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Wunderschöne Fuchsien

Juli 2014 Fuchsien begeistern vor allem durch ihre Blüten, die meist zarten, hängenden Glocken ähneln und in üppiger Fülle den ganzen Sommer lang gebildet werden. Bisher waren Fuchsien vor allem als sommerliche Kübelpflanzen für den Balkon oder die Terrasse bekannt, doch es gibt zunehmend auch winterharte Sorten.


Fuchsienblüten
© Stein, Dagmar
Fuchsienblüten

In Irland ziehen sich die blütenreichen Ziersträucher in endlosen Hecken übers Land oder umrunden malerisch die Gehöfte. Die ersten Blüten zeigen sich schon im Juni, und von da an hört der üppige Blütenreigen der südamerikanischen Scharlach-Fuchsie (Fuchsia magellanica), die Stammform vieler heutiger Garten-Fuchsien, bis zum Frost nicht auf. Ein Blütentraum, der sich mit den frostempfindlichen Ziergehölzen bisher nur in milden Gegenden verwirklichen ließ. Doch winterharte Arten kommen auch bei uns gut durch die kalte Jahreszeit. Fuchsien gehören zu der großen Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) und bilden darin eine Gruppe, die an die 100 Arten und bis zu 12.000 Sorten umfasst. Bei dieser Vielfalt fällt die Auswahl schwer.

nach obenGartenfuchsien

Die Blüten der Gartenfuchsien (Fuchsia speciosa) sind ähnlich wie die der Wildart gestaltet: Sie erscheinen in Büscheln an kräftigen, belaubten Zweigen und bestehen aus einem leuchtend roten Kelch, der sich an seinem Rand zu vier flügelartigen, spitzen Zipfeln erweitert. Er umschließt die kurze Krone, die meist leuchtend violett gefärbt ist und aus der Staubblätter sowie Narbe weit herausragen. Gartenfuchsien weisen durch die Sortenvielfalt jedoch ein ungleich prächtigeres Farbspiel auf als die Wildpflanzen. Die unterschiedliche Formen von Kelch und Krone verstärken die prachtvolle Wirkung. Manche Sorten sind aber auch einfarbig, zum Beispiel Weiß oder Rosa, manche haben gefüllte Blüten. Entsprechend ihrem Wuchsverhalten werden Fuchsien in aufrecht stehende, halbhängende oder hängende Sorten eingeteilt. Letztere eignen sich vor allem für Ampeln oder Balkonkästen.

nach obenTraubenblütige Fuchsien

Traubenblütige Fuchsien (Fuchsia triphylla), auch als Korallen-Fuchsien bekannt, weichen auf den ersten Blick stark vom Erscheinungsbild der normalen Gartenfuchsien ab. Sie zeigen reichhaltige Büschel mit sehr langröhrigen, schlanken Blüten, deren Kelch zwar ebenfalls absteht, dessen Zipfel aber viel kürzer sind. Sie wirken dadurch weniger verspielt.

Besonders auffällig sind Blüten in leuchtendem Rot, die sich kontrastreich von den dunkelgrünen Blättern abheben. Die Pflanzen wachsen aufrecht und haben einen kompakten, buschartigen Wuchs.

nach obenFreiland-Fuchsien

Die neuen Hybriden der Freilandfuchsien lassen sich von herkömmlichen Fuchsien kaum unterscheiden. Sie haben Blüten von ähnlicher Größe und attraktive Farben, doch sie sind winterhart. Allerdings benötigen sie Winterschutz durch eine dicke Schicht von Laub. Setzen Sie vorbeugend schon beim Pflanzen im Abstand von 70 bis 100 cm den Wurzelballen 10 cm tief, damit sich die Pflanzen auch nach harten Frösten regenerieren können.

Winterharte Fuchsie 'Tom-Thumb'
© Stein, Dagmar
Winterharte Fuchsie 'Tom-Thumb'
Fuchsia magellanica im Staudenbeet
© Stein, Dagmar
Fuchsia magellanica im Staudenbeet
Mit attraktiv gefüllten Blüten aus kirschrotem Kelchblatt und violetten Kronblättern schmückt sich die Fuchsien-Hybride 'Tom Thumb'. Hängende halbgefüllte Blüten hat die wunderschöne Sorte 'Double Otto'. Mit buschigem kompaktem Wuchs ist sie für die Schalen- oder Topfbepflanzung auf Balkon oder Terrasse gut geeignet. Ihre großen Blüten in der Farbkombination Dunkelrosa und leuchtend Blau wirken besonders romantisch.

'Fuchsia magellanica' - winterharte Fuchsie
© Stein, Dagmar
'Fuchsia magellanica' - winterharte Fuchsie
'Madame Cornelissen' ist ebenfalls halbgefüllt, mit einer lebhaften feuerroten und weißen Farbkombination. Sie erreicht etwa 80 cm Höhe. Einen hängenden Wuchs hat die Sorte 'Mrs Popple'. Damit ist sie für die Schalen- oder Topfbepflanzung auf Balkon oder Terrasse gut geeignet. Ihre großen Blüten in der Farbkombination Karminrot und Dunkelblau wirken besonders edel.

In leuchtendem Rot - Fuchsia magellanica 'Gracilis'.
© Stein, Dagmar
In leuchtendem Rot - Fuchsia magellanica 'Gracilis'.

nach obenWinterhart

Schon länger bewährt hat sich die Gruppe der besonders winterharten Fuchsia magellanica 'Gracilis' in leuchtendem Rot. Die Sorte 'Riccartonii' hat zierliche karminrote, hängende Blüten mit violettblauem Krönchen. Sie sind zwar einfach, stehen aber den großblütigeren Sorten an Blühfreude und Attraktivität in nichts nach.

Als besondere Schönheit gilt die Züchtung 'Alba', denn die eleganten zierlichen, schmalen Blüten dieser Rarität sind weiß mit zartem Rosa im Zentrum. Alle Magellanica-Sorten haben einen aufrechten Wuchs und können sich zu Büschen von 50 bis 120 cm Höhe entwickeln. Am Haus, aber auch zwischen größeren Gräsern, vor Bambus und am Teichrand kommen sie gut zur Geltung. Bevorzugt werden halbschattige Stellen mit humusreichem, mäßig feuchtem Boden, aber auch in voller Sonne kann sich die Freilandfuchsie behaupten. Wegen des späten Austriebs passt die Rarität gut in Gehölzpartien, umgeben von früh austreibenden Stauden wie Akelei, Tränenden Herzen, Gemswurz, Storchenschnabel und Blumenzwiebeln wie Narzissen oder Glockenscilla, die ab Mai allmählich ihr Laub einziehen. Fuchsienpflanzen stehen gut im Hintergrund, einzeln oder in kleinen Gruppen.

nach obenTipps zur Pflege

Im milden Weinbauklima und in Küstenregionen gedeihen die Freiland-Fuchsien wie jeder andere Strauch. In Gegenden mit härteren Wintern und in Bergregionen ist eine schützende Decke aus 5 bis 10 cm Laub oder Strohhäcksel angebracht. In mildem Seeklima ist eine Schutzdecke aus Mulch eher negativ, denn der Boden erwärmt sich langsamer und die Pflanzen starten noch später.

Nach dem Winter, idealerweise Ende Februar, werden die alten Triebe der Fuchsien bis auf eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten (Stängel stehen lassen, damit man den Standort sieht). Die neuen, zarten Triebe zeigen sich zwar erst gegen Ende Mai. Doch bald haben sie sich bis zu mehr als 1 Meter hohen Büschen entwickelt, die ab Juli bis zum Frost zahlreiche Blütchen tragen.

Spezialbetriebe führen weitere Fuchsienhybriden mit mäßiger bis guter Winterhärte. In England sind darunter auch großblumige Sorten, die man sogar aus Samen ziehen kann. Liebhaber können sich daher auch weiter vorwagen.

Fuchsien Stellage
© Stein, Dagmar
Fuchsien Stellage

nach obenVerjüngungskur

Nach dem Winter brauchen Kübel-Fuchsien eine Verjüngungskur mit Rückschnitt und neuer Erde. Entfernen Sie alle schwächlichen Triebe und schneiden Sie die kräftigen Haupttriebe um die Hälfte zurück. Kontrollieren Sie die Pflanzen genau und bekämpfen Sie Schädlinge wie Blattläuse oder Weiße Fliegen. Nun den alten Ballen auflockern und in neue Blumenerde setzen. Es lohnt sich, die beim Rückschnitt anfallenden Triebspitzen mit drei bis vier Blattpaaren für die Stecklingsvermehrung zu nutzen.


nach obenStecklinge vermehren

Mit einem scharfen Messer kürzt man die beiden unteren Blätter ein, der Stiel unter einem Blattknoten wird angeschnitten und in ein sehr sandiges Erdgemisch oder in Vermehrungserde gesteckt. Nun sanft, aber gründlich angießen und mit einer transparenten Folie abdecken, bis sich nach etwa drei Wochen Wurzeln gebildet haben. Anschließend kann man die Jungpflanzen eintopfen.

  • Der Arbeitsplatz zur Stecklingsvermehrung. | © Stein, Dagmar
  • Stecklinge schneiden | © Stein, Dagmar
  • Fuchsienstecklinge stecken. | © Stein, Dagmar
  • Stecklinge bewurzelt | © Stein, Dagmar
  • Bewurzelte Stecklinge. | © Stein, Dagmar
  • Bewurzelte Stecklinge eintopfen | © Stein, Dagmar
  • Fuchsienjungpflanzen angießen. | © Stein, Dagmar
  • Steckling entnehmen. | © Stein, Dagmar

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Fuchsie, Gartenfuchsie, Stecklinge, Vermehren, Winterhart

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