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Gartenspaß statt Schneckenfraß

© Bruno Nebelung GmbH

Mai 2017 Schnecken gehören zu den unbeliebtesten Gartenbesuchern überhaupt. Denn ihre Fressgier verursacht an den Pflanzen große Schäden. Doch wußten Sie, dass Schnecken Feinschmecker sind? Viele Pflanzen sind die geborenen Schneckenopfer, doch andere wiederum bleiben unversehrt.


Kein Schädling richtet im Garten mehr Schaden an als die Schnecke. Vor allem Nacktschnecken, darunter die gefräßige Spanische Wegschnecke, fallen schon ab März über frisch Gepflanztes her. Trotzdem grünt es in Wald, Flur und Gärten − nur eben mit Pflanzen, die für die Kriecher nicht so attraktiv sind.

Schnecken sind Leckermäuler, doch mundet ihnen beileibe nicht alles. Rund zwei Drittel aller Stauden, Kräuter und Sommerblumen haben mit der Zeit Abwehrstoffe entwickelt, die den Kriechern auf natürliche Weise den Appetit verderben. Auf den Rest stürzen sie sich dagegen umso heftiger. Durch viele Beobachtungen bei uns und in England weiß man jetzt über ihre Fressgewohnheiten Bescheid und kann den Garten im Einklang mit der Natur besäen oder bepflanzen. Danach sieht er anders aus, aber nicht weniger prächtig.

nach obenSchnecken-Lieblinge

Ersparen Sie sich den Ärger und, genießen Sie statt dessen lieber entspannt Ihren Garten. Das gelingt, wenn Sie auf Schnecken-Lieblingsspeisen wie Studentenblumen (Tagetes), Feuersalbei (Salvia), Sonnenblumen (Helianthus) oder Levkojen (Matthiola) verzichten. Tauschen Sie diese gegen lange blühende Sommerblumen aus wie zum Beispiel Begonien (Eisbegonien, Drachenflügelbegonien ‚Dragon Wings', Knollenbegonien), Duftsteinkraut (Lobularia), Elfenblumen (Diascia), Geranien (Pelargonium), Schmuckkörbchen (Cosmos) oder Mittagsgold (Gazania). Ein guter Tipp ist auch die lange blühende Kapuzinerkresse (Tropaeolum), gegen deren üppigen Wuchs selbst die gefürchtete Spanische Rote Wegschnecke unterliegt.

nach obenBlumen für sonnige Beete

In der Sonne sind Minzen (Mentha), Salbei (Salvia), Glockenblumen (Campanula), Lupinen (Lupinus), Margeriten (Leucanthemum) oder Rittersporn (Delphinium) stark gefährdet. Vor allem die ersten zarten Triebe dienen, selten bemerkt von Gartenbesitzern, den ab Ende Februar aus Eiern schlüpfenden Jungschnecken als Babynahrung. Achtung: Die Winzlinge können das Wachstum für ein ganzes Jahr in Frage stellen. Zumal jede Schnecke im Durchschnitt für 200 Nachfolger sorgt.

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© Stein
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Solche Probleme stellen sich nicht, wenn Sie an Sonnenplätzen anderen Kräutern wie Lavendel (Lavandula), Heiligenkraut (Santolina), Lauch (Allium) oder Frauenmantel (Alchemilla) den Vorzug geben. Sicher sind alle Nelken (Dianthus), Pfingstrosen (Paeonia), Schleierkraut (Gypsophila), Sonnenröschen (Helianthemum), Storchenschnabel (Geranium) 1, Steinbrech (Saxifraga), Wolfsmilch (Euphorbia) und mehr. Auch von der im Herbst apart blühenden Fetthenne (Sedum) oder dem üppig blühenden Schmuckkörbchen (Cosmeen) halten sich Schnecken lieber fern.

nach obenBlumen für schattenBeete

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© Volmary GmbH
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Im Schatten sind Duftveilchen (Viola odorata) wahre Brutstätten für Schneckennachwuchs. Auch Funkien (Hosta) bieten mit stark zerfressenen Blättern keinen schönen Anblick mehr. Warum sich ärgern? Erfreuen Sie sich lieber an romantischen Akeleien (Aquilegia) 2, zarten Astilben, geflecktem Lungen­kraut (Pulmonaria), an Purpurglöckchen (Heuchera), Christ- und Lenzrosen (Helleborus) oder Immergrün (Vinca). Als sicher erwiesen sich generell Storchenschnäbel (Geranium-Arten), die gleichzeitig schöne und lange blühende Bodendecker sind. Auch alle Farne sind offenbar gegen Schnecken gefeit, ebenso die meisten Ziergräser wie das gestreifte Lampenputzergras 'Sky Rocket' 3.

nach obenGehölze weniger betroffen

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An Gehölzen findet man, sobald sie einmal das Jugendstadium überwachsen haben, selten Schnecken und wenn, richten sie keinen nennenswerten Schaden an. Eine Ausnahme bilden die jedes Frühjahr neu austreibenden Ballhortensien (Hydrangea arborescens) und Rispenhortensien (Hydrangea paniculata), während die beliebten Bauern- oder Garten­hortensien (Hydrangea macrophylla) 4, die Samthortensien (Hydrangea aspera) und Kletterhortensien (Hydrangea anomala ssp. anomala) mit ihren verholzten Trieben nicht attraktiv als Schneckenspeise sind.

nach obenPflanzen-Programme

Mittlerweile gibt es einschlägige Listen von Anti-Schnecken-Pflanzen. Von Saatgutherstellern und Staudenzüchtern werden bereits spezielle Anti-Schnecken-Programme angeboten mit Pflanzen, die den Schnecken den Appetit verderben.

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So gibt es das Sortiment "Schneckweg®" mit pflegeleichten Stauden inklusive Pflanzplan (Gärtner Pötschke) oder ein Staudenprogramm von Gaissmaier. Auch Blumenmischungen wie die "Schneckenresistente Blütensymphonie" (Kiepenkerl) 6 oder "Schleich Dich" (Sperli) 7 enthalten einjährige Blumen, die bei Schnecken nicht auf der Hitliste stehen.

nach obenMassnahmen zur Abwehr

Dennoch ist nicht gewährleistet, dass sich nicht auch mal bei diesen Pflanzen eine Schnecke verirrt und an ihnen nascht − vor allem, wenn keine anderen Pflanzen vorhanden sind. Es lohnt sich daher, weiter auf Schnecken zu achten und bei Bedarf gegen sie vorzugehen. Hacken und Durchkrallen mit dem Kultivator erleichtert Nützlingen wie Igeln oder Laufkäfern den Zugriff zur Beute. So kommen auch Schneckeneier an die Oberfläche, die gern von Vögeln angesammelt werden.

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Schneckenkorn 5 ist inzwischen weit besser als sein Ruf. Viele Schneckenmittel enthalten den Wirkstoff Metaldehyd (z.B. das blaukörnige 'Schneckenfrei' von Compo, 'Protect Maxx' von Bayer Garten), das auch für Igel ungiftig zu Wasser und Kohlendioxyd zerfällt. Die Schnecken schleimen bei Feuchte ab, das Ergebnis ist deutlich sichtbar. Sie sollten bei Schneckenkorn dennoch auf die Dosierungsanleitung schauen und es vor Kindern und Hunden sicher aufbewahren.

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© Neudorff GmbH KG
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Sehr sicher ist Ferramol (Neudorff) 8. Es besitzt sogar die Zulassung im Bio-Gartenbau. Sein Wirkstoff Eisen III-Phosphat kommt als natürliche Verbindung im Boden vor. Hier ziehen sich die Schnecken zum Verenden unter Blättern zurück. Wichtig ist regelmäßiges Nachstreuen, niemals in Häufchen, sondern dünn und gleichmäßig verstreut.

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