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Zwerg-Obst

April 2015 Einer der großen Trends bei den diesjährigen Neuheiten der Obstzüchter und -händler: Mehr Zwerge unter den Fruchtgewächsen. Dahinter steckt das wachsende Interesse der Menschen am eigenen Anbau − auch in der Stadt und in kleinen Gärten.


Zwerg-Himbeere 'Ruby Beauty'
© Häberli
Zwerg-Himbeere 'Ruby Beauty'

nach obenGezähmte Himbeere

Ein echter Durchbruch ist den Züchtern mit der Zwerg-Himbeere 'Ruby Beauty' gelungen (Häberli): Der Kleinwuchs − der aus einer ganz normalen Kreuzung hervorging − ist bei dieser Obstart sehr selten. Als wäre das des Züchterglücks noch nicht genug, punktet der Mini-Strauch noch mit stachellosen Trieben. Nicht nur Kinder werden ihn lieben! Auf der Terrasse pflanzen Sie 'Ruby Beauty' in einen Topf mit mindestens 30 l Volumen. Ab Juni können Sie vier Wochen lang ernten. Gut eingewachsene Exemplare liefern etwa 1,5 kg Früchte. Die winterharte Sorte braucht nicht aufgebunden zu werden. Abgeerntete Triebe schneiden Sie im Spätsommer komplett weg.

Blütenpracht und dunkelrotes Laub: Pfirsich 'Bonfire Crimson' (Artevos).
© Artevos
Blütenpracht und dunkelrotes Laub: Pfirsich 'Bonfire Crimson' (Artevos).

nach obenDie Allerkleinsten

Ganz neu ist die Idee nicht: Im 17. Jahrhundert stellte man "Obst in Scherben" (im Topf) auf die Tafel, damit feine Herrschaften sich ihr Dessert selber pflücken konnten. Dabei handelt es sich um echte genetische Zwerge, also Sorten mit geerbtem Kleinwuchs. Dieser wird durch die Veredlung auf eine schwach wachsende Unterlage unterstützt. Besonders Nektarine und Pfirsich begeistern durch ihre Blütenpracht im Frühling. Die Pfirsiche 'Roter Zwerg' und 'Bonfire Crimson' schmücken sich obendrein mit purpurfarbenem Laub.

Extrem kompakt mit großen Früchten: Nektarine Fruttoni 'Rubis' (Lubera).
© Lubera
Extrem kompakt mit großen Früchten: Nektarine Fruttoni 'Rubis' (Lubera).
Die kleinen Obstkerle können Sie in den ersten ein, zwei Jahren in ihrem Topf stehen lassen. Wenn ihr Wurzelballen gut durchgewachsen ist, sollten sie in Gefäße mit 25-30 l Volumen umgesetzt werden. Verwenden Sie dafür eine gute, strukturstabile Kübelpflanzenerde. Hiermit begnügen sich die Bäumchen drei bis vier Jahre. Bei Pfirsichen und Nektarinen können Sie 4-6 Früchte pro Pflanze und Jahr erwarten, bei Äpfeln und Birnen 4-5.

Auch, wenn Sie dafür etwas tiefer in die Tasche greifen müssen: Kaufen Sie Qualität. Exemplare, die schon ein paar Jahre in der Krone haben, kommen mit richtig Charakter daher, und sie sind bereits gut durchgestartet.

Viel Frucht für einen kleinen Baum: die Aprikose 'Aprigold' (Artevos).
© Artevos
Viel Frucht für einen kleinen Baum: die Aprikose 'Aprigold' (Artevos).
Stellen Sie die Töpfe an einen warmen, geschützten und sonnigen Platz. Gerade Aprikosen und ihre Verwandten brauchen ein eher mediterranes Kleinklima, wenn ihre Früchte ausreifen sollen. Im Beet sind ihre Wurzeln zwar besser vor Frost geschützt. Auf Balkon und Terrasse kommen sie in schlechten Sommern aber besser über die Runden.

Geben Sie im Frühling vor dem Austrieb einen Langzeitdünger nach Herstellerangaben in die Erde. Ab August sollte die Wirkung des Düngers beendet sein, damit die Triebe vor dem Winter gut ausreifen können. Dann haben sie dem Frost eine höhere Widerstandsfähigkeit entgegenzusetzen.

Schnitt brauchen die Kleinsten nur wenig. Dabei geht es vornehmlich darum, ein bisschen auszulichten. Alle 4-6 Jahre kürzen oder entfernen Sie auch ein paar kräftigere Triebe. So bringen Sie das Krönchen wieder in Form und verjüngen das Holz.

Obstbäume im Topf sind der Witterung stärker ausgesetzt als ihre Kollegen im Beet. Im Herbst, vor den ersten Frösten, rücken Sie die Gefäße daher an einen vor Wind und Niederschlägen geschützten Platz, z. B. an der Hauswand. Ein Stück Styropor als Unterlage und ein Mantel aus Jute oder Noppenfolie um die Kübel isolieren den Wurzelballen.

Pironi-Birne
© Lubera
Pironi-Birne
Die Süßkirsche Fruttini 'Garden Bing' macht sich schmal (Lubera).
© Lubera
Die Süßkirsche Fruttini 'Garden Bing' macht sich schmal (Lubera).

nach obenFür Garten-Zwerge

Wahlweise für den Topf oder für den kleinen Garten eignen sich die etwas größeren Geschwister der ganz Winzigen. Mit 150 cm Höhe erreichen Pironi-Birnen und Maloni-Äpfel gerade einmal die Hälfte der üblichen Obstbäume. Die schmalkronige Süßkirsche Fruttini 'Garden Bing' schafft es auf 2 m. Wer weiß, wie riesig Süßkirschen sonst sind, findet das schon ziemlich handlich. (Alle drei erhältlich über Lubera.)

Die "Oma" der Pironi-Birnen könnte gut eine der "Obst-in-Scherben"-Sorte gewesen sein.

Jedenfalls galt 'Nain vert' (zu Deutsch: Grüner Zwerg) im 19. Jahrhundert als Empfehlung für die Topfkultur. Ihre Enkel werden auf die Wurzeln von Birnensämlingen veredelt. Damit herkömmliche Birnbäume bei Höhen von um die 3 m bleiben, stehen sie auf Quittenwurzeln. Diese erzeugen zwar schwächeren Wuchs, sind aber empfindlich gegenüber Kälte und Kalk. Birnensämlinge dagegen verleihen den Pironi-Sorten einen festen Stamm, sind völlig frosthart und geben sich auch mit kalkhaltigen Böden zufrieden.

Ein kleiner Nachteil: Pironi neigen zum Alternieren, tragen also in einem Jahr sehr viel und dafür im Folgejahr wenig Früchte. Es empfiehlt sich daher, ab dem vierten oder fünften Standjahr im Juni die dann etwa daumengroßen Birnen so zu entfernen, dass pro Büschel nur eine übrig bleibt. Damit bringen Sie den Baum ins Gleichgewicht.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Maloni-Apfelbaum 'Billy'
© Lubera
Maloni-Apfelbaum 'Billy'
Maloni-Äpfel bilden buschige Bäumchen. Die drei Sorten 'Billy', 'Sally' und 'Lilli' sind resistent gegen Schorf und tragen reichlich wohlschmeckende Früchte. Ein Stützpfahl hilft, diese Last zu tragen.

Diese Wuchsgruppe kommt 3-5 Jahre im Topf gut klar. Dann ist es besser für sie, wenn sie in den Garten umziehen. Halten Sie die Baumscheiben der Kleinen stets durch oberflächliches Lockern und Hacken frei. Wenn sie gut eingewachsen sind, mulchen Sie die Baumscheibe, z. B. mit angewelktem Rasenschnitt.

Sowohl Pironi- als auch Maloni-Bäume mögen keine Gartenschere. Nur, was nicht hübsch aussieht oder zu lang wird, kürzen Sie ein. Das war es schon für den Schnitt.


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Befall durch Valsa, verursacht durch Nichtharmonieren der Veredlungspartner. Hier sind die weißen Poren während einer Trockenperiode zu erkennen, aus denen bei ausreichender Feuchtigkeit die Sporen herausquellen.
Valsa oder Krötenkrautkrankheit
Quitten-Apfelmus
Köstliches aus Kernobst
Bild 1: Gute Obsternte dank erfolgreicher Bestäubung.
Partnerwahl der Obstgehölze

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Apfel, Aprikose, Birne, Himbeere, Maloni, Nektarine, Quitte, Zwerg-Obst

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