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Alles Gute kommt von oben

Obstpflücker von Gardena
© Gardena
Obstpflücker von Gardena

Oktober 2015 Bei Äpfeln und Birnen gilt: Wenn sie nicht in der Saftpresse oder im Mus, sondern im Lager landen sollen, müssen die Früchte schön sorgsam von Hand gepflückt werden. Und das obendrein zum richtigen Zeitpunkt. So machen's die Profis!


Sicher haben Sie im Zusammenhang mit Kernobst schon einmal etwas von "Pflückreife" und "Genussreife" gehört. Die Pflückreife liegt zwischen August und Oktober. Während Früh- und Herbstsorten direkt genussreif sind, brauchen die späten Wintersorten eine Lagerzeit zum Nachreifen. Das macht sie allerdings auch besonders haltbar.

Bild 7: Pflückreife Birnen
© Narya/Pixabay
Bild 7: Pflückreife Birnen
Bild 1: Apfelsorte 'Sirius'
© Artevos
Bild 1: Apfelsorte 'Sirius'
Bild 2: Apfelsorte 'Ariwa'
© Artevos
Bild 2: Apfelsorte 'Ariwa'

nach obenDas ist Pflückreif!

Die Pflückreife von Äpfeln und Birnen Bild 7 ermitteln Sie zunächst anhand des Farbwechsels: Nimmt die unreif grüne Schale die sortentypische Färbung an, ist es soweit. 'Sirius' Bild 1, eine allergenarme, bis April lagerfähige Neuzüchtung färbt sich zur Reife im September/Oktober grüngelb bis gelb und kann direkt vom Baum gegessen werden. Bei 'Ariwa' Bild 2, die wie 'Sirius' 'Golden Delicious' Bild 1; im Pflanzenblut hat, überzieht sich die grüngelbe Schale mit einem orangeroten Marmor- oder Streifenmuster. Diese ebenfalls für den Hausgarten empfehlenswerte, robuste Züchtung möchte Mitte/Ende September vom Baum und braucht ein, zwei Wochen, bis sie ihren besten Geschmack entwickelt. Bis Dezember lässt sie sich lagern. Bei der unkomplizierten, bis Januar lagerfähigen, säuerlich-süßen Sorte 'Mars' Bild 3 warten Sie mit dem Pflücken bis Anfang Oktober, wenn die grüngelbe Grundfarbe unter der dunkelroten Deckfarbe verschwindet. Mehr zu diesen Sorten unter www.artevos.de. Beim zweiten Kriterium für die Pflückreife zeigt Ihnen der Baum, ob Zeit für die Ernte ist: Er bildet eine Sollbruchstelle im Stiel. Nehmen Sie einen Apfel bzw. eine Birne in die Hand und drehen Bild 4 Sie die Frucht etwas nach oben. Auf keinen Fall ziehen, denn wenn der Stiel abreißt, hinterlässt er eine Verletzung, die den Weg für Fäulnispilze freimacht! Löst sich der Stiel leicht vom Baum, starten Sie einen letzten Reifetest: Schneiden Sie die Frucht durch. Sind die Kerne im Inneren dunkelbraun, kann es losgehen mit der Ernte.

Bild 3: Apfelsorte 'Mars'
© Artevos
Bild 3: Apfelsorte 'Mars'
Bild 4: Apfel mit Hand abdrehen
© Sylvie Bouchard/123rf.com
Bild 4: Apfel mit Hand abdrehen

Bild 5: Erntekorb
© V. J. Matthew/123rf.com
Bild 5: Erntekorb
Bild 8
© condesign/Pixabay
Bild 8

nach obenVom AST in den Korb

Sollen die Früchte länger lagern, dürfen sie keine Verletzungen oder Druckstellen bekommen. Also: von Hand pflücken und behutsam in den Erntekorb Bild 5 legen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, polstert die Körbe etwas aus. Bei großen Bäumen geht die Handpflücke nicht ohne Hilfsmittel. Hängen die Früchte an einem Ast, der mit der Leiter nicht oder nur schwer erreichbar ist Bild 8, verwenden Sie einen Obstpflücker (Foto oben, Gardena). Das ist zwar ein höherer Aufwand, weil damit mehr als ein Handgriff vom Ast in den Korb nötig ist. Andererseits bewahren die praktischen Geräte vor folgenschweren Abstürzen von der Leiter. Die kommen zur Erntezeit gehäuft vor, wie eine Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie bestätigt. Wer nicht auf die Leiter verzichten möchte, dem wird geraten

  • nur bei einem stabilem Kreislauf (falls nötig, erst in Schwung bringen) sowie mit festem Schuhwerk auf Leitern zu steigen.
  • intakte Klappleitern zu verwenden, diese wackelfrei aufzustellen und von einer zweiten Person sichern zu lassen.
  • sich mit einer Hand stets an der Leiter festzuhalten und den Sammelkorb besser mit einem Haken an der Leiter oder einem Ast zu befestigen.
  • die Leiter umzustellen, um entfernt hängendes Obst zu pflücken, statt den Oberkörper weit von der Leiter wegzuragen.

Bild 6: Apfelstiegen
© BUND Lemgo
Bild 6: Apfelstiegen von Bund-Lemgo

nach obenRichtig einlagern

Obst können Sie in ungeheizten Kellern oder frostfreien Schuppen einlagern. Verwenden Sie dafür nur zum optimalen Zeitpunkt geerntete Früchte. Diese sollten keine Druck oder Faulstellen haben und natürlich "unbewohnt" sein. Lassen Sie das Obst nach dem Pflücken über Nacht draußen, dann wird es bis zum Einräumen schön kühl.

Zum Einlagern eignen sich Regale oder stapelbare Kisten wie die vom BUND Lemgo (ehrenamtlich!) entwickelten und in einer Werkstatt der Lebenshilfe gefertigen Apfelstiegen (Bild 6 www.bund-lemgo.de, ab 10 Euro/Stück). Diese bestehen aus unbehandeltem Fichtenholz und können durch einen Deckel und eine Rollstiege ergänzt werden.

Legen Sie die Früchte einlagig nebeneinander, Äpfel auf den Stiel, Birnen auf den Blütenkelch. Wenn Sie Sorten mit unterschiedlich langer Lagerfähigkeit haben, sortieren Sie sie in getrennte Kisten. Beschriften nicht vergessen!

nach obenKern Obst Bleibt besser unter sich

Äpfel und Birnen strömen gasförmiges Ethylen aus − ein Reifungshormon. Die meisten anderen Obst- und Gemüsearten altern unter dessen Einfluss schneller. Möhren nehmen dabei sogar einen bitteren Geschmack an. Kernobst also stets getrennt lagern.

Optimale Bedingungen für eine lange Haltbarkeit sind Temperaturen unter 8 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit um 90 %. Wer hat das heute schon noch zu bieten? Es hilft, eventuell vorhandene Heizungsrohre, die durch den Lagerraum verlaufen, gut zu isolieren und in kühlen Nächten die Fenster zu öffnen. Überhaupt sollte regelmäßig gelüftet werden, damit die Reifungsgase entweichen können. Ebenso regelmäßig ist ein Kontrollgang durch das Obstlager zu empfehlen, um faulende Früchte zu entfernen: Sie stecken ihre Nachbarn an. Aus einer kleinen Schadstelle werden dann ziemlich schnell große Fäulenester.

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Zeigen die Früchte eine für die Sorte typische Ausfärbung und löst sich die Frucht bei leichter Drehbewegung, ist die Pflückreife erreicht.
Wann ist das Kernobst pflückreif?
Hier sind deutliche Unterschiede zwischen der herkömmlichen Form der 'Rubinette' und der rot gefärbten Mutante zu sehen.
Kernobst - Maßnahmen zur besseren Fruchtreife und Ausfärbung
Befall durch Valsa, verursacht durch Nichtharmonieren der Veredlungspartner. Hier sind die weißen Poren während einer Trockenperiode zu erkennen, aus denen bei ausreichender Feuchtigkeit die Sporen herausquellen.
Valsa oder Krötenkrautkrankheit

Schlagworte dieser Seite:

Apfelstiegen, Birne, Druckstellen, Ernte, Erntekorb, Ethylen, Farbwechsel, Fichtenholz, Fäulenester, Fäulnispilze, Genussreife, Handpflücke, Kernobst, Mus, Obstpflücker, Pflückreife, Regal, Reifungshormon, Saftpresse, Äpfel

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