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Und der Rasen blüht auf!

Winterling
© Annamartha/PIXELIO
Winterling

Februar 2016 Nach schneereichen Wintern erscheint es wie ein Wunder: Bei Tauwetter durchbrechen Winterling, Krokus & Co. die weiße Decke! Bald darauf machen ihre leuchtenden Blüten müde Seelen munter. Die Pflanzenzwerge eignen sich prima für den Rasen: Bis der gemäht werden muss, sind sie (fast) wieder abgetaucht.


Wie schaffen es Schneeglöckchen bloß, Blätter und Knospen durch eine Schneedecke zu erheben? Franzosen zollen ihnen deshalb Respekt, indem sie sie "pierce neige" nennen: Schneedurchstecher. Oft hört oder liest man, die Zwiebelpflänzchen erzeugten Biowärme und schmölzen damit den Schnee um sich herum. Wäre das so, besäßen auch Winterlinge (Bild rechts) und weitere Arten diese Fähigkeit wie das Foto oben rechts beweist.

Eine wissenschaftliche Bestätigung findet diese Annahme (bislang) nicht. Es ist wahrscheinlicher, dass das Blattgrün die Wärme der Sonnenstrahlen aufnimmt, statt sie selbst zu produzieren. Wie auch immer: Die punktuelle Schneeschmelze wirkt sich vorteilhaft auf die Gewächse aus. Zum einen vergrößert sie den dunklen Fleck, so dass noch mehr Wärme aufgenommen wird. Zum anderen fließt das Schmelzwasser direkt zu den Wurzeln.

Schneeglöckchen
© Gellinger/Pixabay
Schneeglöckchen
Krokuss
© Hans/Pixabay
Krokuss

nach obenFrühaufblüher

Manche mögen sich noch eine zweite Frage stellen: Warum blühen Schneeglöckchen (links), Krokuss (rechts) und Winterling eigentlich so früh im Jahr? Die Antwort enthüllt noch ein kleines Wunder der Natur. Sie hat es so eingerichtet, dass die Blüten so lange geschlossen bleiben, bis wärmende Sonnenstrahlen darauf treffen.

Hummelkönigin
© arisea66/Pixabay
Hummelkönigin
Dann kommen nämlich Hummelköniginnen (Bild rechts) und, wenn das Thermometer noch ein paar weitere Grad zeigt, Honigbienen auf "Betriebstemperatur". So bleiben Pollen und Nektar sicher eingepackt und geschützt, bis die Bestäuberinsekten auch wirklich unterwegs sind.

nach obenIm Rasen ansiedeln

Natürlich kommen die Zwiebeln und Knollen der (Vor-)Frühlingsblüher erst im Herbst in die Erde. Aber jetzt können Sie die besten Plätze dafür ausmachen. Achten Sie beim Blick aus dem Fenster einmal darauf, an welchen Stellen auf den Rasenflächen der Schnee am schnellsten und zu allerletzt wegtaut. Logisch: Im ersten Fall kitzelt die Spätwintersonne die Zwiebelblumen am frühesten aus dem Rasen. Am kühlsten Platz lassen sie sich später blicken. Pflanzen Sie die Zwiebeln und Knollen an beide Plätze, verlängern Sie für sich das Vergnügen der Blütezeit!

nach obenEin guter Start

Wenn Vorfrühlingsblüher sich ihren Standort selber aussuchen können, lassen sie sich in der Nachbarschaft von laubabwerfenden Gehölzen nieder. Im zeitigen Frühling fällt die Sonne ungehindert durch die Zweige auf die Erde und lockt die kleinen Pflanzen ans Licht. Bis sich die Blätter der Gehölze entfalten und Schatten werfen, sind sie mit der Blüte längst durch.

Blausternchen
© Hans/Pixabay
Blausternchen
Im Rasen dagegen besteht Konkurrenz durch Gräser. Wer möchte, dass sich die Blütenteppiche mit der Zeit immer weiter ausbreiten, muss es den Zwiebel- und Knollengewächsen also so angenehm wie möglich machen. Am meisten Erfolg versprechen nicht zu sonnige Standorte mit durchlässigen und leicht feuchten Böden. Darauf sind ganz besonders Winterlinge angewiesen. Schneeglöckchen, Krokusse und Blausternchen (rechts) geben sich anpassungsfähiger, ebenso wie die etwas späteren Märzenbecher (unten links) und Narzissen (unten rechts). Bei letzteren eignen sich vor allem wildhafte Arten und Sorten wie Alpenveilchenund Trompeten-Narzissen.

Märzenbecher
© Hans/Pixabay
Märzenbecher
Narzissen-Tuffs
© w3work/Pixabay
Narzissen-Tuffs

nach obenDer Natur-Effekt

Zwiebel- und Knollenpflanzen vermehren sich über Brutzwiebeln bzw. -knollen. Dabei bilden sich immer dichtere Tuffs. Richtig vom Fleck kommen sie nur über Samen. Viele Arten setzen dafür auf Ameisen. Das Samenkorn kommt mit einem nährstoffreichen Anhängsel. Darauf sind die Sechsbeiner scharf und tragen den Samen fort. Unterwegs oder im Nest futtern sie das Anhängsel auf, das Korn bleibt liegen bzw. wird wieder aus dem Nest geschafft.

Damit es so aussieht, als hätten Ameisen die Frühblüher "gepflanzt", bedienen Sie sich eines alten Gärtnertricks: Lassen Sie ein Dutzend Zwiebeln bzw. Knollen locker aus der Hand auf den Boden fallen. Anschließend setzen Sie jede dort ein, wo sie zu liegen kam. Das sieht schön natürlich aus.

Für die Pflanzung selbst heben Sie im Herbst ein Stück Grasnarbe plus etwa zwei bis drei Zwiebelhoch Erde heraus. Das klappt ganz gut mit einem Blumenzwiebelpflanzer. Die Erde im Loch noch ein wenig lockern und etwas organischen Zwiebelblumendünger untermischen. Bei schweren Böden hat es sich bewährt, sie mit etwas Sand aufzulockern. Dann die Zwiebel mit der Spitze nach oben gut auf den Untergrund drücken und die Grasnarbe wieder einsetzen.

nach obenGeduld haben ...

... oder viele Zwiebeln pflanzen: Sie haben die Wahl. Bis Sämlinge ihre erste Blüte bilden, vergehen nämlich einige Jahre. Auch nach der Blüte brauchen Sie etwas Toleranz: Das vergilbende Laub sieht nicht schön aus. Trotzdem dürfen Sie es nicht einfach wegmähen: Die Pflanzenzwerge brauchen sämtliche Reservestoffe, um Kraft für die Blüte im Folgejahr hervorzubringen. Erst, wenn das Laub ganz trocken ist, darf es weg.

Sehr dichte Schneeglöckchen- oder Narzissen-Tuffs (oben rechts) können mit der Zeit blühfaul werden. Dann graben Sie die Zwiebeln direkt nach der Blüte aus. Nehmen Sie die Tochterzwiebeln ab und pflanzen Sie alles neu wieder ein.

Wilde Krokusse im Husumer Schlossgarten.
Wenn Blumenzwiebeln wild werden
Farbkleckse
Stern-Magnolie
Zwiebelblumen: Partnerschaft mit anderen Frühlingsgehölzen

Schlagworte dieser Seite:

Blausternchen, Frühaufblüher, Hummelköniginnen, Knolle, Knollengewächs, Krokus, Märzenbecher, Narzisse, Schneeglöckchen, Winterling, Zwiebeln

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