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Fernöstliche Gartengestaltung

Oktober 2014 "Der Garten ist die Nahrung des Herzens" sagen die Chinesen. So viel Poesie macht neugierig. Feng-shui-Gärten nach chinesischem Vorbild, erdverbundene Thaikeramik, Japangärten mit Wasser, Gräsern, Azaleen und zierlichem Bambus: kein Zweifel, fernöstliche Einflüsse werden auch bei uns gerne aufgenommen.


Was sie auszeichnet und von der farbenfrohen Üppigkeit der Bauerngärten oder Staudengärten nach englischer Art unterscheidet, ist die Ruhe, die von der oft einfachen Ausstattung ausgeht − mit viel Blattgrün, Steinen und sparsam verwendetenzierlichenoderkunstvoll in Form gehaltenen Pflanzen. Dies kommt der Suche nach Ausgleich in unserer immer unruhiger werdenden Zeit entgegen. Man hat das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Lärm und Hektik bleiben drau­ßen.

Japanischer Garten
© Stein, Dagmar
Japanischer Garten

nach obenMystische Harmonie

Wer sich mit den über 2.000 Jahre alten Theorien der auf Harmonie und Ausgleich bedachten chinesischen Gärten auseinandersetzen möchte, findet reichlich Literatur. Auch zu den asketisch wirkenden Japangärten, die − einem Kunstwerk gleich − malerische Minilandschaften nachstellen. Steine werden da zu einsamen Inseln, weiße geharkte Kiesflächen zum wellengekräuselten Meer und Bonsai­Bäumchen zu urwüchsigen Wäldern. Bäume und Wasser haben fast religiöse Bedeutung, Steinlaternen erinnern an Gewesenes, Schattenpartien kommen geheimnisvoll daher.

nach obenJapan- oder Chinagarten?

Japangärten beleben selbst kleinste Gartenpartien. Besonders gut eignen sie sich für Hauseingänge, Innenhöfe und Dachgärten, für Singles und kleine Familien. Richtig angelegt, sind sie pflegeleicht. Sie beschäftigen das Auge und den Geist das ganze Jahr über, im Sommer wie im Winter. Am schönsten sind sie mit blühenden Azaleen und Kirschen im Frühling und leuchtender Blattfärbung im Herbst.

Chinagärten zeigen sich trotz ähnlicher Grundzüge oft farbenfreudiger und fröhlicher − mit Dekoelementen bis hin zum Kitsch.

Auch wer einen Garten nur genießen, sich aber nicht mit den Hintergründen fremder Kulturen beschäftigen möchte, kann sich dem fernöstlichen Zauber mit seiner Harmonie kaum entziehen. Zu ungewöhnlich ist der Umgang mit Steinen und kristallklarem Wasser, in dem farbenprächtige Koi unentwegt ihre Bahnen ziehen, mit zierlichen Gräsern, Steinlaternen und vor allem mit dem immergrünen Bambus.

Bambus Fargesia murilae ‘Jumbo’.
© Stein, Dagmar
Bambus Fargesia murilae ‘Jumbo’.

nach obenBambus − das ganze Jahr

Bambus in seinen mannigfaltigen Formen passt gut zum Wasser und ist im fernöstlichen Garten unverzichtbar. Die eleganten Stängel und zierlichen Blätter ergänzen die Symphonie der Wasserpflanzen, hüllen alles in ein Dschungel-Dämmerlicht. Sogar im Winter bleibt ein Bambusgarten als immergrünes Paradies erhalten. Die heute üblichen Bambusarten wie Phyllostachys, Fargesia, Sasa und Pleioblastus vertragen Fröste bis −20/−25 °C. Besonders lebendig, elegant und erheiternd wirken zweifarbige Formen oder als Besonderheit der Schwarze Bambus (Phyllostachys nigra). Bodendeckende Büsche erzielt man an Böschungen oder zwischen Steinen mit Zwergbambus (Pleioblastus humilis).

Bei dem gerne verwendeten wintergrünen Schirmbambus (Fargesia murielae) hat sich vor wenigen Jahren ein Phänomen vollzogen: der Bambus blühte. Dieses Phänomen tritt nur alle 120 Jahre auf. Die Pflanzen gingen nach diesem Blütenschub ein, aber sie vermehrten sich weiter über Samen. Jetzt sind aus den Nachkommenschaften geprüfte, robuste Sorten entstanden. Zum Beispiel die Züchtungen 'Simba' (150 cm hoch) und 'Jumbo' (250 cm hoch), die nun mehr als 100 Jahre vegetativ wachsen werden, obendrein buschiger sind und damit besser in kleine Gärten passen.

nach obenFarbige Gehölze

Nicht zu vergessen in einem fernöstlichen Garten sind auch die im Herbst besonders schönen japanischen Gehölze wie der Japanische Schlitzahorn (Acer palmatum). Wegen seines begrenzten Wuchses und seiner elegant geschlitzten Blätter ist er für Steingärten und Wassergärten sehr beliebt. Besonders dekorativ ist die Sorte 'Dissectum rubrum'. Ihre tiefrot gefärbten Blätter kontrastieren gut zu anderen Gehölzen und Stauden im Garten wie z. B. zum platzsparenden Japanischen Gold-Ahorn (Acer shirasawanum 'Aureum'). Der kleinwüchsige Strauch hat gelb-grüne, fächerartig gestellte Blätter, die sich im Herbst gelb-orange oder sogar rötlich färben.

Pfingstrose, Peonia-Hybride.
© Stein, Dagmar
Pfingstrose, Peonia-Hybride.

nach obenBlattstauden und Blütengehölze

Zu asiatischen Gärten gehören ebenfalls Blattschmuckstauden wie die große Zahl von edlen Funkien-Arten mit dekorativ gefärbten Blättern in vielerlei Grüntönen.

Farbtupfer bringen im Frühjahr Azaleen mit ihren farbenprächtigen, eleganten Blüten oder Pfingstrosen mit ihren großen, herrlich duftenden Blüten. Im Sommer bis in den Herbst hinein beglückt weißer Schneefelberich (Lysimachia clethroides) mit seinen 30 cm langen, gebogenen, üppig blühenden Blütenständen. Im Herbst dagegen warten bunte Chrysanthemen mit Farbenpracht auf. Außerdem ein Muss in asiatischen Gärten: Wasserspiele in vielerlei Formen, Steinlaternen, Zierkies, Koi und andere Fische.

  • Roter Schlitzahorn, Acer palmatum. | © Stein, Dagmar
  • Chinesische Steinlaterne | © Stein, Dagmar
  • Bonsai im Japan-Garten | © Stein, Dagmar

nach obenFeng-Shui-Gärten

Feng-Shui-Gärten
© Stein, Dagmar
Feng-Shui-Gärten
Vieles, was harmonisch, auch im hiesigen Sinne angenehm und gefällig wirkt, lässt sich mit Feng-Shui vereinen.
Ihre Prinzipien haben schon Einzug gehalten in Wohnungen und mancher hat sich auch schon mit dem Bagua, den Gegenspielern Yin und Yang und der reinigenden Kraft Chi befasst. Schon viele Bücher wurden darüber geschrieben und finden reißenden Absatz. Doch mal ehrlich: Wie ein solcher Garten aussehen mag, der nach den Prinzipien von Feng-Shui gestaltet wird, das bilden selbst dicke Bücher selten anschaulich ab. Formale Gärten passen zwar nicht zur asiatischen Philosophie. Allerdings finden Biogärtner durchaus Parallelen und viele Gestaltungen nach englischer Art wecken Anklänge an die auf Harmonie und Ausgleich bedachte asiatische Gartenkunst.

Dieser kleine Garten (s. Foto), dicht an einer Terrasse gelegen, ist die aus einem Staudenbeet entstandene fröhlichbunte Ecke − zu allen Jahreszeiten eine Augenweide. Christine Schaller, Feng-Shui-Beraterin, erklärt das Wichtigste:

  • Haus und Garten sollten nicht ineinander übergehen.
  • Der Zugang zum Garten darf nicht verstellt sein.
  • Gartenwege sind wie Adern, die den Garten geschwungen durchfließen, dabei soll das Ende nicht einsehbar sein.
  • Planen Sie zusätzlich einen kraftfördernden Anblick seitlich des Weges ein, zum Beispiel eine imposante Pflanze, ein Gartenornament oder eine größere Staude. Solche Elemente ziehen den reinigenden Luftstrom Chi an.

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Ein Holzdeck im Garten - Materialkunde / Seite 3

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Bambus, Chinagarten, Gartengestaltung, Harmonie, Japangarten, Schlitzahorn, Schneefelberich

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