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Pflanzen vermehren? − Kein Problem!

© Stein

Juli 2017 Pflanzen selbst vermehren, das macht Freude und spart Geld. Nutzen Sie die Wärme des Sommers, denn Gehölze und Stauden bewurzeln jetzt schnell.


Natürlich gibt es viele Pflanzen fertig im Gartencenter, doch längst nicht alle Sorten und oft nicht dann, wenn man sie gerade sucht. Ist eine Hecke geplant, eine neue Beetgestaltung angedacht oder geht es um eine besonders schöne Züchtung, gelingt Ihnen mit den hier gezeigten einfachen Methoden die Anzucht auch selbst.

nach obenSommer, der ideale Zeitpunkt

Der Juli ist optimal zum Bewurzeln von Gehölzen wie Buchs, Hortensien, Spindelstrauch, Mahonien, Lebensbaum, Wacholder, Rosen, Ilex, Kirschlorbeer, Lorbeerschneeball und Efeu. Auch Kübelpflanzen wie Fuchsien, Hibiskus, Zitronen, Orangen, Feigen, Aukuben, Kamelien, Passionsblumen oder Veilchenstrauch können Sie ähnlich wie Hortensien aus jungen Frühjahrstrieben vermehren. Wichtig: Dafür sollten die Pflanzen schon eine gewisse Reife haben.

Im August blühen Balkonpflanzen wie Geranien, Blaue Fächerblumen, Strohblumen, Strauchmargeriten oder Fleißige Lieschen noch üppig. Für die Blütenpracht im nächsten Jahr können Sie jetzt auf der Fensterbank oder im Wintergarten vorsorgen. Wollen Sie neue Staudenbeete anlegen, warten Sie lieber bis zum Herbst. Der von der Sommerhitze noch warme Boden lässt geteilte Frühjahrsblüher wie Bartiris, Pfingstrosen oder Taglilien und bodendeckende Stauden wie Blaukissen, Teppichphlox oder das Hornkraut schnell anwachsen.

nach obenStecklinge und Ableger

Hobbygärtner sammeln leidenschaftlich gerne Stecklinge (kleine abgeschnittene Triebspitzen mit Stiel und Blättern) und Ableger (kleine, bereits bewurzelte, aber mit der Mutterpflanze verbundene Jungpflanzen).

Die meisten Triebe von Balkonblumen, Zitruspflanzen und Gehölzen sind jetzt ausgereift und sammeln in den "Augen" der Blattachseln Kräfte, um sich weiter zu verzweigen. Pflanzen können sich auf vegetative Art, also über Pflanzenzellen, vermehren. Wird ein Trieb entfernt, ändern sie ihre Funktion: Wo Blätter und Blüten wachsen sollten, übernehmen die Zellen an den Schnittstellen abgetrennter Triebe nun das Schließen der Wunde (Kallusbildung) und die Bildung neuer Wurzeln. Viele Stauden, Gehölze und Zimmerpflanzen (z. B. Bromelien) bilden Ableger (Kindel) oder bringen auf ihren Blättern sogar voll funktionsfähige Jungpflanzen zur Welt, z. B. die Topfpflanze Henne und Küken (Tolmiaea) oder das Brutblatt (Bryophyllum).

nach obenStecklinge vermehren

Die Vermehrung über Kopf- oder Triebstecklinge ist die häufigste Vermehrungsart bei vielen Gehölzen, Balkon- und Zimmerpflanzen. Die Stecklinge sollten 2 bis 3 Blattpaare enthalten und 3 bis 4 cm lang, gut fassbar und ohne Blüten sein. Schneiden Sie die Triebe mit scharfem Messer dicht unter einem Blattknoten ab, weil die Pflanze dort Nährstoffe auf Vorrat speichert. Am leichtesten geht das bei Begonien, Fleißigen Lieschen, Oleander, Engelstrompete und Dreimasterblumen (Tradescantien), die in ein Wasserglas gestellt, bei 20 bis 22 °C innerhalb von 2 bis 3 Wochen wurzeln. Anschließend in lockere, nährstoffreiche Erde eintopfen.

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nach obenSelbstgezogene Rosen

Sie haben gerade einen Topf oder Strauß Ihrer Lieblingsrosen geschenkt bekommen? Auch davon lassen sich per Steckling Nachkommen ziehen. Schneiden Sie aus dem Stiel mit scharfem Messer jeweils dicht unter einem Blattknoten etwa 3 cm lange Teilstücke mit einem Blatt heraus und stecken Sie diese in ein angefeuchtetes Vermehrungsgemisch, zum Beispiel ein Sand-Torfgemisch oder Vermehrungserde, das regt die Wurzelbildung an. Gut angießen und mit transparentem Plastikbeutel bis zur Wurzelbildung überdecken − das dauert etwa 6 bis 8 Wochen. Viele Rosensorten werden heute auf ähnliche Weise "wurzelecht" vermehrt und nicht mehr veredelt. Andere wachsen besser nach alter Manier. Vielleicht haben Sie Glück und können sich bald über ein Beet mit selbstgezogenen Lieblingsrosen freuen.

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nach obenImmergrüne Gehölze

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Auch für die Gehölzvermehrung sind die Sommermonate optimal. Wir zeigen es Ihnen am Beispiel des Spindelstrauches (Euonymus). So können Sie auch Buchs vermehren, außerdem zahlreiche Ziersträucher und Laubgehölze oder auch immergrüne Koniferen wie Wacholder, Lebensbaum, Scheinzypresse, Tanne, Fichte und Eibe − das Verfahren ist bei allen gleich. Und so geht´s: Entnehmen Sie 5 bis 7 cm lange Triebspitzen. Entfernen Sie auf 3 bis 5 cm Länge die unteren Blätter, damit sie während des Bewurzelns nicht faulen. Die Stecklinge dann 2 bis 3 cm tief in mit Vermehrungsgemisch gefüllte Töpfe oder Anzuchtkästchen stecken und gut anfeuchten.

Stellen Sie die Gefäße dann an einer schattigen Stelle im Garten oder im Gewächshaus auf. Die Schale darf weder austrocknen noch in Nässe versinken. Jetzt müssen Sie nur noch ein wenig Geduld haben, denn bis zur Wurzelbildung dauert es mehrere Wochen bis Monate.

nach obenStauden teilen

Staudenhorste werden im Laufe der Jahre immer größer. Zugleich laufen sie Gefahr, im Inneren zu verkahlen. Sie sollten daher alle vier bis fünf Jahre geteilt werden, um die Blüh- und Wuchskraft zu erhalten. Die beste Zeit dazu bietet sich im Herbst und im Frühjahr, wenn die Vegetation noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Gut sind auch die Wochen nach Abschluss einer Vegetationsperiode, z. B. bei Schwertlilien nach der Blüte im Juli, bei Pfingstrosen nach dem Abschluss des Wachstums im Herbst.

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Graben Sie die Staudenballen aus und teilen Sie sie mit einem kräftigen Spatenstich. Die Teilpflanze sollte mindestens einen Trieb und die dazugehörigen Wurzeln besitzen. Sie können sie an anderer Stelle umgehend wieder einpflanzen. Bei vielen Stauden, wie den Taglilien (Hemerocallis), können Sie auch die Pflanzen im Boden belassen und mit dem Spaten größere Teilstücke abstechen. Dass dabei einige Pflanzenteile verletzt werden, lässt sich kaum vermeiden, aber die Pflanzen halten das meist gut aus.

Anschließend graben Sie die Teilstücke mit den Händen aus. Je weniger Erde dabei abgeschüttelt wird und je schneller die Pflanzen wieder in gut vorbereiteten, mit Kompost oder wurzelbildendem Humus angereicherten Boden kommen, desto weniger Störungen haben die Pflänzchen zu verkraften. Kürzen Sie beschädigte Wurzeln, damit regen Sie das Wurzelwachstum an. 30 cm Pflanzabstand nach allen Seiten und gründliches Angießen schließen den Pflanzvorgang ab.

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Schlagworte dieser Seite:

Ableger, Balkonpflanzen, Immergrün, Immergrüne Gehölze, Kirschlorbeer, Lebensbaum, Lorbeerschneeball, Pflanzen, Rose, Stecklinge, vermehren

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