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Zitruspflanzen selbst vermehren

Zitrusfrüchte im Querschnitt
© Bernhard Voß/Wikipedia
Zitrusfrüchte im Querschnitt

Dezember 2016 Zitronen, Mandarinen oder Orangen ernten, das ist ein Traum, den sich jeder erfüllen kann. Zitrusgewächse gedeihen in einem warmen Gewächshaus oder im Wintergarten ohne Probleme auch in unseren Breitengraden. Durch Stecklingsvermehrung können Sie auch selbst Pflanzen ziehen.


Saftreiche Zitronen (Citrus lemon), süße Orangen (Citrus sinensis), die für tropische Cocktails wie Caipirinha gefragten Limetten (Citrus aurantifolia), die länglich-ovalen Mini­früchte der Kumquats (Fortunella × margerita) oder die flachrunden Mandarinen (Citrus deliciosa) machen besonders viel Spaß, denn die Kübelpflanzen aus dem Süden blühen mit vielen weißen Blüten, die herrlich jasminartig süß duften, mehrmals im Jahr. Blüten, unreife und zahlreiche reife Früchte schmücken die durchweg als Veredelung angebotenen immergrünen Pflanzen. Den Sommer verbringen sie gerne im Freien. Wer einen beheizten Wintergarten hat, kann davon sogar mitten im Winter ernten, ansonsten verteilt sich die Ernte übers ganze Jahr. Ziemlich leicht und mit guter Aussicht auf eigene Früchte sind Zitronen, Orangen und Limetten zu kultivieren.

Zitronen
© Stein
Zitronen

nach obenZitronen

Zitronen sind bestens für Anfänger geeignet. Ursprünglich kommen sie aus Südchina. Ihre duftenden, weißen Blüten erscheinen das ganze Jahr, ebenso tragen sie ganzjährig große, dekorative, saftreiche, sauer schmeckende Früchte, die sich gut im Haushalt verwenden lassen. Doch auch die wohlgeformten, dunkelgrünen Blätter sind eine Zierde. Die Pflanze gedeiht gut in Töpfen und Kübeln. Sie ist im Winter im Kalthaus oder Wintergarten gut aufgehoben. Den Sommer über kann sie gut auf der Terrasse oder dem Balkon verbringen und vermittelt dort mediterrane Atmosphäre.

Orangen
© Stein
Orangen

nach obenOrangen

Auch Orangen sind im Wintergarten nicht schwierig zu halten. Von der Blüte bis zur Ernte vergehen zehn bis zwölf Monate. Haben sich die Bäumchen um die Weihnachtszeit über und über mit weißen, herrlich duftenden Blüten bedeckt, dann entspricht dies ihrem natürlichen Rhythmus in den Mittelmeerländern. Werden sie nicht geerntet, hängen sie bis zum Frühling als dekorative Zierde am Baum. Dann verschiebt sich allerdings der nächste Fruchtansatz ebenfalls um drei bis vier Monate. Von der Apfelsine (Citrus sinensis) gibt es viele Sorten.

Besonders süß und mindestens so wohlschmeckend wie gekaufte Früchte aus dem Süden ist die Washington-Orange. Sie liebt viel Sonne und verbringt den Sommer gerne im Freien. Aufmerksame Pflege belohnt sie durch reichlichen Fruchtansatz. Wird das Bäumchen zu groß, kann man es durch mäßigen Rückschnitt vor dem Winter an den verfügbaren Platz anpassen.

nach obenFrostfrei überwintern

Alle genannten Zitrusgewächse vertragen keinen Frost und verbringen den Winter gerne kühl, gerade eben frostfrei und nahezu trocken ruhend in einem Gewächshaus oder im kühlen Wintergarten. Wer einen warmen Wintergarten besitzt, kann sie auch wie in den tropischen Ländern bei Zimmertemperaturen (15 bis 20 °C) durchkultivieren. Wenn die Pflanzen wachsen und Früchte tragen, brauchen sie allerdings im Glashaus auch viel Licht, genügend Feuchtigkeit und Dünger. Alle Zitrusgewächse benötigen einen vergießfesten, tonhaltigen, aber eher sauren Boden (ideal sind saurer Lehm oder käufliche Zitruserde). Gegen Staunässe sind alle Zitrusgewächse sehr empfindlich. Sie kann den Verlust der Pflanze zur Folge haben, grüne Blätter und Triebe welken dahin. Seien Sie daher vorsichtig mit Übertöpfen. Stellen Sie die Pflanzen vorbeugend auf Pflanzenroller und sorgen sie für einen funktionierenden Wasserabzug.

Mandarinen
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Mandarinen

nach obenMandarinen und Clementinen

Die Heimat der Mandarine (Citrus reticulata) ist in Südasien, auf den Philippinen. Das zierliche Bäumchen trägt mehrmals im Jahr viele stark duftende Blüten, die im Anschluss schmackhafte süße plattrunde samenreiche Früchte von etwa 6 bis 7 cm Durchmesser entstehen lassen. Sie sind ein dekorativer Schmuck, aber schmecken frisch geerntet auch herrlich süß.

Auch Clementinen (Citrus clementina) haben ihre Heimat ursprünglich in Südostasien. Die süß schmeckenden Clementinenfrüchte sind ohne Kerne und lassen sich leicht schälen. Die Pflanzen haben einen zierlichen, kompakten Wuchs und sind sehr ertragreich. Sie setzen viele kleine, stark duftende Blüten an.

Limetten
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Limetten

nach obenLimetten

Die Mexikanische Limette (Citrus aurantiifolia), oder auch Saure Limette oder Limone genannt, hat ihre Heimat in Malaysia. Sie ist ein kompakter, schwach wachsender Strauch, der sicher, reichlich und über viele Monate verteilt kleine grüne, dann gelblich abreifende Früchte trägt. Ihr spritziges, saures Aroma ist ideal für tropische Drinks. Leicht zu kultivieren.

nach obenTipp für besseren Fruchtansatz

Zitrusgewächse blühen mehrmals im Jahr. Zwar sind sie Selbstbefruchter, sie bestäuben sich selbst − theoretisch muss man dabei nichts tun. Dennoch hat es sich als sicherer erwiesen, selbst ein wenig Biene zu spielen. Entnehmen Sie daher frisch aufgeblühte Staubgefäße und bestäuben Sie damit noch jungfräuliche Nachbarblüten. Der Ansatz bessert sich insbesondere bei Pampelmusen und Orangen. Nicht verhindern lässt sich das Abwerfen überzähliger Früchte, denn die Pflanze kann niemals alle gleichzeitig ernähren.

nach obenSelbst vermehren: So geht´s

Von den herrlich duftenden Zitrusgewächsen kleine Nachwuchspflänzchen zu erhalten, ist nicht so schwer. Besonders leicht bewurzeln Zitronen, aber auch mit Limetten, Mandarinen und Orangen kann man einen Versuch wagen. Anzuchten aus Samen bergen dagegen das große Risiko, dass die Pflanzen erst sehr spät blühen und dann bittere Früchte ansetzen. Die in Töpfen erhältlichen Pflanzen sind deshalb mit großem Aufwand generell veredelt worden. Doch wie klappt die eigene vegetative Vermehrung?

Kopfsteckling schneiden
© Stein
Kopfsteckling schneiden
Man schneidet von ausgereiften Trieben Kopfstecklinge mit drei bis vier Blättern und bereitet eine Schale mit Vermehrungsgemisch aus einem Teil Sand und einem Teil Torf vor, feuchtet sie an, verdichtet sie und steckt die Stecklinge ein bis zwei Zentimeter tief hinein.

Steckling mit Bewurzelungshormon behandeln
© Stein
Steckling mit Bewurzelungshormon behandeln
Die Bewurzelung so schwieriger Pflanzen gelingt besser, wenn man die Schnittstellen in Bewurzelungshormone taucht, überschüssiges Pulver jedoch wieder abstreift. Hohe Luftfeuchte unter Folie, gleichmäßig feuchtes Substrat und Temperaturen um 20 bis 25 Grad lassen bald neue Wurzeln entstehen.

Getopfter Zitronensteckling
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Getopfter Zitronensteckling
Anschließend werden die Pflänzchen in Töpfe gesetzt und bei genügend Wärme in saurer Azaleen- oder Rhododendronerde weiter kultiviert. Wer über einen "grünen Daumen" verfügt, kann sich bereits nach ein bis zwei Jahren über eigene Zitronen freuen.

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Balkon, Caipirinha, Clementinen, Cocktails, Kumquat, Kübelpflanze, Limette, Mandarine, Orangen, Terrasse, Wintergarten, Zitrone, Zitruspflanze, vermehren

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