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Kompost − des Gärtners Goldgrube im Garten

Gärtners Goldgrube im Garten: Kompost
© Redaktionsbüro Stein GbR
Gärtners Goldgrube im Garten: Kompost

Oktober 2015 Aus Gemüseresten, Schnittgut, Grünabfällen und Rasenschnitt können Sie jetzt leicht eigenen Humus zum Nulltarif erzeugen. Worauf kommt es dabei an?


Das Rohmaterial für nährstoffreichen Kompost fällt jetzt in großen Mengen an. Garten- und Küchenabfälle, Obstreste, Tee- und Kaffeereste steuern feuchte Bestandteile bei. Blätter, Laub, Zweige und holziges Schreddermaterial mischt man hinzu, damit die Kompostmasse luftig bleibt und sich viel aktives Bakterienleben bildet. Optimal ist eine schnelle Erwärmung auf etwa 70 °C, wobei Unkrautsamen und Krankheitssporen zugrunde gehen. Damit dies gelingt, sollten Sie immer größere Mengen zusammenbringen.

Kompostmiete
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Kompostmiete

nach obenWie es geht

Legen Sie den Kompostplatz im Schatten an, damit nichts austrocknet. Günstig sind luftige, leicht zugängliche Mieten aus Hartholz, Metall oder Kunststoff. Nach dem ersten Anrotten wird die Masse nach etwa einem Monat nochmals locker durchgemischt. Ein paar Schaufeln vom alten Kompost oder Kompoststarter aus dem Handel fügen die nötigen Kompostbakterien hinzu. Beigaben von Steinmehl binden Nässe und faulige Gerüche. Auch Kalk oder Dünger eignen sich zum Verbessern.

Kompostabfälle
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Kompostabfälle

nach obenKompostabfälle?

Aus Triebspitzen vom Heckenschnitt, angewelktem gemähtem Gras oder Gemüse- und Pflanzenresten entsteht innerhalb von etwa einem Jahr wertvoller Humus, den man als natürlichen Dünger bei allen Pflanzen einsetzen kann. Das gehört allerdings nicht auf den Kompost und eher in die Mülltonne: alle kranken Pflanzen (besonders gefährlich sind Welkekrankheiten bei Gurken und Astern sowie Kohlhernie), blühende Unkräuter und solche mit Samenbildung, Wurzelunkräuter wie z.B. Quecke und Giersch, außerdem Kaminasche, die viel pflanzenschädliche Spurenelemente und Bor enthalten kann. Sägemehl sollte man nur in kleinen Mengen zugeben, weil es so wenig Nährstoffe enthält. Ebenso Fleisch- und Fischabfälle, die hygienische Probleme verursachen können und Tiere wie Mäuse, Ratten, aber auch Hunde und Katzen anlocken. Absolut tabu sind Kunststoffe in jeder Form und andere unverrottbare Stoffe.

Das lässt sich kompostieren:

  • Küchenabfälle aller Art von Gemüse, Blumen und Obst − ausgenommen sind gespritzte Schalen von Orangen.
  • Grasschnitt, am besten leicht angewelkt
  • zerschnittene oder geschredderte Gehölze oder Staude
  • Haare und Horn
  • Eierschalen
  • Mist von Kleintieren und Vögeln
  • eingeweichter Karton und Zeitungs-Papier mit Ausnahme von bedrucktem Illustriertenpapier
  • Laub, Blätter, Nadeln
  • Ernterückstände

Kompost-Schichtung
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Kompost-Schichtung
Verschiedene Kompostmieten
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Verschiedene Kompostmieten

nach obenSo entsteht Kompost

Der Kompostplatz: Er soll möglichst schattig und leicht mit einer Karre zugänglich sein. Nicht auf Beton, sondern immer auf offenem Boden anlegen, damit Regenwürmer und Mikroben eindringen können. Sonnenblumen, Sträucher oder hohe Gräser sorgen für Schatten und Windschutz.

Abmessungen: Nicht höher als 150 cm, nicht breiter als 250 cm. Die Länge ist beliebig.

Schichtung: Gut gemischtes Material wird in Schichten von etwa 20 cm lagenweise aufgebracht. Auf die unterste Schicht kommen nach Möglichkeit einige Schaufeln reifer Kompost oder ein Kompoststarter, die die Umsetzung schneller in Gang bringen.

Hier finden Sie noch weitere Tipps vom Experten zum richtigen Aufschichten eines Komposthaufens: So gelingt der Kompost - Noch mehr Tipps vom Experten

Zusätze: Für die Stickstoffversorgung kann man pro 20 bis 25 cm Schichtdicke eine Lage Stallmist, Geflügelmist oder Hornspäne dazugeben. Steinmehl bändigt schlechte Gerüche. Meeresalgenkalk oder kohlensaurer Kalk, in dünnen Schichten ausgebracht, regulieren den pH-Wert.

Komposttonne
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Komposttonne
Humoser Boden
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Humoser Boden

nach obenPflege

Bereits nach fünf bis sechs Monaten ist angerotteter Frischkompost (Rohkompost) fertig. Für die weitere Zersetzung einmal umschaufeln, dabei nach Bedarf Zusatzstoffe beifügen. Nach 1 bis 1 ½ Jahren steht humusreicher Reifekompost zur Verfügung. Durchsieben, um feine Erde zu erhalten.

Falls über längere Zeit keine natürlichen Niederschläge für Feuchtigkeit sorgen, gibt man einige Gießkannen Wasser über den Kompost. Ohne Feuchtigkeit kommt die Umsetzung zum Erliegen. Gerade bei der Verwendung von Komposttonnen, die oben mit einem Deckel verschlossen sind, ist dies wichtig − sie funktionieren sonst nicht.

Kompost ausbringen
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Kompost ausbringen

nach obenWelche Menge?

Von diesem Rohstoff der Natur kann man nie genug haben − und er steht gratis zur Verfügung. Doch auch Kompost ist in gewisser Weise ein Dünger, der neben viel Humus aus Pflanzenresten Nährstoffe enthält. 5 bis 7 Liter/m2 und Jahr sind daher ein Richtwert für eher sandige Böden. Kommt der Kompost von fruchtbarem lehmigem Land, sind 2 bis 3 Liter schon genug, um den ständigen Nährstoffentzug auszugleichen. Das Ausbringen als dünne Schicht ist ganzjährig möglich, am einfachsten aber in der vegetationslosen Zeit. Arbeiten Sie den Kompost mit einem Grubber, Kreil, Sauzahn oder auch Spaten flach ein.

Kompost entnehmen
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Kompost entnehmen

nach obenThermokomposter

Kompostbehälter wie die wärmegepufferten Thermokomposter haben sich in kleinen Gärten bewährt. Ist die Menge an Grünabfällen allerdings größer, erscheint ein aufgesetzter Komposthaufen oder ein käuflicher Kompostsilo sinnvoller. Welches Modell man auch immer baut oder ersteht, es muss möglichst von allen Seiten viel Luft heranlassen, also reichlich Löcher oder Spalten besitzen. Für den Haushalt ist ein gut konstruierter Kompostbehälter (z.B. von Neudorff, Juwel oder Graf) ideal. Am besten steht er dicht an der Küche, um Wege zu sparen. Im Idealfall kann sich darin bis zu 70 °C Bakterienhitze entwickeln. Im Winter ist auch ein Thermokomposter kaum wärmer als die Umgebung, aber das macht auch nichts. Oben füllt man an Grünabfällen ein, was sich übers ganze Jahr ergibt. Dann Kompoststarter (z.B. Radivit) zugeben, ab und zu anfeuchten und wenn das Frühjahr gekommen ist, den halbfertigen Mulchkompost unten entnehmen.

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nach obenWelcher Kompost wofür?

Schnell- oder Mulchkompost ist schon nach drei Monaten fertig. Reifekompost braucht ein bis drei Jahre. Für die Ausbringung im Garten reicht halbfertiger Schnellkompost, der noch grobbrockig ist. Er wird im Herbst oder Winter als 2 bis 3 cm dicke Mulchschicht ausgebracht und zersetzt sich nach der Ausbringung auf Beeten, zwischen Stauden und Gehölzen weiter. Zum Pflanzen ist er nicht geeignet. Dazu verwendet man nur ausgereiften Kompost. Zwei bis drei mal umgeschaufelt, gesiebt, feinkrümelig und zersetzt, enthält er keine schädlichen Stoffe mehr. Eine hauchdünne Schicht von 2 bis 3 mm genügt bereits, um die meisten Pflanzen zu ernähren. Nur Mittel-und Starkzehrer von Gemüse wie Tomaten, Lauch, Paprika und Kohl brauchen zusätzliche Düngergaben.

nach obenTipp: Schnell-Kompost in Beuteln

Die einfachste Art der Kompostierung geschieht in Müllbeuteln aus Kunststoff. Man gibt Küchenabfälle (kein Fleisch und Fisch!), Laub, Rasenschnitt oder gut zerkleinerte Stängelteile hinein, mischt etwas Algenkalk oder je 20 cm Schichthöhe 200 bis 300 g Kalkstickstoff hinzu, feuchtet gut an und erhält schon nach drei bis vier Monaten angerotteten Kompost. Besonders empfehlenswert ist der Kompostbeutel für Terrassen und größere Balkone.

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