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Rosenpflanzung im Herbst

November 2014 Rosen sind wieder sehr gefragt. Neue Sorten mit betörendem Duft und Resistenzen gegen Krankheiten wie Mehltau, Rost und Sternrußtau haben bei der Auswahl den Vorrang. Jetzt im Herbst ist wieder Pflanzzeit für wurzelnackte Ware.


Rosenbeet im Garten
© Stein, Dagmar
Rosenbeet im Garten

Stehen die Rosen schon mitten im Sommer ohne Blätter da, mit nackten Stielen, nur ab und zu einer Blüte drauf, dann wundert es kaum, wenn keine rechte Freude aufkommen will. Da lohnt sich ein Tausch gegen gesunde Rosensorten.

Mit der Auswahl robuster Sorten können Sie dem Frust entfliehen. Alljährlich werden in zehn deutschen Prüfgärten hunderte von neuen Rosen auf Herz und Nieren geprüft und ältere überwacht. Nur wenigen Züchtungen gelang die Anerkennung als ADR-Sorte (ADR=Anerkannte Deutsche Rose). Jedes vermehrte Exemplar darf künftig auf dem Etikett das ADR-Gütesiegel tragen und ist daran im Gartencenter und in der Baumschule leicht zu erkennen.

ADR-Rose 'Gartenfreund'.
© Stein, Dagmar
Bild 1: ADR-Rose 'Gartenfreund'.
ADR-Rose 'Novalis' (von Kordes)
© Stein, Dagmar
Bild 2: ADR-Rose 'Novalis' (von Kordes)

nach obenNeue ADR-Sorten

Im letzten Jahr haben wieder acht neue Rosensorten die Prüfungen bestanden: 'Gartenfreund' Bild 1 von Kordes ist eine mittelstark wachsende Beetrose mit leuchtend rosaroten, halbgefüllten Blüten, die fortlaufend blüht. 'Novalis' (von Kordes) Bild 2 hat eine wunderschöne, gefüllte, mittelgroße fliederfarbene Blüte mit leichtem Rosa-Ton. Sie duftet herrlich und hat eine nostalgische Blütenform. Wuchsform aufrecht bis zu 120 cm Höhe. Die Beetrose 'Portorosz' (von Kordes) Bild 4 hat apricot- bis lachsfarbene, gefüllte, mittelgroße Blüten und einen kräftigen Wuchs.

ADR-Rose 'Sirius'
© Stein, Dagmar
Bild 3: ADR-Rose 'Sirius'
Von Rosen Tantau haben sich folgende Sorten durchgesetzt:
  • 'Sirius' Bild 3 − gefüllte, mittelgroße Blüten von Apricot bis Weiß, dicht verzweigte Blütendolden, Höhe 120 cm.
  • 'Perennial Blue' − mittelstark bis stark wachsende Kletterrose mit kleinen, halbgefüllten Blüten, karminrosa bis hellviolett, auffallende Staubgefäße.
  • Sorte 'Sabrina' von BKN/ Meilland − cremeweiß bis apricotfarbene, stark gefüllte Blüten, stark duftend, Triebe bogig überhängend, stark wachsende Kletterrose.

Beetrose 'Portorosz'
© Stein, Dagmar
Bild 4: Beetrose 'Portorosz'

nach obenHerbstpflanzung schafft Vorteile

Die meisten Rosen werden im Frühjahr gepflanzt, von Februar bis Mai. Mit dem Blattaustrieb ist die Pflanzzeit für so genannte wurzelnackte Rosen (das sind Rosenstöcke, die ohne Laub und ohne an den Wurzeln anhaftende Erde verkauft werden) vorbei. Ab dann kann man nur noch fertige Rosenpflanzen aus dem Topf pflanzen, was deutlich teurer sein kann als die wurzelnackte Ware. Doch weitaus besser wachsen die "Königinnen aller Blumen" an, wenn man sie im Herbst bis Ende November in den Boden bringt. Frei von jedem Stress durch den Austrieb bei hohen Temperaturen können sich die feinen Fadenwurzeln jetzt den neuen Lebensraum erschließen. Der Austrieb fällt dann im Frühjahr kräftiger aus − das kann fast ein ganzes Jahr Vorsprung bedeuten.

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Viel Spaß beim Gärtnern!

nach obenGut geplant

Die Pflanzaktion wird ein Erfolg, wenn Sie Folgendes beachten:

  • Sonnig und luftig soll der geplante Standort sein, der Boden etwas lehmig und durchlässig ohne stauende Nässe. Mit ihren wenigen feinen Wurzeln dringen die Rosenpflanzen weit in die Tiefe vor und können sich so später auch bei Trockenheit mit Wasser versorgen.
  • Standen an dem geplanten Platz schon einmal Rosen, ist ein schwacher Wuchs wegen Bodenmüdigkeit vorprogrammiert. Verantwortlich sind an den Wurzeln saugende Fadenwürmer (Nematoden). Warten Sie dann besser noch ein Jahr und entseuchen Sie die Erde in der Zwischenzeit mit einer Gründüngung (Gartendoktor, Sperli), Nematodenkiller oder mit Studentenblumen der Sorte 'Single Gold' (beides Kiepenkerl). Die Wurzelausscheidungen dieser farbenprächtigen Blumen machen die Larven der Schädlinge auf biologische Weise unschädlich.

nach obenRosen sicher überwintern

Der Winter naht, die sommerliche Pracht der Rosenblüten ist vergangen. Traurig präsentieren sich ihre Reste und dämmern dem Frost entgegen. Was ist jetzt zu tun?

  • Nicht viel, denn sowohl Strauchrosen als auch Kletterrosen brauchen jetzt keinen Schnitt. Der erfolgt erst zum Ende des Winters, wenn Erfrorenes, Veraltetes und allzu wüchsige Triebe ausgelichtet und in Form gebracht werden müssen.
  • Anders werden Beetrosen und Edelrosen behandelt. Man schneidet ihre Triebe auf Kniehöhe (etwa 30 bis 40 cm) zurück und putzt Abgeblühtes aus. Der eigentliche Schnitt erfolgt erst im März oder April.
  • Sind die Rosen tief genug und damit richtig gepflanzt, d. h. mindestens 5 cm unter Veredelungsstelle, entfällt sogar das Anhäufeln, denn die entscheidenden "Augen" sind gegen harte Barfröste in der Erde geschützt. Haben Sie darauf nicht geachtet, ist das Anhäufeln mit Erde rund um die Veredelungsstelle dringend anzuraten.
  • Das Gute mit dem Nützlichen verbindet man durch Abdecken mit einer leichten Schicht Mist.
  • Wichtig ist das Entfernen von abgefallenen Blättern, die mit Mehltau, Sternrußtau oder Rost besetzt sind und die Krankheit ins nächste Jahr weiter tragen.
  • Haben Sie junge Stämmchenrosen oder Kletterrosen, empfiehlt sich das Abbinden und vorsichtige Herunterbiegen auf den Boden. Krone samt Veredelungsstelle und Triebe werden mit Erde bedeckt und überstehen so härteste Winter.
  • Sind die Rosen älter und steifer, wird das Biegen schwieriger. Binden Sie die empfindliche Krone in Tannengrün ein, hüllen Sie sie in ein schattierendes Überwinterungsvlies oder nutzen Sie eine durchlöcherte oder geschlitzte Folie.
    Achtung: Undurchlässige Folie ist nicht geeignet, weil sich darunter bei Sonne allzu viel Hitze staut und die Triebe zu früh austreiben. Ohnehin schützt das Einbinden nicht primär vor Frost, sondern vor harten, austrocknenden Winden und allzu früher Entwicklung.

nach obenSo wird gepflanzt

  • Lockern Sie den Boden 50 cm tief und gründlich und reichern Sie ihn mit Humus (verrotteter Mist, abgepackter Rinderdung, Kompost und 100 g Hornspänen/m2) an. Noch keinen Mineraldünger ausbringen.
  • Heben Sie das Pflanzloch etwa 40 x 40 cm weit aus und so tief, dass die Wurzeln gerade hineinpassen.
  • 35 bis 40 cm Abstand sind richtig für Edelrosen und Beetrosen, das sind 7 bis 9 Rosen/m2. Bodendeckende Rosen stehen je nach Wuchsleistung auch weiter.
  • Legen Sie "wurzelnackte" Pflanzen (ohne Erde) nach dem Kauf zunächst 24 Stunden ins Wasser.
  • Kürzen Sie die Wurzeln mit einer scharfen Schere um etwa ein Drittel ein, das regt die Pflanzen an, neue Wurzeln zu bilden. Beschädigte Triebe werden ebenfalls zurück geschnitten.
  • Jetzt kein Pflanzschnitt, dafür ist nach dem Winter Zeit.
  • Setzen Sie die Rosen so tief, dass die Veredelungsstelle zum Schluss ca. 5 cm mit Erde bedeckt ist. So schützen Sie die Pflanzen gegen künftige Fröste und machen das Anhäufeln im Herbst weitgehend überflüssig.
  • Füllen Sie das Erdgemisch ein und drücken oder treten Sie die Rosen leicht an, um den Bodenschluss herzustellen.
  • Mit dem Spaten einen Gießring formen und ausgiebig einschlämmen.
  • Etwa 15 bis 20 cm mit Erde hoch anhäufeln, die Triebspitzen sollen aber noch herausschauen. Das schützt vor Austrocknen.
  • Vor dem Winter den Boden mit einer dünnen Schicht Kompost, Mist oder Humuserde abdecken.

  • Lockern Sie den Boden 50 cm tief und gründlich. | © Stein, Dagmar
  • Kürzen Sie die Wurzeln mit einer scharfen Schere um etwa ein Drittel ein. | © Stein, Dagmar
  • Füllen Sie das Erdgemisch ein und drücken oder treten Sie die Rosen leicht an. | © Stein, Dagmar
  • Mit dem Spaten einen Gießring formen und ausgiebig einschlämmen. | © Stein, Dagmar

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Im Namen der Rose

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ADR-Rose, Abbinden, Anhäufeln, Beetrose, Duft, Herbstpflanzung, Humus, Kletterrose, Mehltau, Mist, Nematoden, Pflanzzeit, Resistenz, Rose, Rost, Sternrußtau, Veredelungsstelle, wurzelnackte Rosen, Überwinterungsvlies, überwintern

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