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Zwiebeln, Knollen & Rhizome − Kleine Wurzelkunde

Die Zwiebel setzt sich aus einzelnen Schuppen zusammen, eine Knolle ist massiv.
© Jaehner, Ilse
Die Zwiebel setzt sich aus einzelnen Schuppen zusammen, eine Knolle ist massiv.

November 2014 Pflanzen sind erfinderisch, wenn es darum geht, die kalte Jahreszeit zu überleben. Denn was sollen sie im Winter mit Trieben über der Erde? Zwiebel- und Knollenpflanzen legen sich stattdessen unterirdisch Vorräte an, lassen die oberirdischen Teile absterben und warten auf bessere Zeiten. Lesen Sie einen kleinen Überblick über verschiedene Wurzelarten.


Vergleicht man Zwiebeln mit Knollen, sieht man den Unterschied sofort: Die Zwiebel ist ein stark verkürzter Spross mit verdickten, fleischigen Schuppen oder Schalen. Man kann sie bequem auseinandernehmen. Die scheibenförmige, abgeflachte Achse am unteren Ende des runden Gebildes heißt Zwiebelscheibe oder Zwiebelkuchen. Dort entspringen die Wurzeln, meist kranzförmig. Typische Zwiebeln sind neben der Speisezwiebel viele frühjahrsblühende Blumenzwiebeln wie Narzisse und Tulpe.

Knollen hingegen sind verdickte, mehr oder weniger fleischige Stängel- oder Wurzelteile. Sie finden sich sowohl im Zier- als auch im Gemüsegarten. Ihr Inneres ist nicht wie bei Zwiebeln schichtweise aufgeteilt, sondern eher massiv. Typische Sprossknollen sind Kartoffeln, zu den Wurzelknollen zählen Dahlien. Kohlrabi dagegen sind verdickte oberirdische Stammknollen.

Rhizomstück eines Salomonsiegels mit deutlichem Abdruck des vorjährigen Stängels.
© Jaehner, Ilse
Rhizomstück eines Salomonsiegels mit deutlichem Abdruck des vorjährigen Stängels.

nach obenRhizome

Viele Pflanzen im Ziergarten haben Rhizome. Rhizome, Wurzelstöcke oder Erdstämme sind wie Zwiebeln und Knollen Überwinterungsorgane, die aus unterirdischen Sprossachsen mit kurzen Blattzwischenräumen hervorgehen und Nährstoffe speichern. Rhizome sind aber nicht nur Speicher- sondern auch Vermehrungsorgane, mit deren Hilfe sich manche Pflanzen schnell ausbreiten.

Beispielsweise entwickelt Salomonsiegel typische Rhizome. Die kreisrunden Vertiefungen, die die vorjährigen Stängel auf den Rhizomen hinterlassen, geben dieser Staude ihren Namen. Weitere Rhizombildner sind Maiglöckchen mit weißen, dünnen, schnurartigen Rhizomen und Becherfarn mit stärkeren, schwarzen, seilartigen Rhizomen. Wie fließend die Übergänge zwischen den einzelnen Wurzelformen sind, zeigen Schwertlilien, die sowohl unregelmäßige, knollige Rhizome als auch Zwiebeln bilden.

Wurzeln von Fingerhut und Hainbuchenjungpflanze im Vergleich. Fingerhut (unten) hat Faserwurzeln, Hainbuche von Beginn an eine starke Hauptwurzel mit einigen ersten Nebenwurzeln.
© Jaehner, Ilse
Wurzeln von Fingerhut und Hainbuchenjungpflanze im Vergleich. Fingerhut (unten) hat Faserwurzeln, Hainbuche von Beginn an eine starke Hauptwurzel mit einigen ersten Nebenwurzeln.

nach obenWurzeln

Während wir uns bisher hauptsächlich mit Speicherorganen von Pflanzen beschäftigt haben, wenden wir uns jetzt regulären Wurzeln zu. Dabei handelt es sich um meist unterirdische, abwärtsstrebende, zunächst fadenförmige Pflanzenteile, die mehrere Aufgaben haben. Ganz wichtig: Sie verankern die Pflanzen fest im Boden. Wurzeln sind außerdem dazu da, Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Außerdem können sie, wenngleich weniger perfekt als Zwiebel oder Knolle, Nährstoffe speichern.

Wie unterschiedlich Wurzeln geformt sein können, veranschaulicht die Gegenüberstellung von Fingerhut und Hainbuche. Neben der kaum verzweigten, schon früh verholzenden, senkrecht in die Tiefe gehenden Hauptwurzel einer jungen Hainbuchenpflanze zeigt Fingerhut eine typische, reichverzweigte Faserwurzel. Bäume müssen schnell in die Tiefe gehen, um dort jenen Halt zu finden, den sie als große Exemplare brauchen und genügend Wasser zu finden. Für die Nährstoffversorgung sind dann Seitenwurzeln in bodennäheren Schichten zuständig.

Viele krautige Pflanzen, Stauden, einjährige und zweijährige Gewächse bilden Faserwurzeln. Diese entstehen direkt unter den oberirdischen Pflanzenteilen, verzweigen sich stark und vergrößern so die Wurzeloberfläche. So verwurzeln sie fest mit der Erde und nehmen viel Wasser sowie Nährstoffe auf.

Ausläuferwurzeln sind eine besondere Spezialität von Pflanzen, um sich rasch vegetativ zu vermehren. Es gibt ober- und unterirdische Ausläufer. Beispielsweise haben Erdbeeren oberirdische, viele Sträucher, unterirdische Ausläufer. Man kann ihre Ableger einfach abtrennen und an anderer Stelle einpflanzen − das Ausschlagvermögen mancher Triebe ist enorm. Sie bilden nachträglich Wurzeln, so genannte Adventivwurzeln, mit denen sich Pflanzen ebenfalls vegetativ vermehren lassen.

Kletterpflanzen dagegen bilden Haftwurzen, die sich mit ihren Saugnäpfen am Untergrund − zum Beispiel Baumstämmen − festhalten, ohne ihm Nahrung zu entziehen. Anders Pflanzen mit Saugwurzeln, von Schmarotzern oder Halbschmarotzern wie der Mistel. Mit den Saugwurzeln nehmen sie Zellsäfte des Wirtes auf.

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Schlagworte dieser Seite:

Ausläuferwurzeln, Dahlie, Faserwurzel, Haftwurzen, Kartoffeln, Knolle, Kohlrabi, Maiglöckchen, Rhizome, Sprossknollen, Stammknollen, Vermehrungsorgan, Wurzelarten, Wurzelknollen, Wurzelstöcke, Zwiebel

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