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Heidelbeeren langlebig und interessant

Eine rigorose Verjüngung bei einem 40 Jahre alten Strauch führt zu neuem Austrieb. Deutlich sichtbar: Das kaum zu bremsende Wachstum dieser Obstart.
© von Soosten, Rolf
Bild 1: Eine rigorose Verjüngung bei einem 40 Jahre alten Strauch führt zu neuem Austrieb. Deutlich sichtbar: Das kaum zu bremsende Wachstum dieser Obstart.

Juni 2014 Heidelbeeren sind lecker − ob auf Torten, Pfannkuchen oder einfach pur. Auch Hobbygärtner haben viel Freude daran, denn die Pflanzen sind recht anspruchslos. Tipps für die Kultivierung gibt Gartenexperte Rolf von Soosten.


Im Vergleich zu unseren klassischen Obstarten ist die Kulturheidelbeere noch recht jung. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann man in den USA und Kanada mit der Selektion und Züchtung aus den beiden Naturvorkommen, den "Highbush" (Vaccinium corymbisum) und den "Lowbush", den niedrigen Heidelbeeren (V. pennsylvanucum), für den kommerziellen Anbau. Bei uns entstanden die ersten nennenswerten Pflanzungen in den Nachkriegsjahren.

Kulturheidelbeeren stellen nur geringe Ansprüche, wachsen aber auf saurem, sandigem Boden am besten. Der Wurzelraum lässt sich recht gut optimieren. So wird er durch Zugabe von Schreddermaterial, Sägemehl, saurem Humus und Torf angepasst. Der pH-Wert sollte bei 3,5 bis 5 liegen. Ungeeignet sind Zusätze aus Laubbaumrinde wegen der erhöhten Manganwerte. Diese führen zur Festlegung des Magnesiums. Magnesiummangel verursacht hellgrünes, nicht voll leistungsfähiges Blattgrün. Bekannt sind Pflanzungen in Maurerkübeln, in Selbstpflückbetrieben und in Beispiels- und Versuchspflanzungen. Weil dann meist die natürliche Kapillarität eingeschränkt ist, benötigen die Pflanzen eine zusätzliche Bewässerung.

nach obenQualität zahlt sich aus

Gute ballierte oder Containerware mit mehreren Trieben von circa 50 bis 60 cm Höhe wächst zügig an. Ihr höherer Preis wird durch einen früheren Ertragsbeginn wettgemacht. Im Pflanzjahr bleibt das Längenwachstum recht gering, holt aber in den Folgejahren mit Trieben von 60 bis 80 cm mächtig auf. Früchte trägt das Seitenholz, das ab dem Pflanzjahr gebildet wird.

Die wichtigen Langtriebe kommen aus der Strauchbasis. Sie sind für die Verjüngung wichtig, entfernt werden nur die schwachen und überschüssigen Ruten.

Mit zunehmendem Alter wird das fruchtende Holz schwächer und dünner, der Zuwuchs überdeckt es. Der Fachmann spricht dabei vom "Vergreisen". Dieser Vorgang ist sortentypisch und hängt vom Boden und dem Pflegezustand ab. Altes, abgetragenes Holz wird mit Beginn des Vollertrags − etwa ab dem fünften Jahr − jährlich ausgelichtet. Ältere Ruten können auch abgesetzt (in der Länge halbiert) werden. Unterhalb der Schnittstelle treiben unsichtbar in der Rinde vorhandene Knospen aus. Sie bilden kurze Seitentriebe, die wieder neue Fruchtknospen zeigen.

Die geschickte Verjüngung in der oberen Hälfte des Strauches und ein kontinuierlicher Wechsel von alten Ruten an der Basis ermöglichen ein beträchtliches Alter mit guten Fruchtqualitäten. Auf Bild 1 sieht man die konsequente Verjüngung eines etwa 40 Jahre alten Strauches und auf Bild 2 den Austrieb eines der nächsten, gleichaltrigen Strauches.

Bild 4: Der Rückschnitt im oberen Teil der Krone: neues Seitenholz mit Blütenansatz.
© von Soosten, Rolf
Bild 4: Der Rückschnitt im oberen Teil der Krone: neues Seitenholz mit Blütenansatz.
Bild 5: Wenn das Fruchtholz gepflegt wird, zeigen selbst alte Sträucher einen reichen Blütenansatz.
© von Soosten, Rolf
Bild 5: Wenn das Fruchtholz gepflegt wird, zeigen selbst alte Sträucher einen reichen Blütenansatz.

nach obenBlüte und Befruchtung

Die Blütenanlagen werden nach der Ernte − Juli bis Ende September − gebildet. Die Knospen wachsen und differenzieren sich zwischen Trieb- und Blütenknospen. Bis zum Winterbeginn ist die Blüte fast gänzlich entwickelt. Die Qualität der Knospen hängt dabei von der Nährstoffund Wasserzufuhr ab. Den Austrieb im Frühjahr bestimmt die Witterung. Charakteristisch sind Sortenunterschiede. Sie spielen bei der Wahl der richtigen Sorte für den jeweiligen Standort eine Rolle.

Grundsätzlich zählt die Heidelbeere zu den selbstbefruchtenden Obstarten. Wer jedoch mehrere Sorten einplant, kann durch Fremdbefruchtung größere Einzelfrüchte erzielen, weil eine größere Anzahl von Samen mehr Kohlenhydrate anzieht.

Während der Blüte sieht man Bienen, Wildbienen und Hummeln. Aufmerksame Beobachter finden dabei immer mal Blüten, deren "Glocke" durch ein Loch beschädigt ist. Einige Autoren schreiben das den Bienen, andere den kurzrüsseligen Hummeln zu, wenn sie nicht an den Nektar heranreichen. Unklar ist, ob dies tatsächlich die Befruchtung beeinflusst.

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