Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Obst > Multitalente für Schleckermäuler

Multitalente für Schleckermäuler

Februar 2015 Das Interesse an Wildobst steigt. Zu Recht! Es vereint das Zierende mit dem Leckeren. Einige Gehölzarten laufen obendrein mehrmals im Jahr zur optischen Höchstform auf. Die Pflanzung eines solchen Multitalents lohnt sich also doppelt und dreifach!


Wirklich "wild" ist das als "Wildobst" angebotene Sortiment eher nicht. Vielmehr handelt es sich um Auslesen, teils sogar um richtige Sorten. Kein Nachteil: Deren Blüten und/ oder Früchte sind meist attraktiver. Neben heimischen Arten, wie Sanddorn und Vogelbeere, gibt es einige Exoten. Was nicht heißen muss, dass unsere Tierwelt dabei leer ausgeht!

Apfelbeere (Aronia).
© LianeM / fotolia.com
Sehr gesund: Apfelbeere (Aronia).

nach obenApfelbeere (Aronia)

Ein Gartenschätzchen, dass einen regelrechten Hype um die gesundheitsfördernde Wirkung seiner Früchte hervorgerufen hat, vom Anti-Aging bis zum Schutz vor Schlaganfall und Arteriosklerose. Die Apfelbeere kommt jedoch auch als Ganzes groß heraus − trotz ihrer handlichen Maße von 1,5 bis 2,5 m Höhe und 1 bis 1,5 m Breite. Der buschige Strauch punktet zum Austrieb mit rotbraunem Laub, das sich dann dunkelgrün färbt. Im Mai lockt er mit weißen, herb duftenden Blütenschirmen Bienen an. Zur Reife im Spätsommer färben sich seine roten Früchte schwarz. Sie sind recht sauer und bitter, was Vögel jedoch nicht stört. Die Früchte geben leckere Marmeladen, Gelees, Obstkuchen oder Saft ab. Ab Frühherbst krönt die sehr frostharte Nordamerikanerin ihr Gartenjahr mit leuchtend hell- bis dunkelrotem Laub. Was den Standort betrifft, ist die Apfelbeere sehr anpassungsfähig. Ein sonniger bis halbstattiger Platz mit normalem Gartenboden reicht ihr völlig aus.

Blüte der Felsenbirne
© stux
Blüte der Felsenbirne
Felsenbirnenfrüchte sind mühsam zu pflücken, aber genau das Richtige für Naschkatzen.
© sparti / Wikipedia
Felsenbirnenfrüchte sind mühsam zu pflücken, aber genau das Richtige für Naschkatzen.

nach obenFelsenbirne

Mit bronzefarbenem Blattaustrieb, einer reichen, sehr zierenden Blüte (April/Mai), bei Reife dunkelblauen, saftig-süßen Früchten Ende Juni/Juli und einer spektakulären Herbstfärbung kann auch die Felsenbirne aufwarten. Unsere Gartenformen stammen aus Nordamerika. Die Art (Amelanchier ovalis) ist bei uns heimisch. Sie blüht etwas später als ihre Verwandten. Als Strauch wird sie 2 bis 3 m hoch und breit. Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) kann 5 bis 8 m erreichen. Die Sorte 'Ballerina' blüht extra üppig, bildet größere, sehr aromatische Früchte und erweist sich als etwas widerstandsfähiger gegen Mehltau. Ob heimisch oder amerikanisch: Nektar- und pollensuchende Insekten sind davon gleichermaßen begeistert, ebenso wie um die 20 Vogelarten sowie kleine Säuger. Felsenbirnen stehen gerne sonnig auf normalen, eher trockenen Gartenböden.

Exotisch: Blumen-Hartriegel
© Omika / fotolia.com
Exotisch: Blumen-Hartriegel
Frucht des Blumen-Hartriegels
© Hans
Frucht des Blumen-Hartriegels

nach obenBlumen-Hartriegel

Während Apfelbeere und Felsenbirne sich auch in eine Hecke einfügen, wünscht sich der ostasiatische Blumen-Hartriegel einen Platz für sich alleine. Als hoher Strauch oder Baum (bis 7 m) stellt er einen etagenförmigen Wuchs und aufsehenerrende Blütenstände zur Schau. Die vier weißen Fahnen sind eigentlich Hochblätter, welche den bestäubenden Insekten den Weg zur tatsächlichen Blüte weisen. Diese bringt im Herbst eine kugelförmige, rote Frucht hervor. Bei Reife soll sie süß schmecken und an Melone oder Mango erinnern. Die Sorte 'Teutonia' steht im Ruf, besonders lecker zu sein. Allerdings haben die Früchte eine ledrige Schale und eine etwas gelartige Konsistenz. Wer sie nicht frisch vom Baum essen mag, legt sie daher mindestens fünf Wochen mit ein paar Zitronenscheiben und braunem Zucker (Verhältnis Frucht : Zucker 1 : 5) in möglichst neutralen Alkohol wie Wodka. Das ergibt einen feinen Likör, der prima zu Pudding, Tee oder Sekt passt. Für einen leicht sauren Boden und einen sonnigen Platz ist dieses Gehölz dankbar.

Echte Mispel
© smuki / fotolia.com
Echte Mispel
Sollte öfter gepflanzt werden: Echte Mispel.
© H. Zell/Wikipedia
Sollte öfter gepflanzt werden: Echte Mispel.

nach obenEchte Mispel

Dem botanischen Namen der Mispel (Mespilus germanica) zum Trotz liegt der Ursprung des kleinen Baums (5 m) wohl in Westasien. Genau lässt sich das nicht mehr nachvollziehen, weil das Gehölz im Mittelalter bei uns sehr häufig kultiviert wurde. Die Mispel gibt mit ihrem krummen Charakterstamm und dem orientalisch wirkenden, langen, schmalen, im Herbst gelbroten Laub einen tollen Hausbaum ab. Im Mai/ Juni trägt sie auffällig große, weiße Blüten. Die erst grünen, später goldbraunen, kelchförmigen Früchte sind bei der Reife noch steinhart. Lassen Sie die Fröste darüber gehen: Dann wird das Fruchtfleisch teigig und schmeckt angenehm säuerlich. Die Mispeln können Sie einfach auslöffeln oder Marmelade, Gelee oder Likör daraus herstellen. Die Früchte der Wildformen, deren Samen durch Vögel und Eichhörnchen verbreitet werden, sind mit 1,5 bis 3 cm recht klein. Die der Kulturformen haben Durchmesser von bis zu 6 cm. Wer Mispelfrüchte genauer ansieht, kann sicher nachvollziehen, dass der Volksmund sie "Hundsärsch" nannte. Diese unkomplizierte, schmucke Obstart verdiente es, dass sie wieder in unsere Gärten einzieht. Ein lehmiger, warmer, etwas kalkhaltiger, leicht feuchter Boden in Sonne oder Halbschatten eignet sich am besten.

Sehr auffällige Blütenstände: Zierquitte.
© RonPorter
Sehr auffällige Blütenstände: Zierquitte.
Lang anhaftende, leuchtend gelbe Früchte: Zierquitte
© ewa kubicka / fotolia.com
Lang anhaftende, leuchtend gelbe Früchte: Zierquitte

nach obenZierquitte

Auch die Früchte der Zierquitte sind − genauso wie die der Zieräpfel − essbar. Die Sorte 'Cido' trägt den Beinamen "Nordische Zitrone", den sie ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt und dem säuerlichen Geschmack zu verdanken hat. Dank ihrer zinnober- bis karminroten, rosa oder weißen Blüte im Mai/Juni und den wunderbar duftenden, gelben und lang bis in den Winter haftenden Früchten ist der 1 bis 1,5 m hohe Strauch ein kleines Multitalent. Er wächst recht sparrig, sehr zum Vorteil von Vögeln und Kleinsäugern, die darin Schutz und Nahrung finden. Die Blüten finden Anklang bei bestäubenden Insekten. Wie bei echten Quitten eignen sich die Früchte nicht zum Direktverzehr, lassen sich aber genauso wie diese verarbeiten. Zierquitten stehen gerne sonnig, leichten Schatten vertragen sie ebenfalls. Der Boden sollte nicht stark kalkhaltig, trocken oder nass sein.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

Die winterharte Wolfs- oder Gojibeere (Lycium barbarum)
Wildobst-Spezialitäten
Kornelkirsche
Wildfrüchte aus dem eigenen Garten
Bild 1a
4-Jahreszeiten-Gehölze

Schlagworte dieser Seite:

Apfelbeere, Felsenbirne, Früchte, Hartriegel, Mispel, Zierquitte

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2018

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de