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Zeit für die Frühaussaaten!

© Stein

Februar 2017 Wer selber Pflanzen anziehen will, kann nun loslegen, denn Frühgemüse werden unter Glas schon im Februar gesät. Ganz abgesehen vom Spaß an der Pflanzenkinderstube lässt sich mit eigenen Jungpflanzen viel Geld einsparen. Je größer der Garten, desto mehr macht sich das bezahlt.


Bei Gemüse steht der Februar im Zeichen der Anzucht von Kräutern, Tomaten, Paprika und Auberginen auf der hellen, aber nicht prallsonnigen Fensterbank im Haus oder im geheizten Gewächshaus. Auch so manche frühe Möhre, Kohlrabi, Spinat oder Salate können draußen im Frühbeet oder im ungeheizten Gewächshaus schon vorgezogen werden. Mit Gurken und Kürbisgewächsen können Sie noch bis Anfang April warten. Das A und O für eine erfolgreiche Aussaat sind saubere Gefäße mit lockerer, keimfreier, nährstoffarmer Aussaaterde (z. B. von Neudorff, Compo, Floragard). Vorsicht bei üblicher Blumenerde: sie ist wegen zu starken Düngergehaltes nicht geeignet.

nach obenSäen mit Erfolg

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Es zahlt sich immer aus, bessere Sorten zu wählen. Für die geringen Mehrkosten wird man reich entschädigt durch höheren Ertrag, außerdem gibt es viel weniger Probleme. Moderne Sorten sind auf Widerstandsfähigkeit gezüchtet. Sie sind weniger anfällig gegen Krankheiten, oft sogar gänzlich resistent gegen Pilze und Bakterien. Wo immer möglich, wählen Sie Züchtungen aus, die mit Schädlingen besser fertig werden und leichter zu pflegen sind. Eine erfolgreiche Entwicklung sind z. B. Salatsorten, die nicht mehr von der Grünen Blattlaus (Nasonovia ribisnigri) befallen werden, wie z. B. die bewährten Kopfsalate 'Dynamite' oder 'Estelle'. Das je nach Rasse rotbraune, gelbe oder dunkelgrüne Insekt zeigt keine Neigung, die Salatblätter zu besiedeln, sich ins zarte Herz zu verkriechen oder auf andere Art dem Menschen den Salatgenuss zu verderben. Gentechnik ist dabei − wie bei allen hier genannten Sorten − nicht im Spiel. Vielmehr hat die Einkreuzung einer Salatwildart diesen lange gehegten Menschheitstraum möglich gemacht.

nach obenDas brauchen Sie

Wärmeliebende Gemüsearten wie Tomaten, Paprika, Auberginen, Melonen oder Gurken keimen am besten bei Zimmertemperatur. Daher zieht man sie in Töpfen oder Schalen auf der Fensterbank vor.

Neben den Samen brauchen Sie dafür eine flache Schale oder Töpfe und Aussaaterde. Das Gefäß kann eine spezielle Aussaatkiste sein. Es genügen aber auch einfache Pflanztöpfe, ein sauberer Quarkbecher oder ähnliches. Wichtig sind Löcher im Boden, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Empfehlenswert sind auch Quell­töpfe, die bei Zugabe von lauwarmem Wasser bald aufquellen. Man kann sie besäen und später mit durchgewurzeltem Ballen ohne weitere Störung auspflanzen.

Praktisch sind später außerdem eine Gießkanne mit feiner Brause sowie Pikierstäbchen aus Holz oder Kunststoff, kleine Töpfchen und gute Blumenerde zum Vereinzeln der Pflänzchen.

Bild 1: Zimmergewächshaus mit Abdeckhaube aus transparentem Kunststoff
© Romberg GmbH & Co. KG
Bild 1: Zimmergewächshaus mit Abdeckhaube aus transparentem Kunststoff
Zimmergewächshäuser (z. B. von Romberg) mit Abdeck­haube aus transparentem Kunststoff Bild 1 verhindern das Austrocknen bis zur Keimung und sorgen danach für ein feuchtes, günstiges Kleinklima. Mit Kunststofftöpfen verwendet man sie auch zur Weiterkultur vereinzelter Sämlinge. Falls nicht vorhanden, können Sie nach der Aussaat je eine Aussaatschale in einen Plastikbeutel schieben. Hier gilt: sofort nach dem Aufgang lüften, sonst faulen die Sämlinge!

nach obenSo lange dauert die Anzucht

GemüseAussaatPflanzungWochenErnte ab
Asia-SalateFebruarMitte März4 − 5Mi. April
ChinakohlMitte JuniEnde Juli4 − 5September
Eissalat, frühMitte FebruarAnf. April7Anf. Mai
GurkenAnf. AprilMitte Mai6 − 7Juli
KnollenfenchelMitte MärzEnde April6Juni
Kopfsalat, frühMitte Febr.Ende März5 − 6Ende April
KopfsalatAnf. AprilMitte Mai5Mitte Juni
PflücksalatEnde MärzAnf. Mai4 − 5Ende Mai
RadicchioMitte JuniMitte Juli4 − 5Ende Sept.
SchnittsalatFebruarDirektsaat4 − 5Ende März
SellerieMitte MärzMitte Mai8 − 9Ende Juli
TomatenEnde FebruarMitte Mai10 − 12Juli
PaprikaEnde FebruarMitte Mai12 − 14Juli
Weiß- u. RotkohlAnf. AprilAnf. Mai4 − 5Ende Juni

nach obenDie richtige ­Keim­temperatur

Beachten Sie die richtigen Keimtemperaturen, sie sind auf der Hinterseite der Samentüte vermerkt. Weniger als die Zimmertemperatur von 18 bis 20 Grad benötigen Salat (8 bis 15 Grad sind ideal) und Möhren.

Bei 18 bis 20 Grad keimen Tomaten, Kohlarten, Fenchel, Kräuter, Kürbis, Zucchini. Noch wärmebedürftiger sind Paprika und Auberginen (20 bis 22 Grad) sowie Gurken, bei denen ständig wenigstens 22, besser 24 bis 25 Grad, erreicht werden sollten.

Fensterbänke aus Stein können die Kälte von draußen ins Zimmer leiten. Dann hat der Samen Mühe zu keimen. Kontrollieren Sie diese regelmäßig mit einem Thermometer und sorgen Sie bei Bedarf mit einer untergelegten isolierenden Platte aus Holz oder Kork für Abhilfe. Notfalls wird der Platz gewechselt, etwa in die Nähe eines Heizkörpers.

nach obenAussaat in Töpfe oder Schalen

So wird gesät: Die Schale oder die Töpfe mit feuchter Erde füllen, leicht andrücken und den Samen darauf gleichmäßig und mit einigem Abstand verteilen. Mit einem Brettchen oder der Hand andrücken und danach in der zwei bis dreifachen Samendicke mit Erde bedecken. Sehr feiner Samen wie Sellerie und einige Kräuter werden nur angedrückt, mit feiner Brause angegossen und anschließend feucht gehalten.

Schon bald nach dem Aufgang benötigen die Sämlinge mehr Platz. Sie werden mit einem Hölzchen oder einem Pikierstab vorsichtig gelockert und mit eingekürzter Wurzel in etwas kräftiger gedüngte Erde umgesetzt (pikiert). In Schalen, Topfplatten oder Torftöpfen wachsen die Jungpflanzen an einer hellen, aber nicht prallsonnigen Stelle weiter.

zwei bis drei mal flüssig düngen, zuletzt kurz vor dem Auspflanzen eine Startdüngung geben, das erleichtert das Anwachsen. Um Rückschläge zu vermeiden, werden die Pflanzen durch ausgiebiges Lüften oder Herausstellen ins Freie an frischer Luft abgehärtet.

nach obenAussaat ins Frühbeet oder ins Gewächshaus

Für die Aussaat im Beet wird erst der Boden gelockert, etwas Kompost eingearbeitet und dann die Erde mit einem Rechen glattgezogen. Nun können Sie die Samen breitwürfig oder in Reihen aussäen. Eine Aussaat in Reihen hat den Vorteil, dass Sie auflaufendes Unkraut dazwischen besser hacken und den Boden lockern können.



Bild 2: Saatband von der Rolle
© Bruno Nebelung GmbH
Bild 2: Saatband von der Rolle
Gerade bei feinem Samen wie Möhren oder Salat fällt es oft schwer, das Saatgut richtig zu dosieren. Etwas mehr Kontrolle haben Sie, wenn Sie ein Stück Karton in der Mitte falten, den Samen darauf geben und durch leichtes Schütteln gleichmäßig darauf verteilen. Dann langsam in die vorbereitete Saatrille fallen lassen. Für Ungeübte empfiehlt sich die Aussaat mittels Saatscheibe, Saatteppichen oder Saatband Bild 2. Saatbänder von der Rolle für Möhren, Radieschen oder Salate gibt es jetzt neu von Kiepenkerl.

Bild 3
© Wolf-Garten
Bild 3: Wolf-Garten Särolle
Eine Särolle (z. B. von Wolf-Garten Bild 3) erleichtert die sparsame Aussaat in gleichmäßigen Reihen. Durch mehrere Einstellstufen eignet sie sich für nahezu alle Samengrößen.

Nach der Aussaat ist das Abdecken der Saat mit etwas Erde und kräftiges Angießen wichtig. Bis zum Auflaufen nie austrocknen lassen!

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Aubergine, Aussaat, Frühaussaat, Frühbeet, Gewächshaus, Gurke, Keim­temperatur, Kohlrabi, Mehrkosten, Melone, Möhre, Paprika, Pikierstäbchen, Spinat, Tomate, Zimmergewächshäuser

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