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Zimmerpflanzen richtig pflegen

Dezember 2015 Je ungemütlicher das Wetter im Freien, desto mehr kann man die Pracht der schönen Topfpflanzen im warmen Zimmer genießen. Damit die Pracht lange erhalten bleibt, brauchen die Pflanzen gute pflege. Dabei sind ihre Ansprüche sehr unterschiedlich.


Für Blattpflanzen wie die immergrünen Birkenfeigen (Ficus benjamina), für Efeutute (Epipremnum), Wunderbaum (Codiaeum), Baumfreund (Philodendron), Fensterblatt (Monstera) oder Palmen spielt die Jahreszeit keine große Rolle. Doch weil in ihrer natürlichen Heimat jetzt Sommer ist, legen Usambaraveilchen, Orchideen und Flamingoblumen (Anthurium) erst richtig los. Sie brauchen dazu genügend Licht. Ein heller Standort auf der Fensterbank ist daher wichtig, damit nicht aus Lichtmangel gelbe Blätter rieseln oder schon angesetzte Knospen vertrocknen. Stehen die Pflanzen zu dunkel, lohnt sich auch die Anschaffung einer stromsparenden Pflanzenleuchte.

Tropenpflanzen sind für hohe Luftfeuchte besonders dankbar. Deshalb dürfen sie nicht direkt über der Heizung stehen. Wöchentliches Abduschen mit feiner Brause und das tägliche Besprühen der Blätter und Luftwurzeln mit Regen- oder entkalktem Wasser bekommt vor allem den Baumbewohnern wie Orchideen und Ananasgewächsen (Bromelien) gut.

Weniger Arbeit macht das Verdampfen von Wasser in ihrer unmittelbaren Umgebung. Dafür füllt man eine größere Schale mit einer 5 cm hohen Schicht Seramis oder Lecatonkügelchen, gibt Wasser hinzu und arrangiert die Pflanzen obendrauf. Nachfüllen nicht vergessen! Ungeeignet sind dagegen normale Erde oder Torf, denn hier würden sich bald Trauermücken, Asseln und Schnecken ansiedeln − das ist nicht sehr hygienisch.

nach obenRichtig giessen

Die meisten Pflanzen vertrocknen nicht. Braune, verfaulte Wurzeln deuten darauf hin, dass sie zu häufig gegossen wurden. Wer ab und zu den Ballen kontrolliert, bekommt schnell ein Gefühl für das richtige Maß. Geben Sie als Drainage etwas Seramis in Übertöpfe, dann stehen die Pflanzen nicht sofort im Nass. Wasser, das sich in Übertöpfen sammelt, muss spätestens nach einer halben Stunde abgegossen werden. Ausgetrocknete Töpfe saugen sich durch gründliches Tauchen in einem Eimer wieder voll. Für viele Zimmer, Büroräume und Wintergärten sind auch Pflanzen in Hydrokultur die optimale Lösung.

Alpenveilchen
© Stein
Alpenveilchen
Besonders empfindlich für Gießfehler sind Zimmerpflanzen aus nördlichen Breiten wie Efeu, Farne, Alpenveilchen (Bild rechts), Azaleen, Kamelien, Primeln, Myrten oder Clivien. Veranden, Kaltwintergärten oder sparsam beheizte Räume mit Schlafzimmertemperaturen um zehn bis fünzehn Grad sind für diese Gewächse gerade richtig. Im Wohnzimmer vergehen sie schnell oder werfen die Knospen ab. Die meiste Freude an Zimmerpflanzen hat deshalb derjenige, der die passende Auswahl trifft.

nach obenSpezielle Pflegetipps

Alpenveilchen


Schon seit Großmutters Zeiten zählen die herrlich duftenden Energiesparer zu den beliebtesten Zimmerpflanzen für kühle Räume und für Nordfenster. Sie sind von Herbst bis zum zeitigen Frühling im Angebot. Damit die Knospen nicht verfaulen, gießt man Alpenveilchen (siehe Bild) am besten von unten. Wird das Wasser im Untersetzer nicht vollständig aufgesogen, gießt man den Rest nach einer halben Stunde weg.

Alpenveilchen (Cyclamen persicum) sind Schattenliebhaber, bei voller Sonne welken sie schnell. Die Knollenpflanzen können jahrelang Freude bereiten.

Tipp: Lassen Sie sich beim Kauf die Wurzeln zeigen (austopfen!). Sie müssen weiß sein, braune deuten auf Gießfehler oder Pilzkrankheiten hin. Und werfen Sie einen Blick auf die nachwachsenden Knospen unter dem Blätterdach. Rücken nur noch wenige nach, ist die Blüte schon bald zu Ende.

Verschiedene Topfpflanzen: Azaleen (links unten, rosa), Flamingoblumen (oben, rot), Alpenveilchen unten Mitte, rot), Weihnachtsstern (Mitte, rot)
© Stein
Verschiedene Topfpflanzen: Azaleen (links unten, rosa), Flamingoblumen (oben, rot), Alpenveilchen unten Mitte, rot), Weihnachtsstern (Mitte, rot)

Azaleen


Die asiatischen Verwandten des Alpen-Almrauschs blühen von November bis April am hellen, nicht prallsonnigen Fensterbrett.

Wie Alpenveilchen oder Kamelien entfalten sie die volle Schönheit ihrer zarten Blüten nur bei kühlen Temperaturen um 10 bis 15 °C, also im Kaltwintergarten, in schwach beheizten Räumen oder im Treppenhaus. Bringt man sie ins warme Wohnzimmer, riskiert man eine allzu kurze Blütezeit und schnelles Austrocknen der dicht durchwurzelten Ballen. Gerade dies darf nicht passieren, sonst werden Knospen und Blüten abgeworfen.

Azaleen (im Bild rechts) (Rhododendron simsii-Hybriden) sind daher nicht einfach in der Pflege: sie möchten gleichmäßig feucht stehen, aber auch nicht nass. Geben Sie Wasser mit schwacher Düngerlösung in die Untersetzer und schütten Sie nicht aufgesogenes Wasser bald wieder ab. Als Moorbeetpflanzen vertragen Azaleen keinen Kalk, deshalb nur mit weichem Wasser gießen. Topft man nach der Blüte in etwas größere Gefäße um, benötigt man eine spezielle, kalkarme Azaleen- oder Rhododendronerde.

Flamingoblume
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Flamingoblume

Flamingoblume


Die südamerikanische Regenwald-Bewohnerin hat einen interessanten Blütenstand: Was sich auffällig in roten, rosa, weißen (Bild rechts) oder mit exotischen gezeichneten Farben als vermeintliche Blüte präsentiert, sind gefärbte Hochblätter. Die unscheinbaren, gelblichweißen Blüten des Aronstabgewächses sitzen dicht an dicht an einem langen Kolben. Flamingoblumen (Anthurium-Hybriden) lieben die Wärme und passen deshalb gut in geheizte Wohnungen, an einen hellen Standort, aber nicht in die pralle Sonne. Sie brauchen weiches, kalkarmes Wasser und gleichmäßige Feuchtigkeit. Also keine stauende Nässe und nie ganz austrocknen lassen, sonst bekommen die schön geformten Blätter hässliche, eingetrocknete Blattränder und Schädlinge wie Schildläuse, Blattläuse oder Spinnmilben siedeln sich an.

Tipp: Alle zwei Wochen erhalten Flamingoblumen von März bis Oktober eine schwache Düngerlösung (z. B. Guano).

Usambaraveilchen
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Usambaraveilchen

Usambaraveilchen


Das in den schattigen Bergwäldern des afrikanischen Ruanda-Burundi beheimatete Gesneriengewächs (Saintpaulia ionantha) ist mit der Gloxinie eng verwandt. Wie bei dieser sind die weichen, fleischigen Blätter samtig behaart. Zimmerwärme um 20 bis 25 °C und ein halbschattiger Platz in jeder Himmelsrichtung und Dünger im Gießwasser alle drei bis vier Wochen entsprechen den Bedürfnissen, so dass die Pflanzen rund ums Jahr unentwegt blühen können.

Wenn sie sich erschöpfen, liegt das meist nicht an fehlender Düngung oder schlechter Pflege − im Gegenteil. Sie haben nur zu viele Blätter gebildet und brauchen dringend eine Teilung und damit eine Verjüngungskur.

Usambaraveilchen (Bild rechts) vertragen keine stauende Nässe. Brauchen sie dringend Wasser, zeigen sie es durch schlaffe Blätter an. Doch so weit muss es nicht kommen.

Tipp: Immer mit angewärmtem Wasser gießen. Auf einen Schock mit kaltem Wasser reagieren die Blätter mit sichelförmigen weißen Blattflecken, die leider für immer bleiben.

Weihnachtsstern
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Weihnachtsstern

Weihnachtsstern


In seiner mexikanischen Heimat kann der Weihnachtsstern (Bild rechts) (Euphorbia pulcherrima) zwei bis drei Meter hoch werden. Neben den klassisch roten bereichern mittlerweile auch weiße, rosa, gelbliche und dekorativ gefleckte Züchtungen das Angebot. Die Farbenpracht kommt von dekorativen Hochblättern. Die eigentlichen gelben Blüten an der Spitze der Pflanze sehen eher unscheinbar aus.

Nur bei kurzer Tageslänge (unter acht Stunden Licht) färben sich die Blätter aus. Durch Verdunkelung können Gärtner deshalb die Pflanzen zu jeder Jahreszeit produzieren. Weil die Blätter im lichtreichen Sommer vergrünen, werden Weihnachtssterne selten weiter kultiviert und meistens als Wegwerfpflanzen behandelt. Dennoch kann man an ihnen wochenlang Freude haben. Stellen Sie die Pflanzen an ein helles Fenster, denn bei Lichtmangel lassen sie bald die Blätter fallen. Der Ballen darf nie austrocknen − immer gleichmäßige Feuchtigkeit ist wichtig. Ebenfalls genügend Wärme, denn die Tropenpflanzen vertragen weder Zugluft noch Kälte. Die Mindesttemperatur sollte etwa 16 °C betragen.

Tipp: Kaufen Sie bei Niedrigtemperaturen keine Ware im Straßenhandel und vermeiden Sie den Transport im kalten Kofferraum, sonst sind die Pflanzen schon gleich geschädigt.

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