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Wenn Blumenzwiebeln wild werden

Oktober 2014 Blumenzwiebeln stecken voller Überraschungen, vor allem wenn man sie selber machen lässt. Dafür braucht es jedoch einen Garten mit genügend Freiraum, Geduld und nur wenig Nachhilfe.


Wilde Krokusse im Husumer Schlossgarten.
© Jaehner, Ilse
Wilde Krokusse im Husumer Schlossgarten.

Blumenzwiebelpflanzen haben einen bestimmten Wachstumsrhythmus: Nach der Blüte sammeln sie allmählich Nährstoffe aus den Blättern und speichern sie in ihren Knollen oder Zwiebeln. So werden sie fit für die nächste Blüte. Gleichzeitig erfolgt eine generative Vermehrung durch Samen und eine vegetative mit Tochter- oder Brutzwiebeln und Ausläufern. Je mehr Nachwuchs, desto erfolgreicher "verwildern" die Pflanzen. Das bedeutet nicht etwa, dass Blumenzwiebeln mit der Zeit nicht mehr so gut aussehen Im Gegenteil! Wenn Blumenzwiebeln verwildern, entwickeln sie sich besonders gut und vermehren sich eifrig, ohne ihre Schönheit einzubüßen. Manchmal geht das Verwildern nicht so schnell wie gewünscht. Die Pflanzen müssen sich erst zurechtfinden. Aber dann vermehren sie sich rasant. Sie erleichtern ihnen den Start, wenn Sie gleich richtig viele Knollen oder Zwiebeln setzen.

Zum Verwildern benötigen Blumenzwiebeln einen guten, gepflegten Gartenboden. Noch besser ist ein betont lockerer und unbedingt durchlässiger Boden ohne Staunässe, der humusreich, genügend kalkhaltig, weder zu sauer noch überkalkt, ist. Die Erde hat die richtige Struktur, wenn Sie zum Pflanzen der Blumenzwiebeln kein Gerät benötigen, sondern die Hand genügt. Beachten Sie die Lichterverhältnisse: Vor allem die frühen Blüher oder jene aus dem Bereich des lichten Laubwaldschattens mögen bis zur Blüte Sonne, später einen schattigeren Stand. Krokusse und Tulpen benötigen vergleichsweise viel Sonne.

Manche Blumenzwiebeln eignen sich eher zum Verwildern als andere. Kleinblumenzwiebeln bieten sich geradezu an.

Schneeglöckchen verwildern gut.
© Jaehner, Ilse
Schneeglöckchen verwildern gut.

nach obenSchneeglöckchen & Krokus

Schneeglöckchen und Krokus können Sie gerne zusammen pflanzen. Setzen Sie sie aber keinesfalls in Zierrasen, da die Rasennarbe nicht locker genug ist. Außerdem dürfen die Blätter von Blumenzwiebeln nicht einfach abgemäht werden, bevor sie vergilben. Möglich ist jedoch das Setzen in eine lockere, lückige Grasnarbe im Anschluss an Gehölzbestand.

Schneeglöckchen vermehren sich durch Tochterzwiebeln und Ausläufer. Sie können dies durch Teilen der Zwiebelklumpen gleich nach der Blüte und sofortiges Pflanzen der einzelnen Zwiebeln unterstützen. Schneeglöckchen bilden außerdem reichlich Samen. Ameisen lieben deren süße Anhängsel und schleppen sie über weite Strecken zu ihrem Nest. Verlieren sie unterwegs Samen, wachsen dort überall Schneeglöckchen.

Verwenden Sie Krokus-Arten, die gut verwildern. Das sind weniger die großblumigen Gartensorten, sondern vielmehr recht frühe Sorten wie Elfenkrokus (Crocus tommasinianus), Goldkrokus (Crocus flavus) oder Wildkrokus (Crocus etruscus 'Zwanenburg'). Geeignete Plätze im Garten finden sich vor allem an sonnigen Gehölzrändern, wo die Krokusse im Winter unter wärmendem Laub geschützt sind, früh treiben und blühen, ungestört wachsen und sich weiter vermehren können.

Zu den Krokussen gesellt sich Schneestolz (Chionodoxa luciliae), der unverwüstlich mit blauen Blüten gut zu weißen Puschkinien passt. In diese Gruppe gehören auch Blausternchen (Scilla sibirica und Scilla bifolia). Diese Frühblüher bevorzugen lichten Laubwaldschatten und verwildern gut.

Kleine Wildtulpe (Tulipa tarda).
© Jaehner, Ilse
Kleine Wildtulpe (Tulipa tarda).

nach obenTulpen & Narzissen

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Eine ganze Wiese voller Trompetennarzissen ist der Traum manches Gartenbesitzers. Hier ist Sortenwahl wichtig. Gelb blühen 'Dutch Master', 'Golden Harvest' und 'Exception', als weißes Gegenstück passt 'Mount Hood'. Diese Narzissen benötigen guten, nährstoffreichen, genügend frischen bis feuchten Boden, im Frühjahr viel Sonne, später lichten Schatten. Sie unterstützen das Verwildern auch hier, indem sie große Zwiebelklumpen teilen.

Manche Tulpen eignen sich ebenfalls zum Verwildern. Die kleine, gelbe Tulipa tarda mit sternförmigen Blüten auf kurzen Stielen ist etwas für volle Sonne im Steingarten, ebenso die Tulipa turkestanica. Beide bilden außer Tochterzwiebeln auch Samen in schönen, sich langsam aufblähenden, schließlich platzenden Samenkapseln.

Eine üppige Osterglocken-Wiese.
© Jaehner, Ilse
Eine üppige Osterglocken-Wiese.

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Blumenzwiebel, Elfenkrokus, Krokus, Narzisse, Schneeglöckchen, Trompetennarzissen, Tulpe, Wildkrokus

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