Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Ziergarten > Unkrautfrei durchs Gartenjahr
← vorheriger BeitragRasenkur ... nach dem Winter

Unkrautfrei durchs Gartenjahr

März 2015 Intelligent-faule Gärtner warten nicht, bis Franzosenkraut, Vogelmiere und Melde die Beete überwuchern. Sie beugen rechtzeitig vor und ersparen sich damit viel Mühe und Ärger. Umweltfreundliche Maßnahmen helfen dabei.


Lässt man der Natur ihren Lauf, werden "kulturbegleitende Wildkräuter" (Synonym für Unkraut) bald Gemüse, Kräuter- und Blumenbeete überwuchern. So gehört das ab April auftretende weiße Hungerblümchen schon vor dem Blühen restlos entfernt, sonst wird man es nie wieder los, denn die feinen Samen keimen über das ganze Jahr. Dagegen ist das gelbe Scharbockskraut im Naturgarten nur während der Frühjahrswochen ein Problem, denn schon bald ziehen die gelben Blüten und die glänzend grünen Blätter ein, hinterlassen aber zahlreiche Knollen. Ob man diesen attraktiven Bodendecker bekämpfen will, ist Ansichtssache. Lässt man jedoch Giersch, Melde oder Vogelmiere ungestört wachsen, unterdrücken sie schnell alle niedrigen Pflanzen und werden zur schwer ausrottbaren Plage. Je zeitiger man Abwehrmaßnahmen trifft, desto besser lässt sich das Problem im Griff behalten.

nach obenMit Mulch hört das ewige Jäten auf

Wer ständig in der Erde krallt, erzielt nur für kurze Zeit eine geordnete Optik, löst aber nicht das Problem. Hacken und Lockern des Bodens verschaffen zwar zunächst den Bodenlebewesen Luft, doch damit werden auch Unkrautsamen zum Keimen befähigt. Oft lange im Boden auf günstige Bedingungen wartend, brauchen die Körner nämlich außer Wärme und Wasser zum Keimen viel Sauerstoff, den sie nur in gelockerter Erde vorfinden. Wird der Boden dagegen nicht bewegt, keimt kaum noch Unkraut auf und das Gärtnern fällt viel leichter. Generell sollte man wie in der Natur den Boden konsequent ruhig stellen und gegen Licht und Austrocknen bedecken.

Vorbild für das Mulchen (so nennt man das Abdecken des Bodens 4 bis 8 cm dick mit organischem Material) ist der Boden im Wald. Nichts bleibt dort längere Zeit ohne Bewuchs, trotzdem präsentiert er sich durch die Tätigkeit von Regenwürmern und anderen Bodenlebwesen luftig und locker.

Holzhäcksel
© Stein/Wolff
Holzhäcksel

Mulchmaterialien

Mit Mulch trocknet im Garten die Erde viel weniger aus, Gießarbeit wird gespart, das Bodenleben gefördert und die ungestörten Pflanzen wachsen besser. Außerdem wird das Unkraut durch Lichtentzug oder durch im Holz enthaltene Gerbstoffe (bei "Rinden-Mulch") wirkungsvoll unterdrückt. Zum Mulchen eignen sich Materialien wie Baumrinde, Holzhäcksel, Holzchips, Dekomulch, Pinienrinde, Strohhäcksel oder aufbereitete Holzfasern. Wer nichts kaufen, sondern Mulchmaterialien selbst erzeugen will, kann Gartenabfälle vom Gemüsebeet, Staudenreste oder Zweige vom Strauchschnitt häckseln.

Bioanbauer nutzen zum Abdecken auch Blätter von Comfrey, Spinat oder Rhabarber. Sie unterdrücken durch Lichtentzug oder auch Gerbsäure den Unkrautwuchs, halten die Erde feucht und ermuntern die Bodenlebewesen (z. B. Regenwürmer) zu nützlicher Tätigkeit. Die Folgen sind besseres Wachstum, ein von Natur aus lockerer Boden, viel weniger Gießen und so wenig Unkrautwuchs, dass man sich auf gelegentliche Kontrollen beschränken kann.

Dekomulch
© Stein/Wolff
Dekomulch

So wird's gemacht

Säubern Sie zunächst die Beete durch gründliches Jäten und sorgen Sie anschließend durch Bodenbedeckung (5 bis 8 cm hoch) dafür, dass künftig kein weiteres Unkraut keimt. Damit den Kulturpflanzen infolge der allmählichen Umsetzung solcher Natur-Materialien zu wertvollem Humus nicht zu viele Nährstoffe entzogen werden, empfiehlt es sich, vor dem Abdecken doppelt so viel Kalk, Kompost und Dünger zu geben wie sonst. "Rinden- Humus" aus dem Gartencenter ist bereits kompostiert, mit Nährstoffen angereichert und so aufgekalkt, dass die Pflanzen ungestört weiter wachsen.

Gehäckseltes sollte vor der Verwendung erst 2 bis 3 Wochen in Haufen liegen bleiben und sich dabei wie in einem Komposthaufen erhitzen, dann verbreiten sich keine Pilzkrankheiten und Unkrautsamen mehr.

Tipp: Rasenschnitt

Mulchen mit Rasenschnitt
© Stein/Wolff
Mulchen mit Rasenschnitt
Rasenschnitt eignet sich besonders gut zum Mulchen. Im Frühling und Sommer fällt er in vielen Gärten an und kann zwischen den Pflanzen verteilt werden. Allerdings nur dünn, nicht höher als 5 cm, damit sich darunter keine Schnecken verstecken, gegebenenfalls nochmals ergänzen. Achten Sie auch darauf, dass der Schnitt keine blühenden Gräser oder gar Samen enthält. Bei regelmäßiger Rasenpflege ist das kein Problem.

Anti-Unkraufvlies
© Stein/Wolff
Anti-Unkraufvlies

nach obenDie Profilösung:
Anti-Unkrautvlies

Noch besser schützt Anti- Unkrautvlies (auch Mulchvlies oder Anti-Unkrautfolie genannt) vor dem Durchwuchs. Sogar hartnäckige Wurzelunkräuter wie Knöterich, Quecken oder Giersch werden sicher unterdrückt. Schon lange hat sich dieses Verfahren in Baumschulen und Erdbeerkulturen bewährt. Das wasserdurchlässige Gewebe wird in Gemüse-, Kräuter-, Obst-, Stauden-, Gehölz- oder Rosenpflanzungen vor dem Bepflanzen ausgelegt und mit Steckern aus Kunststoff oder Draht befestigt. In kreuzförmige Ausschnitte gepflanzt, wachsen die Pflanzen bald an. Decken Sie nun noch aus optischen Gründen 4 bis 6 cm hoch Holzhäcksel oder Rindenmulch darüber, danach sieht das Beet sehr gefällig aus und ist zudem pflegeleicht. Gut hat sich diese Methode auch auf Wegen bewährt. Auf das für Wasser, aber nicht für Pflanzen durchlässige Vlies kommt eine Schicht Kies, Mineralmischung oder auch gehäckseltes Holz.

© Neudorff

nach obenSpritzmittel

Wer weder Mulch, noch Unkrautvlies einsetzen möchte, kann das aufkeimende Unkraut stetig herausziehen oder mit natürlichen Mitteln spritzen. Zum Beispiel mit "Finalsan-Konzentrat Unkraut Frei Plus" (von Neudorff), das natürliche Pelargonsäure enthält oder "Compo Filacid Unkrautmittel" wo Essigsäure schnell und umweltfreundlich alle grünen Blätter abtötet. Hartnäckige Vertreter sind dagegen Wurzelunkräuter wie Winden, Disteln, Quecke oder Löwenzahn, die man − je früher desto leichter − mit Geräten wie einem Löwenzahnstecher entfernen muss. Damit lassen sich tief reichende Pfahlwurzeln entfernen, je jünger dabei die Pflanzen sind und je gründlicher das Arbeiten, desto besser.

Als Alternative zur Handarbeit wird auch das Abspritzen bei neu angelegten Beeten und später das gezielte Betupfen der Pflanzen z. B. mit "Roundup" gewählt. Der enthaltene Wirkstoff Glyphosat zieht ins Blattgrün, dann in alle Bereiche der Pflanzen und bringt sie zum Absterben. Glyphosat ist allerdings nicht unumstritten und seit Jahren in der Diskussion. Dem Stoff werden − insbesondere im Zusammenspiel von Wirkstoffkombinationen − negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und die Umwelt angelastet. Arbeiten Sie unbedingt mit einem Spritzschirm und achten Sie darauf, dass keine Nachbarpflanzen getroffen werden. Das Mittel wirkt über das Blattgrün und ist nur für offene Böden mit Pflanzenwuchs zugelassen, nicht jedoch auf versiegelten Flächen und Wegen.

Mit biologisch unbedenklichen Mitteln und gleich zweifach rückt das "FinalsanGiersch- Frei" (von Neudorff) gegen problematische Wurzelunkräuter vor: oberirdisch erliegen die Blätter der schnell wirkenden Pelargonsäure, in den Wurzelspitzen kommt das Wachstum durch Maleinsäurehyazid, einem hemmenden und biologisch abbaubaren Bestandteil, zum Erliegen. Nach Angaben des Herstellers wirkt dieses Mittel auch gegen Schachtelhalm, ein Unkraut, das sonst nur durch konsequentes Abrupfen geschwächt werden kann.

Wichtig

Halten Sie sich unbedingt beim Gebrauch aller Pflanzenschutz- bzw. Unkrautvernichtungsmittel an die Gebrauchsanweisung.

← vorheriger BeitragRasenkur ... nach dem Winter
Rasenflächen düngen
Wie wird ein Hausrasen richtig gepflegt?
Staudenbeet
Staudenpflege im Herbst und Winter
Der Partner P56-675DWA
Rasenmäher im Test: Der Partner P56-675DWA

Schlagworte dieser Seite:

Dekomulch, Holzhäcksel, Mulch, Rasenschnitt, Unkraut, Unkrautbekämpfungsmittel, Vlies, mulchen

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2018

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de