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Lassen Sie die Blüten schweben!

April 2015 Lassen Sie Sicher sind sie Ihnen schon aufgefallen, die anmutigen Sommerblumen-Pflanzungen auf Gartenschauen oder in öffentlichen Grünflächen. Einfach himmlisch, nicht wahr? Und vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, warum diese Beete einen so zauberhaft leichten, natürlichen Charme ausstrahlen. Gartenautorin Silke Kluth gibt Antworten.


Verblühte Herbst-Anemonen geben "Samenwattebäuschchen" frei.
© gbiat/Pixabay
Verblühte Herbst-Anemonen geben "Samenwattebäuschchen" frei.
Früher hatte alles seine strenge Anordnung im Blumenbeet. Niedrige Pflanzen kamen in den Vordergrund, mittelhohe dahinter, die höchsten in den Hintergrund. War das Beet von allen Seiten zugänglich, residierten die Großen logischerweise in der Mitte, zum Rand hin wurden die blühenden Orgelpfeifen immer kürzer. Der Eindruck dieser Gestaltungen: satte Farbflächen, plakativ, überwältigend. So schön, so gut.

nach obenDie Basis der Natürlichkeit

Dass sich daran etwas ändert, fiel mir zuerst beim Garten rund um den Pavillon der Niederlande auf der Expo 2000 in Hannover auf. Diese Leichtigkeit! Diese Wiesenhaftigkeit! Ein Traum in Himmelblau, Rotweinrot und weißen Tupfern. Der Entwurf stammte von Jacqueline van der Kloet, einer Vollblut-Gartengestalterin und bis heute eine Vordenkerin in Sachen Pflanzenverwendung.

Was machte den Unterschied aus? Statt den Garten in Beete aufzuteilen, hatte Jacqueline van der Kloet ein Pflanzraster für ein nicht allzu großes Quadrat entworfen. Dieses Quadrat wiederholte sich über die ganze Fläche. Simsalabim: Der plakative Beet-Eindruck wich dem natürlichem Charme einer Blumenwiese. Einer, die es in der Natur nicht gibt: Sie bestand ja aus Gartenpflanzen wie Dahlie und Präriekerze. Die allerdings wählte die Gestalterin in Sorten und Arten mit kleinen Blüten. Außerdem benachbarte sie Pflanzen mit unterschiedlichen Wuchshöhen. So entsteht keine satte Farbfläche sondern eine Art duftiges Streublümchenmuster, das bei der sanftesten Brise in Schwingung gerät. Außerdem verändert sich die "Wiese” über die Saison ständig, während die Blumenbeete nach alter Sitte ziemlich gleich bleiben.

Zinnien wirbeln wie Blütenbälle zwischen Gräserähren-Wolken umher.
© Silke Kluth
Zinnien wirbeln wie Blütenbälle zwischen Gräserähren-Wolken umher.

nach obenDie Vielseitigkeit der Blütenformen

Mittlerweile ist dieses Konzept in Parks und Gartenschauen häufig zu sehen − in sehr unterschiedlichen Versionen: frech und fröhlich in Knallfarben, verträumt in Himbeerrot, Pistaziengrün und Himmelblau oder in romantischen Pastelltönen, oft wie mit dem Pinsel ins Beet gestrichen. Die Grundregeln sind für alle gleich: Pflanzen mit vielen kleinen Blütchen, wie Zauberschnee und Männertreu, stehen im Kontrast zu kompakten Kugelblüten von Wandelröschchen und Zinnie. Die Kerzenblüten von Löwenmaul und Mehlsalbei malen Striche zwischen die Kugelpunkte. Gräserähren flauschen die Zwischenräume aus wie Zittergras, Federborstengras und Rutenhirse.

nach obenDas können Sie von den Profis Abgucken !

Klar: Sie werden kaum den Platz für eine Wiese à la van der Kloet zur Verfügung haben, geschweige denn ein komplettes Beet für die alljährliche Neubepflanzung mit Sommerblumen. Bestimmt gibt es jedoch Gartenbereiche mit mehrjährigen Stauden. Vielleicht füllen Sie deren Lücken ja sogar bereits mit Einjährigen. Dann sind Sie schon ganz nah dran!

Zierlauch
© Jeanette Dietl/Fotolia.com
Zierlauch
Lampenputzergras
© Uroburos/Pixabay
Lampenputzergras
Es geht darum, einige wenige Akzente zu setzen, die das Beet fluffiger und spielerischer wirken lassen. Mit Sommerblumen geht das besonders flott. Wählen Sie Arten, deren Blüten deutlich über dem Beet schweben. Beispielsweise Schmuckkörbchen (Kosmea), Spinnenblumen (Foto oben links), Hohes Eisenkraut, Präriekerze, hochwachsende Sorten von Ziertabak sowie Jungfer-im-Grünen, und − was sonst − Gräser. Auch mehrjährige, wie das rotlaubige Lampenputzergras (Foto rechts). Stecken Sie die Knollen von Pompon- oder ungefüllten Dahlien dazwischen. Säen Sie Dill oder Zierfenchel in die Lücken: Sie bilden grüne bis bronzerote Wolken mit zierlichen gelbgrünen Blütendolden. Versenken Sie im Herbst Zierlauchzwiebeln (Foto links), deren Blütenkugeln den Frühsommer mit einem Paukenschlag eintrommeln. Nicht zu viele verschiedene Pflanzen einstreuen, dafür lieber von einer Art gleich mehrere. Das gibt einen Rhythmus vor und verwebt das Beet zu einem harmonischen Ganzen.

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Blumenwiese, Blüten, Gartenschau, Lampenputzergras, Sommerblumen, Zierlauchzwiebeln

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