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Faszinierende Frühlingsboten: Primeln

März 2015 Fröhlich-bunte Kissenprimeln vom Gärtner verlocken schon ab Januar zum Bepflanzen von Töpfen und Schalen. Die zarten gelben Blüten der Himmelschlüssel recken ab März ihre feinen Köpfchen in die Höhe. Die liebenswerte Pflanzenfamilie der Primeln hat aber noch viel mehr Highlights zu bieten.


Rund 500 Arten umfasst die Gattung der Primeln, davon stammt rund die Hälfte aus China und Japan. Als längst vertraute Zimmer- und Topfpflanzen mit nostalgischem Flair kennen wir die herb duftende Becherprimel (Primula obconica), die zarte Fliederprimel (Primula malacoides) und die gefranste Chineserprimel (Primula chinensis). Bei uns heimisch sind die blassgelben Waldprimeln (Primula elatior) in lichten Wäldern, auf feuchten Wiesen oder am Rand von Gehölzen. Diese vermehrungsfreudige Art liebt sauer-humose Böden und sät sich leicht aus.

Kissenprimel 'Girl's Delight'
© Volmary Gmbh
Kissenprimel 'Girl's Delight'

nach obenKissenprimeln

Der Frühling beginnt aber oft schon im Januar mit den vielen ostereierbunten Blüten der stengellosen, nur 5 bis 8 cm hohen Kissenprimeln (Primula vulgaris). In Massen werden sie dann in Gärtnereien und Blumenläden angeboten.

Die Kultursorten der Kissenprimeln zeichnen sich durch große Blüten (bis 6 cm Durchmesser) und leuchtende Farben aus. Ein Gartenfrühling ohne sie ist undenkbar und deshalb werden sie auch gerne in Schalen, Töpfe und Beete gepflanzt. Die Auswahl an ausdrucksvollen Farben und dekorativen Blütenzeichnungen ist mittlerweile enorm. Ganz neu ist zum Beispiel die Tigerprimel 'Solena Mix', die ihren Namen ihrer leuchtend orangenen Blütenfarbe und markanten Blütenzeichnung verdankt. Nostalgisch in der Anmutung sind gefüllte Kissenprimeln (z. B. die romantischen Rosen-Primeln 'Girl's Delight').

Die zartgelb blühenden Urahnen der Kissenprimeln kommen in den Alpen an Waldrändern und auf kalkhaltigen Wiesen vor − oft in unvorstellbaren Mengen. Von dort sind sie in mäßig gepflegte Rasenflächen in Hausgärten eingewandert, bilden dichte Teppiche und haben sich oft munter gekreuzt mit ausgepflanzten Kultur- Kissenprimeln, was charmante bunte Primelrasen ergibt, eine echte Attraktion.

Schlüsselblume
© Stein/Wolff
Schlüsselblume

nach obenHimmels-Schlüsselblumen

Die goldgelben wilden Himmels-Schlüsselblumen (Primula veris, früher P. officinalis) blühen etwas später. Sie sind auf sonnigen, lehmigen Wiesen bei uns heimisch und werden seit langem als Hausmittel gegen Erkältungen und Husten medizinisch genutzt. Sie säen sich leicht aus und bilden mit der Zeit einen zauberhaften Blütenteppich.

Im Handel sind robuste Kultursorten erhältlich. Zahlreiche stabile Blütenstängel bildet beispielsweise die Sorte 'Cabrillo Dark Yellow Compact'. Ihre hübschen, kleinen, goldgelben Blüten bieten einen fröhlichen Anblick und neigen sich keck dem Betrachter zu. Außergewöhnlich ist die neue Sorte 'Victoriana'. Die Mitte der Blüte ist zwar typisch goldgelb, dafür ist sie aber von einem braunroten Blütenrand umgeben. Das macht diese Sorte besonders ausdrucksstark.

Eisprimel 'Peach Melba'
© Volmary Gmbh
Eisprimel 'Peach Melba'

nach obenStängelprimeln

Aus den Himmels-Schlüsselblumen entstanden die besonders im Biedermeier sehr beliebten Garten-Primeln (Primula Elatior-Hybriden), auch Stängelprimeln genannt. Sie zeichnen sich aus durch dicke, stabile Stängel, kräftige Farben, angenehmen Duft und lange Blüte (Höhe 15 bis 20 cm). In England gilt sie immer noch als Inbegriff für die typische leicht herb duftende Garten-Primel, nach der sich Romantiker sehnen. Auch bei uns besteht wieder mehr Interesse. Viele ausdrucksvolle Farben hat die Stängelprimel-Serie 'Inara' zu bieten: von Dunkelblau über Weinrot, Rot, Orange bis hin zu verschiedenen Gelbtönen oder Weiß. Neu ist die Sorte 'Peach Melba' (von Volmary). Sie betört durch zartrosa Blüten mit einem schönen gelborangen Farbspiel.

Aurikeln-im-Topf 'Primula aurikula'
© Stein/Wolff
Aurikeln-im-Topf 'Primula aurikula'

nach obenAurikeln − Uralte Pflanzenschätze

Nahe verwandt, aber doch etwas ganz Besonderes sind Garten-Aurikeln (Primula x pubescens). Ihre ausdrucksvollen, oft bemehlten Blüten haben schon um 1700 den flämischen Maler Jan van Huysums fasziniert. Die Wiege der Gartenaurikeln stand 1578 in Wien und Innsbruck. Hieran erinnert eine Prägung auf der österreichischen 5-Cent-Münze. Der flämische Gelehrte Charles de l'Ecluse, besser bekannt als Carolus Clusius, war damals am kaiserlichen Hof in Wien Botaniker. Neben der Tulpe machte er auch die Gartenaurikel (Primula x pubescens) bekannt, die ihm im Wiener Garten seines Freundes Aichholz wegen der ungewöhnlich schönen Farben auffiel. Dieser hatte einige Pflanzen als Naturhybriden in der Nähe von Innsbruck gefunden und kultiviert.

Als Eltern gelten die auf alpinem Kalkstein vorkommende gelbe Alpen-Aurikel (Primula auricula), die im Flachland schwer zu halten ist und die ebenfalls in den Alpen, aber auf saurem Boden wachsenden Primula hirsuta. Beide ließen die erheblich wüchsigeren Gartenaurikeln entstehen, die seitdem in jedem Gartenboden gedeihen. Weil sich Primeln und speziell die Aurikeln leicht kreuzen, entstanden in den folgenden Jahren Hunderte von Sorten.

Einen zweiten Höhepunkt erlebten die Garten-Aurikeln im Biedermeier. Der Weimarer Hofgärtner Johann Friedrich Reichert kultivierte damals in Töpfen mehr als 400 Sorten, an manchen fand auch Goethe Gefallen. Als Krönung der farbenprächtigen Frühlingsblüher gelten die "Show-Aurikeln". So nennt man in England die wunderschönen Raritäten, die seit 250 Jahren zahlreiche Liebhabervereine faszinieren und zu Vergleichsausstellungen animieren. "Dusty Miller" (Staubiger Müller) heißen diese ausdrucksvoll bemehlten Aurikeln in England. Weil Regen die Schönheit leicht abwäscht, kultiviert man sie geschützt in Töpfen.

Orchideenprimel 'Primula vialii'
© Stein/Wolff
Orchideenprimel 'Primula vialii'
Etagenprimel 'Primula x bulleyana'
© Stein/Wolff
Etagenprimel 'Primula x bulleyana'
Etagenprimel im Beet 'Primula japonica'
© Stein/Wolff
Etagenprimel im Beet 'Primula japonica'

nach obenAsiatische Primeln

Die attraktivsten Staudenprimeln stammen aus dem Himalaya und den chinesischen Bergen. Nur die robustesten davon haben heute noch gültige Bedeutung erlangt. Bekanntester Vertreter dieser vielen Primel-Arten ist die rosaweiße Orchideenprimel (Primula vialii) aus China. Sie sieht unseren Knabenkraut-Orchideen zum Verwechseln ähnlich und blüht im Mai.

Als Schönste unter den Primeln mit bis zu 70 cm hohem etagenförmigem Wuchs gelten die violette Etagenprimel (Primula japonica) sowie englische Hybriden wie Primula x bulleyana oder Primula x beesiana mit gelben, leuchtendroten, violetten, weißen und gemischten Farben. Sie blühen von Mai bis Juni, lieben Halbschatten und ständig feuchte Erde.

Glockenprimel 'Primula florindae'
© Stein/Wolff
Glockenprimel 'Primula florindae'
Die Glockenprimel (Primula florindae) fühlt sich am Rande von Gartenteichen wohl. Ihre leuchtend gelben, hängenden Blüten verströmen einen angenehmen süßen Duft. Die Blütezeit liegt im Hochsommer und dauert wochenlang.


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