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Saisonende und Neubeginn

Knollenartige Verdickungen am Fruchtholz, verursacht durch die Blutlaus.
© von Soosten, Rolf
Knollenartige Verdickungen am Fruchtholz, verursacht durch die Blutlaus.

September 2014 Wann beginnt eigentlich das Jahr für den Obstgärtner? Diese Frage lässt sich kaum korrekt beantworten. Für den einen im Frühjahr, für den anderen bereits nach der Ernte. Klar ist: Auch nach der Ernte gibt es noch einiges zu tun. Gartenexperte Rolf von Soosten gibt Tipps wie Sie Schädlingsbefall und schlechte Erträge in nächsten Jahr vermeiden.


Bei der Ernte schauen erfahrene Obstgärtner sehr genau hin und achten dabei auf alle Auffälligkeiten. Insbesondere Schädlingsbefall kann man schon jetzt für das kommende Gartenjahr vorbeugen. Konkret: Man kann vorhandene Überwinterungsstadien der Schädlinge erkennen, sich merken und zum entsprechenden Zeitpunkt eine Bekämpfung oder Beseitigung vornehmen. Wer seinen Fruchtbehang mehrfach durchpflückt, kann beim zweiten Gang Schere und Eimer dabei haben.

Fruchtholzspieß mit Besatz von Blattlauseiern.
© von Soosten, Rolf
Fruchtholzspieß mit Besatz von Blattlauseiern.
Blutlauskolonie an einem Langtrieb.
© von Soosten, Rolf
Blutlauskolonie an einem Langtrieb.

nach obenLästige Läuse

Ab der Ernte sind die Schildläuse gut sichtbar. Die bekannteste ist die Kommaschildlaus, deren Aussehen ihr den Namen gab. In dichten Kolonien sitzen sie auf Zweigen und Ästen, wo sie überwintern. Im Mai schlüpfen unter jedem Schild 30 bis 40 Jungtiere. So bauen sich große Bestände auf, die nach der Ernte mechanisch zu bekämpfen sind. Chemische Behandlungen sind nur während der Wanderungszeit der Jungtiere im Mai und Juni möglich, sofern zugelassene Mittel es erlauben. Starker Befall schwächt den Baum und ermöglicht den Befall von Schwächeparasiten. Die Kommaschildlaus tritt an Äpfeln und Birnen, Johannis- und Stachelbeeren, aber auch an verbreiteten Ziergehölzen auf.

Eine nahe verwandte Art befällt Pflaumen und Zwetschgen: Napfschildläuse haben fast runde braune Schilde, sie sind auffälliger und ebenfalls an mehreren Baum- und Straucharten zu finden. Unter den Schilden findet man im Winter, weiß verpackt, die Eier.

Die Blutlaus hinterlässt an den Befallsstellen knubbelige Verdickungen. Hier reagiert die angestochene Rinde mit übertriebenem Wachstum. Die im Herbst sichtbaren Tiere werden meist durch den Frost vernichtet. Ein Teil der Population wandert aber am Stamm abwärts an die Wurzel und überwintert dort im Schutze des Erdbodens. Um dies zu verhindern, kann ein kleinflächiger Befall mechanisch beseitigt werden. Häufig verhindert im Folgejahr eine Blutlauszehrwespe die starke Ausbreitung.

Eier verschiedener Blattlausarten finden wir ab Herbst am Fruchtholz und an Kurztrieben in Form von ovalen, meist schwarz-glänzenden Kügelchen. Sie sind im Herbst und Winter kaum zu beseitigen, weisen aber auf die notwendige frühzeitige Bekämpfung hin. Saugstellen an jüngsten Früchten führen zu Krüppelfrüchten!

Zum Ende des Winters dringen aus feinen Rissen die Fruchtkörper des Obstbaumkrebses und entlassen unvorstellbare Mengen an Sporen. Am besten verhindern Sie dies durch das Entfernen von Krebsstellen im Herbst.
© von Soosten, Rolf
Zum Ende des Winters dringen aus feinen Rissen die Fruchtkörper des Obstbaumkrebses und entlassen unvorstellbare Mengen an Sporen. Am besten verhindern Sie dies durch das Entfernen von Krebsstellen im Herbst.

nach obenRote Spinne und Co.

Bereits im September und Oktober erkennen wir die Eiablagen der Roten Spinne an den verschiedenen Obstgehölzen. Eine Bekämpfung wird erst ab dem zeitigen Frühjahr möglich. Dabei ist die jeweilige Zulassung der Mittel zu beachten. Ein Einsatz chemischer Mittel hängt von der Stärke des Befalls ab. Bei geringem Besatz kann sich der ökologisch interessierte Gartenbesitzer mit dem Einsatz von Raubmilben, den natürlichen Feinden der Roten Spinne, auseinandersetzen.

Auffällig sind die Eigelege des Ringelspinners, ein Schmetterling, der seine Eier perlschnurartig um dünne Äste legt. Aus ihnen schlüpfen nach dem Austrieb die Raupen, die anfänglich gruppenartig zusammenbleiben.

An jüngeren Bäumen verraten kleine Flecken hellen Bohrmehls auf dem Boden die Anwesenheit von im Holz lebenden Raupen. Zwei Falterarten leben versteckt in daumendicken Ästen oder im Stamm junger Bäume. Sie können durch Einführen eines Drahtes unschädlich gemacht werden. Da sie mehrere Jahre für die Entwicklung brauchen, sollte man sie frühzeitig bekämpfen.

Entfernen Sie Fruchtmumien, Krebsstellen, Mehltauspitzen, schorf- und moniliabefallene Früchte auf dem Boden, um frühzeitige Infektionen zu verhindern.

All diese scheinbar kleinen Maßnahmen eignen sich, um den Garten als einen artenreichen Lebensraum zu erhalten und den Einsatz chemischer Stoffe auf ein Minimum zu begrenzen. Der Aufwand kann auf einen weiten Zeitraum verteilt werden, damit nicht zu viel Arbeit auf einmal entsteht. Die zunehmende Kenntnis über das Leben im Garten und der ökologisch verantwortungsvolle Umgang damit binden den Gartenbesitzer an sein Eigentum.

Bild 1: Gute Obsternte dank erfolgreicher Bestäubung.
Partnerwahl der Obstgehölze
Blutlaus
Wichtige Zeitpunkte zur Beobachtung von Schädlingen und Krankheiten am Kernobst
Während der Vegetation ist eine Kontrolle der Obstgehölze immer empfehlenswert. Werden solche von der Blut- bzw. Wolllaus befallene Triebe festgestellt, so sind diese zu entfernen.
Wann ist Sommerschnitt empfehlenswert?

Schlagworte dieser Seite:

Befall, Blattlausart, Blutlaus, Kommaschildlaus, Läuse, Obstgehölz, Obstgärtner, Pflaume, Ringelspinner, Rote Spinne, Spinne

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