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Wildstauden für Natur- und Bauerngärten

Bild 1: Blutweiderich
© Stein
Bild 1: Blutweiderich

Juni 2017 Unsere mitteleuropäische Flora braucht sich nicht zu verstecken. Viele Wildstauden, die bei uns in Feld, Wald und Flur gedeihen, haben längst den Weg in die Gärten gefunden. Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise.


Kommt man in ferne Länder, werden die Schönheiten der dortigen Flora mit Begeisterung bestaunt. Fast alle von ihnen, ob aus Nordamerika, Sibirien, China oder Japan haben Gärtner allerdings schon lange in Kultur genommen. Einige wurden auf Blütenreichtum, gedrungenen Wuchs und größere Blüten ausgelesen oder mit anderen Arten gekreuzt. Jetzt nennen wir die so vertraut gewordenen Fremdlinge "Prachtstauden" und schmücken damit unsere Beete. An Schönheit stehen ihnen jedoch hiesige Wildstauden kaum nach. Rings um den Wassergarten, an Bächen und Teichen stehen fast ausschließlich heimische Pflanzen, die entsprechend winterhart, robust und gegen Überraschungen gefeit sind.

nach obenFrühjahrsreigen

Bild 2: Himmelsschlüssel
© Stein
Bild 2: Himmelsschlüssel
Das fängt im Frühling schon an. Märzenbecher (Leucojum vernum) sind auf feuchten, lehmigen Wiesen zuhause, begleitet von zartgelben Kissenprimeln (Primula vulgaris), wenig später gefolgt von schwefelgelben Waldprimeln (Primula elatior) und goldgelben Himmelsschlüsseln (Primula veris) 2. Diese Primelarten können sich an passendem Standort zu herrlichen, üppig blühenden Beständen versamen. Die Wildarten stehen − wie die meisten der hier vorgestellten Pflanzen − unter Naturschutz. Doch man kann sie kaufen, denn sie gehören zum Standardangebot vieler Gärtnereien und Gartencenter. Pflanzen Sie einige davon rechts und links von viel begangenen Wegen: Nach einigen Jahren können Sie sich über einen romantischen "Primelweg" freuen.

Dazu passen Wildnarzissen, Buschwindröschen oder frühblühende Gehölze. Millionen von Kissenprimeln (Primula vulgaris) haben sich beispielsweise rings um den Genfer See auf lehmigen Rasenflächen ausgebreitet − im Vorfrühling sind sie eine unübersehbare Attraktion, die das Nachmachen lohnt.

nach obenStauden im Wassergarten

Bild 3: Weiße Seerose
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Bild 3: Weiße Seerose
Auch blaue Leberblümchen (Anemone hepatica), Trollblumen (Trollius europaeus) und Immergrün (Vinca minor) heimische Gewächse. Im April kündigen die goldgelben Butterblumen (Caltha palustris) den Beginn der Blütezeit im Wassergarten an.

Die prächtige gelbe Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) und die blaue Sibirische Iris (Iris sibirica) sind bei uns ebenso zuhause wie der prächtige Blutweiderich (Lythrum salicaria) 1, der ab Spätsommer nicht nur die Gärten, sondern unübersehbar auch Gräben, Ufer und feuchte Wiesen schmückt. Auffällige Schönheiten am Wasser sind auch Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Wasserprimel (Hottonia palustris), Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis), Krebsschere (Stratiodes aloides), Seekanne (Nymphoides peltata), die gelbe Teichmummel (Nuphar lutea) und sogar die Königin aller Wasserpflanzen: die weiße Seerose (Nymphaea alba) 3.

nach obenWildstauden für den Schatten

Wenige Pflanzen kommen mit schattigen Lagen aus. Sie sind kein Problem für dunkelblaue Akeleien (Aquilegia vulgaris), zartviolette und süß duftende Mondviole (Hesperis matronalis), Fingerhut (Digitalis purpurea) 4 und Judassilberling (Lunaria annua). Alle säen sich selber aus, ohne dabei lästig zu werden.

Bild 4: Fingerhut
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Bild 4: Fingerhut
Bild 5: Weberkarde
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Bild 5: Weberkarde

Wer jedoch die folgenden Wildblumen sät oder pflanzt, muss sich auf reichlichen Nachwuchs gefasst machen. Trotzdem sind sie nicht nur in Naturgärten eine auffällige, schöne Zierde, sondern auch bei Insekten als Nahrungsquelle geschätzt: die Rote Lichtnelke (Silene dioica), die rosa Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi), das violette Weidenröschen (Epilobium angustifolium), intensiv duftender Baldrian (Valeriana officinalis) und die zartblaue Witwenblume (Knautia arvensis), auf der sich Schmetterlinge in Scharen niederlassen. Das gilt auch für die bis zu zwei Meter hohe Weberkarde (Dipsacus fullonum ssp.sativus) 5. Diese heute seltene Wildpflanze fällt durch zartrosa Blüten und anschließend monatelang durch haltbare Blütenstände auf, die jahrhundertelang zum Spinnen der Wollfäden unersetzlich waren.

nach obenStauden für trockene Stellen

Bild 6: Königskerze
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Bild 6: Königskerze
Ist Ihr Garten sonnig und trocken? Schätzen Sie sich glücklich, wenn sich dort die gelbblühenden Großblütigen Königskerzen (Verbascum bombyciferum) 6 mit ihren über zwei Meter hohen Blütenständen niederlassen. Die zweijährigen Heilpflanzen zeigen in der Wachstumsphase sehr dekorative, wollig behaarte, silbrige Blätter. Sie lieben kargen, kalkigen oder auch sandigen Heideboden und wollen frei in der Sonne stehen. Verlässlicher − weil ausdauernder wachsend − sind die nur 80 bis 100 cm hohen Schwarzen Königskerzen (Verbascum nigrum), die sich ebenfalls gerne von selbst ansiedeln und im Hochsommer blühen.

nach obenPrachtvolle Malven

Wunderschöne Bauerngartenblumen sind die Malven. Einige der attraktivsten haben den direkten Weg aus Feld und Flur in die Gärten gefunden. Heimisch ist die einjährige Feldmalve (Malva sylvestris), eine bekannte Heilpflanze, die in vielen Hustentees als reizlindernder Bestandteil enthalten ist. Im Naturgarten ist sie als Wildblume und Attraktion für Schmetterlinge willkommen.

Bild 7: Moschusmalve
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Bild 7: Moschusmalve
Hunderte von Blüten − und das über Monate verteilt − sind bei der robusten und pflegeleichten, 150 cm hohen Thüringer Malve (Lavatera thuringiaca) keine Seltenheit. Sie übersteht harte Winter fast so problemlos wie die rosa Moschusmalve (Malva moschata) 7, eine charmante einheimische Art, die es auch als Samen zu kaufen gibt (z. B. von Sperli, Kiepenkerl). Obwohl mehrjährig, blühen die nur 70 bis 80 cm hohen, buschig wachsenden Pflanzen schon im ersten Sommer bis lange in den Herbst und dann immer wieder. Sie sind anspruchslos und benötigen kaum Pflege. Im Garten passen Moschusmalven an den Zaun und in die Nähe von Gebäuden, da sie sich in schmalste Ritzen zwischen Pflastersteinen klemmen. Aber sie wirken auch gut in einer gepflegten Umgebung, ja sogar in Töpfen. Die Wildarten schmücken Naturgärten (z. B. in Verbindung mit rotem Klatschmohn), aber auch jede Staudenpflanzung, in Bauerngärten und Steingärten.

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