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Kletterplanzen auf einen Blick

Rankhilfe: Kletterrose an Obelisk
© Stein, Dagmar
Rankhilfe: Kletterrose an Obelisk

August 2014 Kletterpflanzen findet man in den unterschiedlichsten Pflanzenfamilien, besonders vielfältig ist daher ihr Erscheinungsbild. Eines haben alle gemeinsam: die Fähigkeit, an Stützen, Geländern, Mauern und Bögen emporzuklimmen und sich damit ins rechte Licht zu rücken.


Im Gegensatz zu den meisten Gartenpflanzen und Sommerblumen nutzen Kletterpflanzen eine weitere Dimension: die Höhe. Damit wandelt sich ein Garten zur "grünen Wohnung", mit vielen Zimmern, deren Wände ideenreich gestaltet werden können.

Ein ökologisch wertvoller Pelz aus Wildem Wein, immergrünem Efeu oder üppig wucherndem weißen Knöterich schützt Häuserwände vor heißer Sonne, Regen und Wind. Er integriert den Carport in den Garten, setzt an Zäunen Sträucher, Stauden und Sommerblumen in Szene. Über und über bedeckt sich die Pergola mit duftenden Kletterrosen, mit Kaskaden von zartblauen Glyzinen im Frühjahr oder üppig schlingendem Jelängerjelieber, der mit seinem süßen Duft scharenweise bunte Schmetterlinge anlockt. Nahrhafte Kletterer sind Brombeeren, Kiwis und Wein.

Jelängerjelieber gedeiht auch im Schatten mit unzähligen Blüten.
© Stein, Dagmar
Jelängerjelieber gedeiht auch im Schatten mit unzähligen Blüten.
Von solchen Genüssen profitieren alle − die Menschen, die Tierwelt und die Ökologie. Nicht zu vergessen die "Einjährigen" wie Wicken, Feuerbohnen, Trichterwinden, Zierkürbisse und Kalebassen für die winterlichen Bastelarbeiten. Preisgünstig kann man den Samen zum Selberziehen im Gartencenter erstehen oder im Frühling vorkultiviert in Töpfen kaufen.

nach obenKletterhilfen

Kletterpflanzen können sich erst richtig in Szene setzen, wenn sie den richtigen Halt bekommen, um in die Höhe zu ranken. Kletterhilfen werden am günstigsten schon vor dem Pflanzen montiert. Am exklusivsten ist eine Pergola. Sie kann eine schöne Verbindung zwischen Haus und Garten herstellen, als dekorativer Laubengang von einem Gartenteil zum nächsten leiten oder eine langweilige Gartensituation aufwerten.

Rankhilfe: Efeu an Baumstamm
© Stein, Dagmar
Rankhilfe: Efeu an Baumstamm
Clematis an Spiral-Pflanzstab
© Stein, Dagmar
Clematis an Spiral-Pflanzstab
Rosen an Wandspalier
© Stein, Dagmar
Rosen an Wandspalier

Ein Inbegriff der Romantik sind Rosenbögen. Man bekommt sie aus Metall, Kunststoff oder aus Holz. Besonders beliebt sind die Bögen, rosenumrankt kombiniert mit Clematis oder Efeu. Mehrere Rosenbögen hintereinander aufgereiht ergeben einen herrlichen Laubengang.

Zum Begrünen schmaler, hoher Wände eignen sich besonders Drähte und Metallseile, die auch für stark rankende Arten wie Wein, Rosen oder Blauregen (Glycine) empfehlenswert sind. Für kleine Flächen und schwächer wachsende Pflanzen gibt es fertige Rechteckgitter aus Holz oder Metall. Besonders gefällig sehen auch die preisgünstigen Scherengitter aus, die vor allem für Wicken, Winden oder Schwarzäugige Susanne, also für die Einjährigen, empfehlenswert sind. Auf Haltbarkeit und stabiles Andübeln sollte jedoch geachtet werden, denn die Pflanzenmasse wiegt später schwer.

Tipp

Wenn Sie keine Rankgerüste mögen oder anbringen können wäre vielleicht ein schönes aber einfachen Seil, aus Kokosfaser die Lösung? Man bindet es an einer Pergola, am Balkon oder an einem Haken an, setzt einen der blühfreudigen einjährigen Klimmer oder eine Kletterrose daran und schon hat man einen Abglanz von Tarzans Lianenwelt. Seile haben einen Vorteil: Viele einjährige Kletterpflanzen lassen sich im Herbst oder Winter schlecht von ihrer Unterlage befreien. Sie klammern sich mit Massen von Trieben fest. Seile aus Kokos sind nicht teuer. Man kann sie samt Pflanzenmasse abschneiden, kompostieren und im nächsten Jahr einfach durch neue ersetzen.

nach obenSonne oder Schatten?

An Gittern und Wänden gezogen, decken Kletterpflanzen alles, was nicht ganz schön ist, zu. Oft reicht schon eine Pflanze, um eine imponierende Wirkung zu erzielen. Knöterich ist einer der Schnellsten. Schon im ersten Jahr schafft er mehrere Meter und ist im Hochsommer übersät mit langen weißen Blüten.

Achten Sie jedoch auf den richtigen Standort. Bis auf Feuerbohnen und Japanhopfen benötigen einjährige Kletterer einen Sonnenplatz. Besonders hübsch sind Wicken, Winden, Kanarische- und Kapuziner-Kresse, die an Geländern und Spalieren hochklettern.

Bei den mehrjährigen Arten ist die Zahl der Lichtgenügsamen größer. Geißblatt, auch als Jelängerjelieber bekannt, hat nur Positives zu bieten: Die Pflanze wächst schnell, auch im Schatten, ist anspruchslos und bekommt im Frühjahr unzählige duftende Blüten. Pfeifenwinde, einige Clematissorten (Pflanzzeit ist jetzt), Kletterhortensie, wilder Wein und Efeu sind ebenfalls lohnende Kletterer. Klettergehölze sind ausgesprochen pflegeleicht.

Wichtig: Außer regelmäßigem Wässern und Düngen während der Wachstumszeit auch den notwendigen Rückschnitt beachten.

nach obenHalt finden

Um ans Licht zu kommen, hat die Natur die Kletterpflanzen mit vier unterschiedlichen Hilfsmitteln ausgestattet:

Schwarzäugige Susanne
© Stein, Dagmar
Schwarzäugige Susanne
Schlinger
Die Pflanzen dieser Gruppe sind am weitesten verbreitet. Sie umwinden ihre Stütze mit dem gesamten Spross. Die Triebspitze umwächst den geeigneten Halt und erst, wenn der Spross fest an der Stütze sitzt, entwickeln sich die Blätter. Seltsamerweise drehen sich die meisten Schlinger links herum, also gegen den Uhrzeigersinn, wie Schwarzäugige Susanne, Hopfen und Feuerbohnen. Gut gemeinte Hilfe kann deshalb unnütz sein, wenn man die Triebe falsch anlegt. Dann muss die Pflanze sich erst mühsam wieder in die richtige Richtung drehen und wird in ihrem Wachstum behindert.

Ranker
Als spezielle Kletterorgane haben diese Pflanzen Ranken entwickelt. Es gibt Blattstielranken, wie bei Clematis, oder Rankorgane, die sich aus Blättern umgebildet haben, wie bei der Glockenrebe. Eine weitere Variante sind die Sprossenranken, wie beim Wilden Wein. Die Ranke sucht kreisförmig nach einem festen Halt und rollt sich zusammen, sobald sie einen ihn gefunden hat.

Selbstklimmer
Dieser Name deutet schon an, dass die Pflanzen in der Lage sind, eigenständig eine Wand zu begrünen. Wilder Wein und Efeu gehören dazu. Mit Haftorganen ausgestattet, suchen sie festen Halt. Junge Haftscheiben entwickeln sich an der dem Licht abgewandten Seite und bilden sich wieder zurück, wenn sie nicht auf festen Halt stoßen. Bei den Zimmerpflanzen zählt die Kletterfeige (Ficus repens) zu dieser Art.

Spreizklimmer
Diese Gruppe verfügt über keine speziellen Kletterorgane und zählt daher nicht unbedingt zu den Kletterpflanzen. Durch Dornen, Stacheln oder Seitensprossen krallen sich die Triebe fest, zum Beispiel bei Kletterrosen, Winterjasmin oder Bougainvillea. Man muss sie zusätzlich an Kletterhilfen anbinden, da ihr eigenes Gewicht sie immer wieder nach unten ziehen würde.

  • Weiße Kletterrose | © Stein, Dagmar
  • Sitzplatz mit Pergola | © Stein, Dagmar
  • Rosenstütze | © Stein, Dagmar
  • Rosenbogen mit Gang | © Stein, Dagmar
  • Rankender Efeu | © Stein, Dagmar
  • Pergola im Ökogarten | © Stein, Dagmar
  • Pergola als Rosenbogen | © Stein, Dagmar
  • Haftwurzeln bei Efeu | © Stein, Dagmar
  • Gruken 'Printo' | © Stein, Dagmar
  • Feuerbohnen an Rankhilfen | © Stein, Dagmar
  • Clematis Hybride 'Nelly-Moser' an Rankobelisk | © Stein, Dagmar
  • Clematis an Klettergerüst | © Stein, Dagmar

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