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Fitness-Tees für Obstgehölze

© Dorothea Baumjohann/gruene-kamera.de

Februar 2016 Vorbeugung ist besser als Heilung. Daher gilt es, möglichst gute Wachstumsbedingungen zu schaffen. So werden Bäume und Sträucher widerstandsfähiger gegen Schaderreger. Mit Pflanzenstärkungsmitteln machen Sie Pilzen, Läusen, Raupen & Co. das Leben noch schwerer.




Brühen, Tees, Kaltauszüge und Jauchen aus Pflanzen helfen anderen Pflanzen, sich besser gegen den Befall mit Schaderregern wappnen zu können.

nach obenWas die Natur kann

Ein Tee aus Kamille lindert Bauchweh. So ähnlich verhält es sich mit Pflanzenextrakten: Die Inhaltsstoffe werden in Wasser aus Blättern und Blüten ausgezogen. Sie wirken auf unterschiedliche Weise.

Kieselsäure, die in Ackerschachtelhalm sehr reich enthalten ist, stärkt die Zellwände. Das Gewebe wird fester. So können Schaderreger gar nicht erst eindringen. Ähnlich wirken die Gerbstoffe und Vitamine aus Beinwellblättern. Holunder enthält ätherische Öle, die mögliche Angreifer abschrecken. Die schwefelhaltigen Senföle des Meerrettichs hemmen das Wachstum von Pilzen. Die ätherischen Öle der Rainfarnblüten und -blätter wirken Bakterien und Pilzen entgegen.

nach obenDie Zubereitung

Um die Inhaltsstoffe zu extrahieren, gehen Sie ganz ähnlich vor wie bei "Menschentee" bzw "-brühen": Sie gießen die Pflanzenteile mit Wasser auf. Sauberes Regen- oder Bachwasser eignet sich dafür am besten. Verwenden Sie zum Ansetzen möglichst ein Gefäß aus Holz oder Steingut. Für das Ausziehen der Inhaltsstoffe gibt es vier Möglichkeiten.

  • Tee: Zerkleinerte frische oder getrockenete Pflanzenteile mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen, abseien und abgekühlt verwenden.
  • Brühe: Die Pflanzenteile weichen erst 24 Stunden in Wasser ein und werden dann eine halbe Stunde gekocht.
  • Kaltwasserauszug: Hierbei ziehen die Pflanzenteile 24 Stunden bis drei Tage im Wasser aus, bis man sie abseiht und gut auspresst.
  • Jauche: Die Pflanzenteile werden in Wasser vergoren. Decken Sie das Gefäß zur Abwehr von Insekten mit einem Tuch ab. Täglich umrühren. Die Jauche ist fertig, sobald sich kein Schaum mehr bildet.

Ackerschachtelhalm zurechtschneiden.
© Dorothea Baumjohann/gruene-kamera.de
Ackerschachtelhalm zurechtschneiden.
Mit Wasser versetzen und nach dem Umrühren in einen Kochtopf schütten zum Aufkochen.
© Dorothea Baumjohann/gruene-kamera.de
Mit Wasser versetzen und nach dem Umrühren in einen Kochtopf schütten zum Aufkochen.

nach obenFür den Obstgarten

So groß die Vielfalt der Arten mit wirksamen Inhaltsstoffen, so groß ist die Bandbreite ihrer Verwendung. Die folgenden Beispiele können Ihnen im Obstgarten hilfreich sein.

Die Moniliakrankheit bewirkt zum einen die Spitzendürre bei Sauerkirschen, zum anderen die Fruchtfäule bei Kern- und Steinobst, wo der pilzliche Erreger kreisförmig angeordnete Sporenlager bildet. Gegen die Spitzendürre spritzen Sie Tee (500 g frische Blätter/ 1 l Wasser) 1:1 verdünnt im Frühling zur Blütezeit; gegen Fruchtfäule im Spätsommer.

Obstbaumspinnmilben treten besonders bei trocken-heißer Witterung auf. Beinwelljauche (1 kg frische Blätter/10 l Wasser), 1:20 verdünnt gespritzt macht ihnen den Garaus und stärkt obendrein gegen Schorf- und Mehltaupilze.

Gegen Pilzkrankheiten, wie Schorf, Mehltau und Säulenrost, stärken Sie Ihre Pflanzen mit Ackerschachtelhalmbrühe sowie Holunderjauche (wie Beinwelljauche handhaben). Dafür zum Blattaustrieb mehrmals im 14tägigen Abstand spritzen. Zudem wehrt Holunder Schädlinge wie Apfelwickler ab. Dafür behandeln Sie die Bäume im Mai/Juni.

Zum Schutz vor Erdbeer- und Brombeermilben spritzen Sie im Herbst vorbeugend mit unverdünnter Rainfarnbrühe. Dafür sammeln Sie das blühende Kraut im Spätsommer. Ein Tee (30 g/1 l Wasser) hilft unverdünnt ebenso, außerdem gegen am Baum überwinternde Schädlinge. Dafür spritzen Sie mehrfach im Herbst, Winter und im zeitigen Frühling.

Krankheiten/Schädlinge

Säulenrost bei Johannisbeere
© Botaurus/Wikipedia
Säulenrost bei Johannisbeere
Apfelwickler
© gewa/Pixabay
Apfelwickler
Schorf
© Rasbak/Wikipedia
Schorf
Monilia
© Mnolf/Wikipedia
Monilia

nach obenDie Grenzen

Pflanzenstärkungsmittel können ihre Wirkung nicht immer optimal entfalten. Sie machen gesunde Pflanzen widerstandsfähiger, bei schwachen reichen sie meist nicht aus. Ebenso bei widrigem Wetter oder sehr starkem Befallsdruck, d. h. wenn die Schaderreger sehr zahlreich sind und sie günstige Bedingungen haben. Bei uns ist es ähnlich: Ein angeschlagenes Immunsystem kommt gegen eine Erkältung nicht an. Es vorbeugend zu stärken, ist einen Versuch dennoch wert!

Pflanzen für Stärkungsmittel

Meerrettich
© Jamain/Wikipedia
Meerrettich
Beinwell
© nanseaj/Pixabay
Beinwell
Holunder
© berggeist007/PIXELIO
Holunder
Rainfarn
© MurielBendel/Wikipedia
Rainfarn

nach obenWeiterführende Tipps



Eine Sammlung an bewährten Rezepten finden Sie im Büchlein "Pflanzensaft gibt Pflanzen Kraft", Abtei Fulda, Tel. 0661/9024531, www.abtei-fulda.de, 4,80 Euro.

Getrocknete Pflanzenteile und Mischungen gibt es bei Schacht's Kräutergarten, www.schacht.de

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Brombeermilben, Brühen, Buch-Tipp, Dünger, Jauchen, Kaltauszüge, Mehltau, Moniliakrankheit, Obstbaumspinnmilbe, Pflanzenstärkungsmittel, Pilzkrankheit, Schorf, Säulenrost, Tees

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