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Erden-Qualität entscheidet über den Erfolg

© adpic.de/A. Armyagov

Februar 2015 Wer Zimmerpflanzen umtopft, Gärten, Gemüsebeete oder Gräber pflegt, einen Dachgarten anlegt oder seinen Balkonkasten füllen will, braucht Erde. Doch zwischen den Bedürfnissen von Orchideen und Rhododendren liegen Welten. Die Vielfalt spezieller Erden ist daher mittlerweile riesengroß. Doch worauf kommt es wirklich an?


Die eigene Gartenerde ist meist nicht unbedingt brauchbar, wenn man guten Erfolg haben möchte. Oft ist sie zu fest und es fehlen Nährstoffe. Man kann sie allerdings für Stauden, Gehölze und Zwiebelblumen mit selbst erzeugtem oder preisgünstigem Kompost aus recycelten Grünabfällen verbessern und damit im Freiland ein freudiges Wachstum erzielen.

Erden-Substrate aus dem Fachhandel, die sorgfältig nach speziellen Rezepten gemischten "Edelerden", unterscheiden sich dagegen von normalem Boden in der Qualität, die höchst unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden muss. Reichhaltig und verwirrend fällt das Erdenangebot im Gartencenter aus. Palette reiht sich an Palette, zu äußerlich kaum unterscheidbaren Preisen. Es kommt deshalb auf die inneren Qualitäten an, auf die namhafte Hersteller viel Sorgfalt verwenden. Doch braucht man das alles? Was ist wirklich sinnvoll, was überflüssig?

Zusatzstoffe: Verschiedene Steinmehle
© Stein / Wolf
Zusatzstoffe: Verschiedene Steinmehle

nach obenDie Mischung macht´s

Aus "Einheitserde", dem ersten industriell hergestellten Substrat von Bedeutung und wegen seines Gehaltes an stabilen Tonkügelchen geeignet für viele Zimmer- und Kübelpflanzen, ging inzwischen eine enorme Vielfalt hervor. Spezialerden sind den jeweiligen Bedürfnissen genau angepasst wie z.B. Geranienerde, Palmenerde, Zimmerpflanzenerde, Kakteenerde, Aussaat- und Vermehrungserde, Azaleenerde, Tomatenerde und Torfkultursubstrate zum Säen, Pikieren oder Topfen.

Allen Erden eigen ist eine Mischung verschiedener mineralischer und organischer Rohstoffkomponenten wie Naturton, Sand, Lava, Bims, gebrochener Blähton oder Perlite und Torf, Holzfasern, Rindenhumus, Kokosfasern oder Kompost. Hinzu kommt Dünger. Die Zusammenstellung und das Mischungsverhältnis der Komponenten machen dabei den Unterschied der Erden aus. Dabei hat jeder Hersteller seine geheime Rezeptur.

nach obenSpezialerden für jeden Zweck

Die Ansprüche von Pflanzen sind äußerst vielseitig. Bei Zitruspflanzen beispielsweise ist eine zusätzliche Eisenversorgung notwendig. Die Erde sollte außerdem sehr strukturstabil sein, da Zitrus- und Kübelpflanzen häufig mehrere Jahre im gleichen Kübel verbleiben. Rhododendren und Moorbeetpflanzen brauchen eine Erde mit niedrigem pH-Wert und hohem organischem Anteil, zum Beispiel aus Torf und Holzfasern.

Völlig abweichende Bedürfnisse haben Orchideen und Bromelien. Wenig Dünger, aber viel Sauerstoff, keine Staunässe, aber schnelles Ablaufen des Gießwassers − das sind Anforderungen, die den heimatlichen Wachtumsbedingungen als Aufsitzer (Epiphyten) in den Blattachseln tropischer Bäume entsprechen. Orchideen-"Erden" bestehen daher aus Rinde, Styroporkügelchen oder -chips, faserigem Torf, Kokos oder Reisspelzen.

Auch bei der Anwendung sind unterschiedliche Erden gefragt. Ganz wichtig sind besonders feine, nährstoffarme Aussaaterden, die beste Bedingungen für eine optimale Keimung liefern und den jungen Wurzeln ausreichenden Luftaustausch gewährleisten.

Zum Pflanzen im Freiland dagegen ist wieder andere Erde gefragt als beim Umtopfen von Zimmerpflanzen oder beim Bepflanzen von Balkonkästen und Schalen.

© Hersteller

nach obenHohe Ansprüche in Gefässen

Für Kulturen in Kübeln und Balkongefäßen gibt es die große Gruppe der Topf- und Balkonkastenerden, oft auch ganz einfach als Blumen- oder Pflanzenerden bezeichnet. Vergießfest sollen sie sein, mit lockerer, lange haltbarer Struktur und gut durchlüftet, damit sich die Wurzeln kräftig entwickeln und trotzdem sollen sie einen Wasservorrat speichern. Ganz wichtig ist der Nährstoffvorrat, heute in den höheren Preisklassen oft in Form von Langzeitdüngern enthalten, die je nach Bedarf der Pflanzen Nährstoffe freigeben und keine Verbrennungen verursachen. Nach 3 bis 6 Monaten ist der Vorrat aufgebraucht und die Pflanzen brauchen zusätzliche Nahrung.

Gartenpflanzerden dagegen sind Substrate zur Verbesserung der Böden im Freien und im Gewächshaus. Torf- und Rindensubstrate, Kompost und organisch aufgedüngte Substrate aus Holzfasern zählen dazu. Für spezielle Anforderungen gedacht sind lehmhaltige Wasserpflanzenerde, Rosenerde, Torfkultursubstrate, Graberde und Recyclingerden.

nach obenAlternativen zum Torf

Torf (Sphagnum, Torfmull) wird trotz seines angeknacksten Images in Form von Mischsubstraten immer noch viel verkauft. Weil die hiesigen Moore geschützt sind und bestehende Abbaukonzessionen allmählich auslaufen, gelangt Weißtorf aus Osteuropa zu uns. Torf ist ein reiner Humusbringer, mit sehr niedrigem pH-Wert und trotz des überholten Namens "Düngetorf" ohne jeden Zusatz von Kalk und Nährstoffen. Auf Dauer wird mit Torf versorgter Boden immer saurer, kalkhaltiger Boden dagegen lässt sich durch Torfzusatz kaum korrigieren.

Aus Umweltgründen versuchen die Hersteller von Substraten, den wenig zersetzten Weißtorf aus den Hochmooren und den dunklen, festeren Schwarztorf aus den Niederungen durch andere Stoffe wie aufbereitete Rinde, Komposte oder Kokosfasern zu ersetzen. Kokosfasern fallen in den Tropen beim Abschälen der Nüsse in großen Mengen an. Nach dem Zerkleinern und Aufbereiten bieten sie eine interessante Alternative zu Torf mit ähnlichen Eigenschaften und besserer Struktur. Allerdings können sie weniger Wasser speichern, was manche Hersteller durch Zugabe von Tonkügelchen ausgleichen. Das Angebot an gänzlich torffreien Erden ist jedoch noch begrenzt, weil die Qualität gegenüber torfhaltiger Erden gleichwertig sein sollte.

© Compo

nach obenVerwendung von Kompost

Kompost, so heißt es, sei das "grüne Gold des Gärtners". Zum Aufbessern von Gartenerde, zum Düngen von Beeten und Pflanzkulturen ist er heiß begehrt. Der pH-Wert im Kompost sollte nicht über 6,5 liegen. Außerdem muss er fein gesiebt und frei von Unkrautsamen sein, was durch selbsttätiges Erhitzen der organischen Masse erreicht wird.

Komposterde steht nicht nur aus dem eigenen Garten, sondern auch aus kommunalen und privaten Großkompostierungsanlagen zur Verfügung eine wirklich preiswerte und heute auch verlässliche Alternative. Geprüfte Verfahren und das RAL-Zeichen der Gütegemeinschaft Kompost sollen für gleichbleibende Qualität sorgen.

Wichtig: Im Gegensatz zu eigenem Reifekompost ist Kompost aus dem kommunalen Werk zwar fermentiert und zuverlässig frei von Unkräutern und Pilzkrankheiten, aber zunächst monatelang nicht belebt und von loser Struktur. Zum Pflanzen von Gehölzen eignet er sich nur, wenn man ihn normalem Gartenboden beimischt, im Verhältnis 1:5 bis 6.

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