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Übernahme eines Obstgartens

Diese Himbeeren haben ihre guten Jahre hinter sich. Besser direkt erneuern!
© von Soosten, Rolf
Diese Himbeeren haben ihre guten Jahre hinter sich. Besser direkt erneuern!

Dezember 2014 Wechselt ein Obstgarten den Besitzer, stellt sich die Frage: Was tun mit der mehr oder weniger bebauten Fläche? Jeder Fall ist anders, dennoch gibt es einige grundsätzliche Ratschläge, die Obstexperte Rolf von Soosten erläutert.


Jeder Neubesitzer eines Obstgartens sollte sich fragen, was sein Ziel ist. Strebt man eher einen naturnahen oder einen architektonisch orientierten Garten an? Diese Wünsche sollten Sie mit allen beteiligten Familienmitgliedern besprechen und sich auch in der Nachbarschaft nach Beispielen umschauen.

nach obenBaumbestand prüfen

Vorhandene Obstbäume und Sträucher, Erdbeer- und Himbeerpflanzungen sind langlebig und sollten auf ihre Lebensund Ertragserwartungen geprüft werden. Eventuell ist es auch ratsam, sie zu entfernen, den Boden zu sanieren und durch moderne Baumformen und Sorten zu ersetzen. Dann bietet sich die Einsaat der Studentenblume (Tagetes) sofort nach der Erdbeerernte oder im Mai nach dem Roden von Bäumen an. Intensive Obstlandschaften können hierauf heute nicht mehr verzichten. Die Wurzeln der Tagetes ziehen viele Nematoden an, verhindern ihre Vermehrung oder töten sie durch einen Wirkstoff in der Wurzel ab. Außerdem stimulieren sie nachfolgendes Wurzelwachstum. Auch im Gemüsebau kann die Studentenblume erfolgreich eingesetzt werden.

Welche Bäume sollten weichen und welchen gibt man eine weitere Chance? Es gibt eine Reihe von Schadpilzen, die Holz bewohnen: Hallimasch, Kragenfäule und Schwammpilze. Sie schwächen den Wirt über einen längeren Zeitraum und richten ihn schließlich zugrunde. Befallene Bäume sollte man daher restlos beseitigen.

Auch überalterte Bäume sollten Sie entfernen, wenn Sie nicht zu sehr an ihnen hängen. Sie erkennen die Überalterung daran, dass die Triebe der vergangenen Vegetationsperiode nicht mindestens 20 cm lang sind. Sollen diese Bäume jedoch stehen bleiben, benötigen sie einen intensiven Verjüngungsschnitt.

Bei den Himbeeren und Brombeeren sollten Sie versuchen, das Alter herauszufinden. Nach 8 bis 10 Jahren werden Zuwuchs und Qualität sichtbar geringer. Eine Sanierung lohnt sich meist nicht. Nur Johannisbeeren können durch Verjüngung wieder interessant werden.

Dieser Baum könnte zu weit an der Grenze stehen. Die unteren Äste sind deswegen eingekürzt worden, daher strebt seine Krone nach oben. Ein Zeichen für eine zu stark wachsende Wurzel.
© von Soosten, Rolf
Dieser Baum könnte zu weit an der Grenze stehen. Die unteren Äste sind deswegen eingekürzt worden, daher strebt seine Krone nach oben. Ein Zeichen für eine zu stark wachsende Wurzel.

nach obenPlanung ist wichtig

Nach der Bestandsaufnahme folgt die Planung. Skizzieren Sie grob, wo stark wachsendes Kern- und Steinobst steht. Das ist wichtig, damit Sie neues nicht an die gleiche Stelle setzen. Bedenken Sie bei der Planung auch die Lichtansprüche der neuen Bäume und Sträucher. Je nach Größe des Grundstücks ist bei der Auswahl der Obstunterlage die zu erwartende Endhöhe der Pflanze zu bedenken. Dies trifft auch für den Abstand zum Haus und zum Nachbargrundstück zu (Nachbarschaftsrecht).

Sinnvoll ist eine Bodenanalyse, um festzustellen, welche Nährstoffe in welcher Menge vorhanden sind. Dazu entnehmen Sie per Spatenstich aus 15 bis 20 cm Tiefe etwa einen Esslöffel Boden. Wiederholen Sie dies an etwa 30 Stellen, gleichmäßig auf die ganze Fläche verteilt. Die Gesamtmenge der Bodenproben sollte etwa 300 bis 500 g betragen. Bitten Sie im Anschreiben an das analysierende Institut um die Untersuchung der Grundnährstoffe für den Privatgarten. Geeignete Untersuchungslabors in Ihrer Nähe finden Sie im Internet, wenn Sie "LUFA" eingeben (LUFA: Landwirtschaftliche Bodenuntersuchungs- und Forschungsanstalten). Weitere Untersuchungen auf Mikronährstoffe können sehr teuer werden und sind für den Hausgarten überflüssig.

Dieser üppig wachsende Baum steht auf einer zu stark wachsenden Unterlage. Bei Trieben von mehr als 1 m Länge pro Jahr steht der Baum in 3 Jahren beim Nachbarn!
© von Soosten, Rolf
Dieser üppig wachsende Baum steht auf einer zu stark wachsenden Unterlage. Bei Trieben von mehr als 1 m Länge pro Jahr steht der Baum in 3 Jahren beim Nachbarn!

nach obenPflanzung

Äpfel und Birnen auf modernen schwach wachsenden Wurzeln und entsprechendem Boden kommen mit einem Abstand von etwa 1,5 bis 2 m aus. Der Reihenabstand sollte etwas größer sein, um eine gute Belichtung zu ermöglichen. Berücksichtigen Sie dabei das sortenbedingte Wachstum und den besonderen Schnitt in den ersten Jahren nach der Pflanzung. Auch beim Steinobst gibt es entsprechende Unterlagen.

Entscheidend ist, die Wünsche der Familienmitglieder aufeinander abzustimmen. Daraus ergibt sich die Flächenaufteilung, sowohl in puncto Größe als auch bezüglich des Pflanzenwechsels, zum Beispiel bei Erdbeeren.

Größere Schwierigkeiten bereitet der Kauf des Pflanzmaterials. Suchen Sie sich eine zuverlässige Baumschule, notfalls über das Internet. Es ist besser, einige Kilometer zu fahren, als sich über Jahre über mangelhafte Ware zu ärgern. Mein Tipp: Bewahren Sie die Rechnungen und Etiketten für einen eventuellen Regress auf.

Achten Sie bei der Pflanzung darauf, dass der Boden im Pflanzloch 50 bis 60 cm tief keine verdichteten Schichten enthält. Niederschlagswasser muss versickern und die Wurzeln müssen wachsen können.

Schon bei der Pflanzung ist darauf zu achten, dass der Veredelungsknoten nicht in die Erde gerät.
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Baumbestand, Obstbaum, Obstbaumschnitt, Pflanzabstand, Pflanzung, Planung

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