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Neues von der Pflanzenmesse

März 2015 Die Obstzüchter geben sich experimentierfreudig. Zudem bemühen sie sich, dem Hobbygärtner entgegenzukommen. Robust müssen die Sorten sein, wenig anfällig gegen Krankheiten. Außerdem sollten sie in die kleinen Gärten von heute passen. Oder sogar im Topf gedeihen. Und pflegeleicht. Wir haben uns auf der Internationalen Pflanzenmesse in Essen für Sie umgesehen.


nach obenSchnitt: Einfach!

Es ist zwar kein Hexenwerk, sondern nur mit etwas Wissen, Übung und Erfahrung verbunden. Doch der Schnitt von Obstgehölzen flößt dem Hobbygärtner immer wieder Respekt ein. Das wissen auch die Obstzüchter und achten bei ihrer Arbeit auf Exemplare, die mit einfacheren Schnittregeln auskommen. Dazu gehört die Dessertbrombeere 'Reuben®'. Während Brombeeren üblicherweise − wie Sommer- Himbeeren − im ersten Jahr eine Rute bilden, die dann im zweiten Jahr blüht und fruchtet, startet 'Reuben®' sofort durch. Allerdings, wie eine Herbst-Himbeere, etwa ab Anfang September. Dafür ist ihr Schnitt genauso leicht: Im Februar schneiden Sie alle Ruten bodennah ab. Das hat weitere Vorteile. Die Blüte fällt keinen Spätfrösten zum Opfer. Und die Rutenkrankheiten können Sie getrost vergessen.

nach obenWuchs: schmal

'Reuben®' wächst säulenförmig aufrecht. Das heißt, die Brombeere braucht nur wenig Platz. Und nicht zwingend ein Spalier: Ein Pfahl genügt.



Apfelbaum 'Karneval': Der kleine Baum ist schorfresistent und kaum mehltauanfällig.
© Artevos
Apfelbaum 'Karneval': Der kleine Baum ist schorfresistent und kaum mehltauanfällig.
Apfelbaum 'Karneval': Im Frühling trägt er zierende Blüten.
© Artevos
Apfelbaum 'Karneval': Im Frühling trägt er zierende Blüten.
Harlekin der Äpfel: 'Karneval' trägt rotgelbe Streifen.
© Artevos
Harlekin der Äpfel: 'Karneval' trägt rotgelbe Streifen.
Obstbäume unterliegen derzeit ebenfalls einer Schlankheitskur seitens der Züchter. Ein Beispiel dafür ist die ungewöhnlich ausgefärbte Sorte 'Karneval'. Sie erfordert nur wenig Schnitt. Veredelt auf eine schwach wachsende Wurzelunterlage wird der Baum etwa zwei Meter hoch. Da sind die feinaromatischen Äpfel leicht zu pflücken. 'Karneval' reift etwa Anfang September und hält unter guten Bedingungen bis Januar.

nach obenWilde: Gezähmt

Aus Kanada stammt die extrem anpassungsfähige und frostharte Felsenbirne 'Smoky'. Sie trägt relativ große, gesunde Früchte mit Heidelbeer-Mandel- Kirsch-Aroma.
© Häberli
Aus Kanada stammt die extrem anpassungsfähige und frostharte Felsenbirne 'Smoky'. Sie trägt relativ große, gesunde Früchte mit Heidelbeer-Mandel- Kirsch-Aroma.
Dem steigenden Interesse an Wildobst begegnen Obstzüchter und -händler mit der Suche nach großfrüchtigen Sorten. Die einen schauen sich dabei nach Arten auf anderen Kontinenten um. Die Felsenbirne 'Smoky' ist Kanadierin und bringt eine entsprechende Frosthärte mit. Auch bezüglich des Standorts gibt sie sich sehr anpassungsfähig. Wie ihre hier bereits bekannten Geschwister erfreut sie mehrmals im Jahr, nämlich durch ihren Blütenreichtum im Frühling, durch die Früchte im Sommer sowie durch eine leuchtend gelborange Herbstfärbung.

Das süße Ergebnis zehnjähriger Züchtungsarbeit: Die Kornelkirschen 'Big Ben' und 'Langer Ben' (Foto) bilden übergroße, leckere Früchte.
© Plattner
Das süße Ergebnis zehnjähriger Züchtungsarbeit: Die Kornelkirschen 'Big Ben' und 'Langer Ben' (Foto) bilden übergroße, leckere Früchte.
Andere Züchter stecken ihre Hoffnung eher in glückliche Kreuzungsergebnisse. So ist es Anton Plattner gelungen, großfrüchtige Kornelkirschen hervorzubringen. In diesem Jahr stehen die ersten veredelten Exemplare für Hobbygärtner zur Verfügung.

Die kleinfrüchtige 'Vitikiwi' ist selbstfruchtbar und bildet keine Kerne. Sie reift im September/ Oktober und wird im Ganzen gegessen.
© Häberli
Die kleinfrüchtige 'Vitikiwi' ist selbstfruchtbar und bildet keine Kerne. Sie reift im September/ Oktober und wird im Ganzen gegessen.
Auch bei Kiwi geht die Suche nach unkomplizierteren Sorten weiter. Hierbei sind wiederum die kleinfrüchtigen Arten im Vorteil: Sie vertragen mehr Frost als die großen Verwandten. 'Vitikiwi' braucht keinen männlichen Nachbarn als Bestäuber. Hat sie doch einen, werden die Früchte größer, enthalten aber wieder Kerne.

nach obenAroma: Zurück!

Stolz trägt die feine 'Fontaine' ihre Früchte über dem Laub. Ihre Eltern sind unsere Walderdbeere und eine japanische Wilderdbeere.
© hansabred
Stolz trägt die feine 'Fontaine' ihre Früchte über dem Laub. Ihre Eltern sind unsere Walderdbeere und eine japanische Wilderdbeere.
Bei Erdbeeren gibt es reichlich großfrüchtige Sorten. Nachdem über Jahrzehnte die Lager- und Transportfähigkeit der Beeren für die Erwerbsgärtner im Vordergrund stand, möchte man ihnen nun das Aroma zurückgeben. Gar nicht so einfach, weil um die 360 verschiedene Stoffe im richtigen Verhältnis zueinander stehen müssen. Einer davon ist in Walderdbeeren besonders hoch. Also gibt es Bemühungen, die kleinen Wilden für den Garten zu "veredeln". Der Züchter Klaus Olbricht von hansabred in Dresden meint, endlich die Richtige gefunden zu haben: 'Fontaine' lässt ihre kleinen, aber sehr aromatischen Früchte an langen, stabilen Stängeln baumeln. Das Schätzchen hat viele Talente: Es taugt als fruchtender Bodendecker ebenso wie als Balkon- und Terrassenpflanze und soll sogar im Zimmer gedeihen.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Dauertragend und mit intensivem Duft und Erdbeergeschmack, 'Parfum Fraisibelle' und 'Parfum Fraisonette' gedeihen auch im Topf und ergänzen sich in der Erntezeit gegenseitig.
© Lubera
Dauertragend und mit intensivem Duft und Erdbeergeschmack, 'Parfum Fraisibelle' und 'Parfum Fraisonette' gedeihen auch im Topf und ergänzen sich in der Erntezeit gegenseitig.
Lubera beauftragt seinen "Erdbeerflüsterer" Martin Weber mit der Züchtung schmackhafter Sorten. In diesem Jahr stellt die Schweizer Firma ein immertragendes Pärchen vor, das die Sehnsucht nach dem wahren Walderdbeer-Aroma erfüllen soll. 'Parfum Fraisonette' trägt von Ende Mai bis September mit einer Erntespitze im Juni. 'Parfum Fraisibelle' reift ab Anfang Juni und hat noch einmal einen starken Schub im September. Das Erfolgsgeheimnis hinter dem guten Geschmack und intensiven Duft der beiden steckt ebenfalls in der Walderdbeere. Durch Kreuzungen mit der Gartenerdbeere kann Lubera nun normal große Früchte mit dem wilden Genuss anbieten.

nach obenBezugsadressen

  • Artevos Bezugsquellennachweis, Tel. 0721 944807, www.artevos.de
  • Baumschule Anton Plattner, Haag 4, 94501 Aldersbach, Tel. 08547 588, www.baumschule-plattner.de
  • BKN STROBEL GmbH & Co. KG, In gut geführten Gartencentern, Weitere Informationen auch unter www.bkn.de
  • Häberli Fruchtpflanzen AG, CH 9315 Neukirch-Egnach, www.haeberli-beeren.ch
  • Lubera GmbH, Im Vieh 8, 26160 Bad Zwischenahn OT Ekern, Tel. 04403 9847590, www.lubera.com
  • Walderdbeere 'Fontaine', Im Gartenfachhandel und Baumärkten

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Kurz vor der Ernte werden noch einmal ungeeignete Früchte entfernt. Im Bild beispielsweise bei der Frucht mit dem Frostring.
Mit einfachen Mitteln zu besserem Obst
Bild 4: Links Fruchtstände der spätreifenden 'Rovada'. Rechts ähnliches Bild von einem anderen Standort. 'Rolan' mit ebenfalls langen Trossen. Sie blüht und reift wie 'Rovada' sehr spät. Die früh blühende und früh reifende 'Jonkheer van Tets' schien über die frostempfindliche Phase hinweg zu sein.
Schäden durch Frost und Trockenheit
Wühlmausfalle, mit einem Band gezeichnet, um sie im Rasen nicht zu übersehen.
Vorbereitung für den Winter

Schlagworte dieser Seite:

Apfel, Baumschnitt, Brombeere, Erdbeere, Felsenbirne, Kiwi, Kornelikirsche, Obst

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