Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Obst > Monilia am Steinobst
← vorheriger BeitragInteressante Obstneuheiten

Monilia am Steinobst

Moniliakrankheit
© Zeichnung: Margarete Griegel aus dem Buch 'Mein gesunder Obstgarten'
Moniliakrankheit

April 2017


nach obenSchaderreger und Schadbild

Unter der Moniliakrankheit des Steinobstes versteht man zwei Krankheitsbilder − Spitzendürre und Fruchtfäule, die von zwei nahe verwandten Pilzarten hervorgerufen werden. Die beiden Pilze infizieren Steinobst meistens gemeinsam, wobei der Spitzendürre mit Recht eine größere Bedeutung beigemessen wird. Sie tritt in erster Linie an Kirschen, Aprikosen und Mandelbäumen auf. Besonders stark leiden die Sauerkirschen, wobei die Sorte 'Schattenmorelle' die empfindlichste ist. Durch die Fruchtfäule werden, besonders in feuchten Jahren, Steinobst und Kernobst gleichermaßen gefährdet.

Nach der Blüte beginnen die Blütenbüschel und anschließend die ganzen Triebspitzen zu welken 3. Nach einigen Tagen werden sie dürr. Bei mehreren aufeinander folgenden Jahren mit feuchter Blüteperiode nimmt die Krankheit besonders an ungepflegten und ungeschützten Bäumen immer größere Ausmaße an. Sowohl Triebe als auch Früchte 4 fallen ihr zum Opfer. Bäume, die nicht geschützt werden, tragen im Laufe der Jahre immer schwächer und in extremen Fällen sterben sie in wenigen Jahren ab.

nach obenSo entwickelt sich die Krankheit

Der Pilz bzw. die Pilze überwintern in den im Vorjahr befallenen, auf dem Baum hängen gebliebenen, ausgetrockneten Blütenbüscheln, dürren Zweigabschnitten 5 und Fruchtmumien 6. Im Frühjahr, noch vor der Blüte, werden massenhaft Pilzsporen gebildet 1, die durch die Luftbewegung verbreitet werden und den ganzen Baum "verseuchen". Zur Infektion durch die Spitzendürre kommt es praktisch nur über die Blütenorgane. Bei feuchtem Wetter keimen die Pilzsporen auf der Blüte 2. Der Keimschlauch wächst durch den ganzen Blütenstiel, bis er den Zweig erreicht. Der Pilz wuchert in dem Trieb, wodurch der äußere Teil des Triebes dürr wird 3. Die Früchte werden durch Risse und andere Verletzungen infiziert. Sie verfaulen und fallen entweder ab oder schrumpfen und bleiben mumifiziert auf dem Baum hängen 6.

nach obenVorbeugen und bekämpfen

Die Sortenwahl unter Verzicht auf die sehr empfindlichen Sorten 'Schattenmorelle' und 'Morellenfeuer' ist bei Neupflanzung die vernünftigste Maßnahme. Eine aufgelockerte Baumkrone sorgt für schnelles Abtrocknen nach dem Regen, was Infektionen durch den Pilz erschwert. Alle Infektionsherde, wie befallene Triebe und Früchte, sollten regelmäßig entfernt werden. Spätestens der Winterschnitt ist zu nutzen, um alle ausgetrockneten Triebe bis ins gesunde Holz auszuschneiden und Fruchtmumien abzupflücken (blauer Balken).

Die Bedeutung dieser mechanischen Maßnahmen ist enorm, wenn alle Bäume in der Nachbarschaft mit genauso großer Sorgfalt kontrolliert und geschnitten werden. Da dies erfahrungsgemäß nicht immer optimal funktioniert, wodurch mit "Sporenzuflug" zu rechnen ist, müsste meistens doch zu chemischen Mitteln gegriffen werden. Da die Infektion durch Spitzendürre nur während der Blüte zustande kommen kann, sind vorbeugende Behandlungen nur während dieser Zeit wirksam. Wenn es während der Blüte feucht ist, sollten die empfindlichen Sorten zwei bis drei Mal (Anfang, Mitte und Ende der Blüte − je feuchter das Wetter, desto öfter) mit einem von folgenden Produkten behandelt werden: COMPO Duaxo Universal Pilz-frei, Bayer Garten Universal-Pilzfrei Baycor T, Bayer Garten Obst-Pilzfrei Teldor und Monizin Obst Pilz-Frei (Dr. Stähler) (der rote Balken). Obwohl die Mittel nicht bienengefährlich sind, sollte auch diese Maßnahme am besten abends durchgeführt werden. Bei so mechanisch und chemisch geschützten Bäumen hat erfahrungsgemäß auch die Fruchtfäule keine Bedeutung.

nach obenBuch-Tipp

Weitere Informationen zur Gesunderhaltung Ihrer Obst-Pflanzen finden Sie in dem Buch Mein gesunder Obstgarten: Großer Krankheits- und Schädlingskalender von Adalbert Griegel.

Adalbert Griegel
Mein gesunder Obstgarten: Großer Krankheits- und Schädlingskalender
232 Seiten
Preis: 19,90 Euro
ISBN: 3-930384-14-0
Verlag: Griegel

Erhältlich im Buchhandel oder bei Amazon.de.

← vorheriger BeitragInteressante Obstneuheiten
Gefurchter Dickmaulrüssler
Kleiner Käfer, großer Schaden: Der gefurchte Dickmaulrüssler
Weißfleckenkrankheit (Erdbeere)
Erdbeeren: Weiß- und Rotflecken­krankheit
Sternrußtau
Sternrußtau

Schlagworte dieser Seite:

Buch-Tipp, Kernobst, Krankheit, Moniliakrankheit, Pilze, Schadbild, Schaderreger, Schattenmorelle, Steinobst, Vorbeugen

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2017

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de