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Himbeeren neu pflanzen

Mehrjähriger Bestand der Sorte 'Schönemann'. Höhe: 1,80 m.
© von Soosten, Rolf
Mehrjähriger Bestand der Sorte 'Schönemann'. Höhe: 1,80 m.

Oktober 2014 Himbeeren sind beliebt bei Groß und Klein. Gartenexperte Rolf von Soosten gibt Tipps zur richtigen Pflanzung des leckeren Beerenobstes.


Die Himbeere gilt als Flachwurzler, das heißt, ihre Wurzeln wachsen horizontal mehr oder weniger dicht unter der Oberfläche. Dies ist aber nur bedingt richtig. Wurzelgrabungen in gut wachsenden Anlagen zeigten, dass sich nennenswerte Mengen noch in 80 cm Tiefe finden. Diese teilweise bleistiftstarken Wurzeln erschließen dem Strauch tiefliegende Wasserreserven. Daher welken Himbeeren selbst in heißen trockenen Sommern kaum.

Was heißt das für die Neupflanzung? Der Standort sollte bis zu 1 m durchwurzelbar sein. Grobes Gestein im Untergrund ist kein Hindernis, aber Ortstein, Tonhorizonte oder andere wasserundurchlässige Schichten verursachen in Regenperioden Wasserstaus, die zum Absterben der tiefliegenden Wurzeln führen. Dies schwächt die Pflanze und macht sie anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Bei der Bodenqualität ist die Himbeere nicht so wählerisch. Sie wächst praktisch auf allen Bodenarten mit einem pH-Wert von 4 bis 7. Ihre wildwachsenden Vorfahren bewohnen Waldränder und Lichtungen, wo Laub oder Nadeln den Boden bedecken. Diese Schicht schützt sie in der Natur vor Verdunstung und Temperaturschwankungen. Daher ist es gut, den Pflanzstreifen mit einer Mulchdecke zu versehen. Sie kann aus Stroh oder grobem Kompost bestehen. Schreddermaterial nur in kleinen Mengen beimischen. Die Abdeckung sollte sofort nach der Pflanzung geschehen, um den Boden vor dem Austrocknen zu schützen.

nach obenPflanzabstände

Pflanzen Sie in der Reihe alle 40 cm. Dichter sollte es nicht sein, denn meistens gibt es nach dem zweiten Jahr zu viele Ruten. Außerdem verursacht zu dichtes Pflanzen eine Nährstoffund Lichtkonkurrenz. Der Reihenabstand sollte sich nach der erwarteten Wuchshöhe richten: bei üppigem Wachstum nicht unter 3 m. Die neuen Ruten behindern die Belichtung und Abtrocknung benachbarter Pflanzen, die so krankheitsanfällig werden.

Gesunde junge Himbeerruten können bis 5 m hoch werden. Auch hier ist das Licht der begrenzende Faktor: Die Blätter benötigen ausreichendes Sonnenlicht, um die Blütenknospen in den Blattachsen zu kräftigen. Zu viel Schatten mindert also die Qualität.

Meristempflanzen, ausgetopft.
© von Soosten, Rolf
Meristempflanzen, ausgetopft.

nach obenGutes Pflanzmaterial

Ein großes Problem ist die Beschaffung gesunden und hochwertigen Pflanzmaterials. Gute Qualität erkennt man am üppigen Wurzelwerk. Dagegen zeigen Reste einer vorjährigen Rute, dass hier ein Laie am Werk war − Finger weg!

Die Ruten müssen nicht dick, sollten aber bei der Rodung ausgereift, also blattlos gewesen sein. Dies erkennen Sie an den Blattnarben. Bei vorhandenen Wucherungen (Wurzelkropf) oder stark beschädigter Rinde ist ein Kauf nicht empfehlenswert. Dies sind Eintrittspforten für verschiedene Rutenkrankheiten.

Sorgen Sie dafür, dass die Wurzeln zwischen Kauf und Pflanzung nicht trocken werden, denn das würde den Austrieb verzögern. Auf den dickeren Wurzeln sitzen bereits die Knospen für die Ruten des nächsten Sommers, sie gilt es zu schützen.

nach obenDer richtige Pflanztermin

Da die Himbeere ein Halbgehölz ist, empfiehlt sich eine Pflanzung im Frühjahr. Im Winter sind der dünne Holzmantel und das Mark der Rute besonders der Austrocknung ausgesetzt. Bereiten Sie also jetzt die Pflanzstelle vor und sehen Sie sich in den nächsten Monaten nach Pflanzmaterial um. In guten Sortimentsbaumschulen oder besser in Obstbaumschulen kann man sich zu den Sorten erkundigen und sie vielleicht für das Frühjahr bestellen. Unterschiede:

  • Ballenlose Ware, meist preisgünstiger.
  • Getopfte Ware, nur gut, wenn der Topf durchwurzelt und die Rute mehrere Millimeter dick ist.
  • Meristemvermehrte Ware, stets in kleinen Töpfen.

Im Internet finden Sie Baumschulen und Vermehrungsbetriebe.

nach obenRückschnitt sinnvoll?

Handelt es sich beim Pflanzgut um kräftige Ware, z. B. mit zentimeterdicker Rute und üppigem Feinwurzelwerk, kann die Rute gern 80 cm lang bleiben. Aus den gesunden Knospen treiben Seitentriebe für erste Kostproben aus. Sie reifen oft erst im August oder September. Schwaches Pflanzgut dagegen sollte nicht zum Fruchten kommen. Die Assimilationsprodukte werden nötiger für den Aufbau der Ruten gebraucht. Schneiden Sie die Pflanze auf ca. 60 cm zurück und kneifen Sie eventuelle Blüten aus. Eine neugesetzte Himbeere sollte im ersten Sommer im Durchschnitt 1,8 oder mehr Jungruten haben.

Häufig wird das Rankgerüst schon vor der Pflanzung aufgestellt. Dies ist nur sinnvoll, wenn es aus technischen Gründen nicht anders geht. Ansonsten kann es besser sein, die Pfähle erst am Ende des ersten Sommers zu setzen. Denn sie sind im Bodenbereich der Verrottung ausgesetzt. Dadurch ist die Lebensdauer der Pfähle oft kürzer als die der Himbeere.

Pflanzung und Aufbau einer Himbeeranlage sind nicht billig. Betrachtet man aber die Lebensdauer und bezieht die Preise frischer Früchte mit ein, ist die Himbeere sicher eine interessante Obstart.

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Schlagworte dieser Seite:

Himbeere, Pflanzabstände, Pflanzgut, Pflanzung

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