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Kräuselkrankheit

Februar 2016 Bei der Kräuselkrankheit handelt es sich um die bekannteste Pilzkrankheit der Pfirsiche, wobei die großen, gelbfleischigen Sorten, wie z. B. 'Dixired', 'Marygold' oder 'Redhaven', besonders anfällig sind. Auch Nektarinen und Mandelbäume können infiziert werden.


Kräuselkrankheit
© Zeichnung: Margarete Griegel aus dem Buch "Mein gesunder Obstgarten"
Kräuselkrankheit

nach obenSchaderreger und Schadbild

Bald nach dem Austrieb kräuseln sich die Blätter. Die vom Pilz durchwucherten Teile des Blattgewebes verdicken und verfärben sich je nach Sorte weißlich grün oder karminrot 2. Befallene Blätter werden immer dunkler, anschließend sterben sie ab und werden schon im Frühsommer vom Baum abgestoßen 4. Durch Neuaustrieb der Blätter 5 erholt sich der Baum zwar etwas, die Bildung von Blütenknospen für das nächste Jahr wird aber stark reduziert. Auch der Ertrag des Befallsjahres wird stark in Mitleidenschaft gezogen, da die durch Blattverlust geschwächten Bäume die Früchte nicht ernähren können. Die durch den Neuaustrieb der Blätter nicht abgeschlossene Holzreife kann bei strengen Wintern zu Frostschäden führen. Starke Gummiflussbildung ist das nächste typische Merkmal der Krankheit.

Bei starken, aufeinander folgenden Erkrankungen kann der Baum nach einigen Jahren total absterben.

nach obenKrankheitsentwicklung

Der Pilz überwintert auf den Trieben und an bzw. zwischen den Knospenschuppen. Im Frühjahr, vor dem Knospenaufbruch, zerfallen die überwinterten Pilzorgane in zahlreiche winzige Sprosszellen, die bei Regen zwischen die eben austreibenden jungen Blättchen gespült werden 1. Regnerisches Wetter in dieser Zeit fördert also die Infektion stark. Nur in dieser jungen Wachstumsphase sind die Blätter für eine Infektion der keimenden Sprosszellen des Pilzes empfindlich. Nach dem Keimen (Infektion) wuchert der Pilz im Blattgewebe, was zu kräuselartigen Deformationen der Blätter bzw. ihrer Teile führt 2. Etwa Ende Mai/Anfang Juni ist auf den Oberseiten der gekräuselten Blattpartien weißer, plüschartiger Flaum zu sehen. Aus diesen aus den Blättern ausbrechenden Pilzsporenlagern werden Sporen ausgeschleudert 3, die für die Verbreitung der Krankheit auf neue Äste und Bäume sorgen. Die Sporen keimen auf der Rinde, was aber keine Schäden verursacht. Ein Teil der Pilzorgane überwintert auf den Trieben und an bzw. zwischen den Knospenschuppen 6.

nach obenVorbeugen und Bekämpfen

Bei einer Neubepflanzung sollten weniger empfindliche Sorten, wie 'Benedicte', 'Revita', 'Alexander', 'Amsden', 'Kernechter vom Vorgebirge', 'Pilot' bevorzugt werden.

Ausgewogene Düngung stärkt allgemein die Bäume und hilft ihnen, die durch Blattverlust verursachte Schwächung zumindest teilweise auszugleichen.

Die frühzeitige Beseitigung befallener Blätter bis Mitte Mai reduziert das Infektionspotenzial durch die im Mai/Juni entstehenden Pilzsporen und fördert einen früheren Neuaustrieb der Blätter.

Die Krankheit kann nur vorbeugend, und zwar nur in einer kurzen Zeitperiode, bekämpft werden (der rote Balken). Die gefährdeten Bäume sollten beim Schwellen der noch geschlossenen Knospen mit COMPO Duaxo Universal Pilzfrei sorgfältig behandelt werden.

In manchen Jahren beginnt das Knospenschwellen sehr früh, z. B. schon im Januar. Wenn sich der Austrieb auf Grund der darauf folgenden Kälte verzögern sollte, ist erneute Behandlung nach zwei bis drei Wochen (noch vor dem "Mausohrstadium") und eventuell die dritte zum Beginn des Austriebes ratsam.

nach obenBuch-Tipp

Weitere Informationen zur Gesunderhaltung Ihrer Obst-Pflanzen finden Sie in dem Buch Mein gesunder Obstgarten: Großer Krankheits- und Schädlingskalender von Adalbert Griegel.

Adalbert Griegel
Mein gesunder Obstgarten: Großer Krankheits- und Schädlingskalender
232 Seiten
Preis: 19,90 Euro
ISBN: 3-930384-14-0
Verlag: Griegel

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Buch-Tipp, Frostschäden, Krankheitsentwicklung, Schadbild Kräuselkrankheit, Schaderreger

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