aromatischen Andenbeeren oder Inkapflaumen Bild 3 (Physalis peruviana). Sie sind besonders ertragreich und überraschen mit einer üppigen Ernte von August bis zum Frost, im Wintergarten sogar bis Januar. Aus hübschen gelben Blüten gehen durch Selbstbestäubung viele Früchte hervor, die in lampionartigen Hüllen verborgen sind. Diese kleinen, goldgelben Kugeln schmecken erfrischend süß-säuerlich – ideal zum Naschen für zwischendurch. Auch feine Desserts oder kühle Drinks lassen sich mit den exotischen Früchten toll dekorieren. Man kultiviert sie wie Tomaten, im Garten oder auch in Kübeln. Eine lohnenswerte Sorte ist 'Goldvital' (von Volmary), denn sie gedeiht gut in größeren Töpfen auf Terrassen, Balkonen, im Gewächshaus oder an geschützter Stelle im Freien.

nach obenZwergbananen bringen Früchte

Bild 4: Zwergbanane
© Stein
Bild 4: Zwergbanane

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Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Eigene Bananen ernten, das ist für viele Wintergartenbesitzer ein realistischer Traum. Doch Achtung: Nur die Zwergbanane Bild 4 (Musa acuminata, Sorte 'Cavendish') bringt als ca. 2 m hohe Kübelpflanze bei guter Pflege vom dritten bis fünften Jahr an wohlschmeckende Früchte hervor. Dafür braucht sie günstige Bedingungen: reichliche Ernährung und viel Licht im hellen Wintergarten, einen genügend großen Kübel (ab 50 cm Durchmesser) und gleichmäßige Wasserversorgung. Bei stauender Nässe und „kalten Füßen“ bilden sich nur Blätter. Ab März setzt neues Wachstum ein, dann benötigt die Pflanze frische Erde und fortlaufend Düngung (pro Woche 1 bis 2 mal flüssige Düngung oder ausgepflanzt entsprechende organische Düngung). Urlauber kennen die attraktive Pflanze von den Kanarischen Inseln und Madeira, wo sie in Plantagen angebaut wird.

Keine Früchte, nur imposante Blätter bildet in unserem Klima die aus Samen vermehrbare Zierbanane (Ensete ventricosum). Alle Bananen lieben Bodenwärme, vor allem während der Überwinterung.

nach obenPepinos oder Birnenmelonen

Bild 5: Pepino
© Stein
Bild 5: Pepino
Pepinos Bild 5 (Solanum muricatum) sind ein herrliches Naschobst für Balkone, Terrassen und Wintergärten. Die hübsch gelb-violett gezeichneten, gänseeigroßen Früchte haben ein angenehm süß-aromatisches Aroma. Frisch oder als Kompott schmecken sie am besten. Problemlos gelingt meist die Weiterkultur fertiger Pflanzen aus dem Gartencenter. Im Gewächshaus gedeihen Pepinos an Schnüren oder Gittern. Auf Balkonen oder Terrassen sieht man sie häufiger als schmucke Ampel- oder Kletterpflanzen. Sie wachsen zunächst aufrecht und brauchen dann bald eine Stütze. Sonst hängen sie über und ergeben dann Ampelpflanzen, die durch die goldgelben, gestreiften Früchte attraktiv wirken. Pepinos können sich selbst bestäuben, deshalb müssen Sie nicht mit dem Pinsel nachhelfen. Geschützt vor Frost werden die letzten Früchte erst im Winter reif.

nach obenPassionsfrucht

Bild 6: Passionsfrucht
© Stein
Bild 6: Passionsfrucht
Die Passionsfrucht Bild 6 (Passiflora edulis) ist eine tropische Kletterpflanze aus Brasilien. Die Pflanzen entwickeln im Laufe eines Jahres ein üppiges Wachstum mit zahlreichen Blüten und bisweilen meterlangen Trieben. Aus den attraktiven Blüten bilden sich bald hühnereigroße Früchte mit fruchtigem, süß-saurem Geschmack. Sie können roh ausgelöffelt werden. Da Passionspflanzen üppig gedeihen, empfiehlt es sich im März/April, die Triebe handhoch zurückzuschneiden. Versorgen Sie sie danach gut mit organischem Dünger. Dann entwickelt sich ein enormer Rankenwuchs mit hübschen grünblauen Blüten. An den 3–4 m langen Ranken erscheinen ab dem zweiten Jahr die dekorativen Blüten und duftenden Früchte. Im Winter brauchen die Pflanzen Temperaturen nicht unter 12 °C und sollten ziemlich trocken gehalten werden.

nach obenPflege von Exoten

  • Ein warmes Eckchen im Garten, eine sonnige Terrasse oder ein windgeschützter Balkon sind ideal für den Aufenthalt im Freien. Zur Überwinterung dienen ein Gewächshaus, Wintergarten oder der Überwinterungsservice des Gartencenters.
  • Während des Wachstums von April bis Juli benötigen die Exoten viel Sonne und mehrfach Nährstoffe mit normalem Universal-Flüssigdünger in gut sandig-­humos strukturierter Erde, außerdem in mäßigen ­Gaben Wasser, aber niemals Staunässe. Eher sollten die Pflanzen etwas trockener stehen.
  • Stehen die Pflanzen luftig auf Pflanzenrollern, fließt überschüssiges Wasser leicht ab. Bei der frostfreien Überwinterung in einem möglichst hellen Raum wird sehr wenig gegossen. Dabei verlieren die Pflanzen Blätter, was aber normal ist.
  • Topfen Sie im März um und geben Sie neue Erde. Große Gefäße (Durchmesser > 30 cm) sind günstig.
  • Alle hier vorgestellten Pflanzen sind Selbstbestäuber, das heißt, schon eine Pflanze bringt Ertrag.

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Bild 6: Früchte der Kiwi
Paradiesfrüchte dieser Welt
Dickblätter als Stuhlkissen.
Gartenzwerge für Zwerggärten
Grüner Smoothie
Frischer Start: Grüne Smoothies

Schlagworte dieser Seite:

Ananas, Mittelmeerstimmung, Papaya, Passionsfrucht, Zwergbananen, exotische Pflanzen

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