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Pflaumenwickler

Juni 2015 Vom Pflaumenwickler bedroht sind besonders mittelspäte und späte Pflaumen-, Zwetschen- und Mirabellensorten.


Pflaumenwickler
© Margarete Griegel aus dem Buch „Mein gesunder Obstgarten“
Pflaumenwickler

nach obenSchaderreger und Schadbild

Die weiblichen Falter legen auf den Früchten Eier ab, aus denen Raupen schlüpfen, die bei starkem Befall und bei schwachem Fruchtansatz einen großen Teil der Ernte vernichten können.

Ab Juni färben sich junge Früchte bläulich und fallen ab 6. Auf den Früchten ist ein kleines Einbohrloch sichtbar. Das Fruchtfleisch ist von der Stielseite her und um den Kern herum angefressen und der Fraßgang mit Kotkrümelchen gefüllt 5. Die fruchtfressende Raupe ist im frühen Entwicklungsstadium weißlich, später rötlich, mit dunkelbraunem Kopf versehen. Besonders gefährlich für die Ernte ist die 2. Generation des Schädlings, die ab Juli bis September die Früchte zerstört. Halb reife Pflaumen werden notreif. Äußerlich sind sie durch ein farbloses Gummitröpfchen, dass aus dem Einbohrloch austritt, erkennbar 8. Die vorzeitig abgeworfenen Früchte weisen ein etwa 2 mm großes Loch auf, durch das die ausgewachsene Raupe die Frucht verlassen hat.

nach obenSchädlingsentwicklung

Die Raupe überwintert in einem Kokon, meistens unter der Borke der Baumstämme 1. Nach der Verpuppung im Frühjahr 2 treten im Mai/Juni Falter der 1. Generation auf 3. Ihre Flügel sind grau-braun gemustert und haben etwa 14 bis 15 mm Spannweite. Die Weibchen beginnen mit der Eiablage etwa 2 bis 3 Wochen nach der Blüte. Die 0,6 bis 0,7 mm großen, flachen, uhrglasförmigen, durchscheinenden Eier werden einzeln auf die nach unten gekehrte Pflaumenseite gelegt 4. Ein Weibchen kann 40 bis 60 Eier ablegen. Weibchen fliegen meistens in den Abendstunden. Die nach etwa 10 bis 14 Tagen ausschlüpfenden Räupchen bohren sich nach einigen Stunden ins Fruchtinnere. Nach der Zerstörung des Fruchtinneren verlässt die ausgewachsene Raupe die Frucht und verpuppt sich meist am Boden 6. Im Juli/August treten die Falter der 2. Generation in Erscheinung, die ihre Eier auf die reifenden Früchte ablegen 7. Die 2. Generation ist gefährlicher als die 1., da die durch die 1. Generation verursachten Schäden noch durch den "Junifall" ausgeglichen werden können. Die ausgewachsenen Raupen verlassen die zerstörten Früchte und überwintern überwiegend unter der Borke des Baumstammes 9.

nach obenVorbeugung und Bekämpfung

Spätestens bis Ende April sollten die Baumstämme auf die unter der Borke überwinternden Larven untersucht werden und gefundene Larven bzw. Puppen abgekratzt und vernichtet werden ( der linke blaue Balken ).

Häufiges Baumschütteln und anschließendes gründliches Absammeln und Entfernen befallener Früchte − bevor die Raupen sie verlassen haben − reduziert die nächste Generation des Schädlings ( der rechte blaue Balken ).

Ab Ende August um die Stämme gelegte, etwa 10 cm breite Wellpapperinge werden von den Raupen gerne für Überwinterung und Verpuppung aufgesucht ( der erste gelbe Balken ). Ihre Entfernung Ende September − samt den vorhandenen Larven − reduziert den Befallsdruck im nächsten Jahr.

Durch Aufhängen der Pheromon-(Sexuallockstoff-)Fallen können die etwa ab Mitte Mai bis Mitte August auftretenden Männchen des Pflaumenwicklers in die Falle gelockt und durch den Leim gefangen werden ( der zweite gelbe Balken ). Dadurch wird die Zahl der befruchteten Weibchen und folglich die Anzahl der wurmigen Früchte wesentlich reduziert. Zum Beispiel: Neudomon PflaumenmadenFalle − Neudorff, Compo Pflaumenmaden- Fallen

Durch systematische, Jahr für Jahr wiederholte Durchführung der oben beschriebenen Maßnahmen, kann erfahrungsgemäß in vielen Jahren auf eine chemische Bekämpfung verzichtet werden. Insbesondere, wenn die benachbarten Gartenbesitzer sorgfältig "mitmachen".

In Jahren mit starkem Befallsdruck (hohe Fangzahlen in den Pheromon-Fallen) könnten besonders in der Nachbarschaft von weniger gepflegten und ungeschützten Gärten zusätzliche direkte chemische Bekämpfungen ratsam sein ( der rote Balken ).

Es gibt derzeit leider kein Pflanzenschutzmittel, das für diese Indikation im "Haus- und Kleingartenbereich" zugelassen ist.


Buch-Tipp:


Weitere Informationen zur Gesunderhaltung Ihrer Obst-Pflanzen finden Sie in dem Buch Mein gesunder Obstgarten: Großer Krankheits- und Schädlingskalender von Adalbert Griegel.

Adalbert Griegel
Mein gesunder Obstgarten: Großer Krankheits- und Schädlingskalender
248 Seiten
Preis: 19,90 Euro
ISBN: 3-930384-14-0
Verlag: Griegel


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Buch-Tipp, Mirabelle, Obst, Pflaumenwickler, Schädling

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