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Von den Nelken

Edelnelken sind die Schnittblumen aus gärtnerischer Kultur, auch wenn sie heute nicht mehr so eine große Bedeutung wie früher haben. Wenn es aber auf Haltbarkeit in der Vase ankommt, fährt man gut mit ihnen.
© Jaehner, Ilse
Edelnelken sind die Schnittblumen aus gärtnerischer Kultur, auch wenn sie heute nicht mehr so eine große Bedeutung wie früher haben. Wenn es aber auf Haltbarkeit in der Vase ankommt, fährt man gut mit ihnen.

Juni 2014 Nelken wachsen mit rund 300 Arten in Europa und Asien, einige sogar in gebirgigen Land­strichen des östlichen und ­südlichen Afrikas. Am wohlsten fühlen sie sich jedoch im Mittelmeerraum. Hier ist ihr Schwer- und Mittelpunkt. Bis sie in unseren Gärten landeten, hatten die Nelken eine bewegte ­Geschichte.


Bis ins Mittelalter sahen Nelken ziemlich bescheiden aus. Kreuzfahrer sollen Pflanzen ins nördliche Europa gebracht haben, nicht so sehr wegen der Schönheit, sondern weil die Blüten als Ersatz für Gewürznelken dienten, die damals selten und sehr teuer waren.

Erst während der Renaissance, ab dem späten 14. Jahrhunderts, folgte der zweite Zug der Nelke von Italien über die Alpen in nördlichere Regionen. Nelken waren zu der Zeit aber immer noch vergleichsweise kostbar – ein Grund für die großen Maler jener Zeit, sie auf vielen Bildern bewusst herauszustellen. Nelken symbolisiert Harmonie von Körper und Seele.

Erst im 17. Jahrhundert gelang der richtige Durchbruch: Viele Züchter nahmen sich der Nelke an und schufen eine schier endlose Fülle von Formen und Farben, die nur Blau ausschließt. Nelken wurden zum begehrten Sammelobjekt. Die Nelkenliebhaber jener Zeit tauschten, katalogisierten und klebten Nelkenblütenblätter in Alben wie heute Briefmarkensammler Postwertzeichen.

Später erhielt die Blume auch politische Bedeutung: Vor allem die rote Nelke war Sinnbild von Tapferkeit und Mut. Daher trugen sie während der französischen Revolution die Königstreuen auf dem Weg zum Schafott − als Zeichen stolzer Todesverachtung. Später entdeckten die Sozialdemokraten ihre Vorliebe für die Blume mit dem ermutigenden Symbolgehalt. Im späten 19. Jahrhundert, als "die Roten" verboten waren, eta­blierte sich die rote Nelke im Knopfloch zum verschwörerischen Symbol.

Richtig Karriere als Wirtschaftsfaktor machten Nelken ab 1835 mit wiederholt blühenden Sorten, so genannten Remontantnelken. Sie wurden in zunehmendem Maße in Europa und Amerika als Schnittblumen kultiviert. Deutsche Gärtner züchteten aus ihnen die Deutschen Edelnelken, später kurz Edelnelken genannt. Edelnelken waren neben Rosen lange die wichtigsten, weil ganzjährig verfügbaren, Schnittblumen. Heute spielen Nelken nicht mehr diese he­raus­ra­gen­de Rolle, doch werden sie immer noch gern als Schnittblumen kultiviert. Sie halten sich gut in der Vase und sind vergleichsweise preiswert.

Die genannten Nelken heißen botanisch Dianthus caryophyllus. Hierzu gehören Garten- oder Landnelken, Chornelken, Hängenelken, Malmaisonnelken, Remontantnelken, Edelnelken, Rivieranelken, Margaretennelken und Chabaudnelken. Sie sind von Natur aus staudige, also ausdauernde, aber bei uns nicht winterharte Pflanzen.

nach obenNelken im Garten

Ohne Nelken fehlt dem Garten etwas, vor allem Duft und Blütenreichtum, der sich aus dem Flor von einjährigen, zweijährigen und staudigen Arten ergibt. Zu den nicht heimischen einjährigen oder zweijährigen Nelkenarten zählen Chinesernelken und Bartnelken. Die einjährigen Chinesernelken mit auffallend intensiv gefärbten Blüten wie etwa 'Snowfire' werden im März/April ausgesät und nach Mitte Mai an Ort und Stelle gepflanzt.

Bartnelken sind zweijährig, werden im Mai/Juni gesät, blühen im Sommer des nächsten Jahres und eignen sich als Beet- und Rabattenpflanzen sowie als Schnittblumen. Sie sind vergleichsweise robust. Foto 4: Federnelken wachsen ausdauernd. Sie bilden hübsche, graublaue Blattpolster, blühen vergleichsweise früh im Jahr und duften wunderbar.
© Jaehner, Ilse
Bartnelken sind zweijährig, werden im Mai/Juni gesät, blühen im Sommer des nächsten Jahres und eignen sich als Beet- und Rabattenpflanzen sowie als Schnittblumen. Sie sind vergleichsweise robust.
Zweijährige Bartnelken (Dianthus barbatus) sät man am besten im Mai und pflanzt sie im frühen Herbst an die vorgesehenen Plätze. Im nächsten Jahr blühen sie reich, ab Ende Mai bis Ende August.



Federnelken wachsen ausdauernd. Sie bilden hübsche, graublaue Blattpolster, blühen vergleichsweise früh im Jahr und duften wunderbar.
© Jaehner, Ilse
Federnelken wachsen ausdauernd. Sie bilden hübsche, graublaue Blattpolster, blühen vergleichsweise früh im Jahr und duften wunderbar.
Bei den winterharten Arten kommen nun auch heimische Nelken zum Zug. Die Federnelke (Dianthus plumarius) wächst wild im östlichen Mitteleuropa und hat sich im Laufe der Zeit bis in den Nordosten Spaniens ausgebreitet. Die Pflanzen mit sehr schmückenden blaugrünen Polstern bilden im Juni/Juli viele ungefüllte oder gefüllte und intensiv duftende Blüten. Als Kante gepflanzt, sind sie ausnehmend hübsche Wegbegleiter.



Pfingstnelken gehören an sonnige Plätze im Steingarten. Passen Sie auf, dass stärker wachsende Pflanzennachbarn sie nicht bedrängen.
© Jaehner, Ilse
Pfingstnelken gehören an sonnige Plätze im Steingarten. Passen Sie auf, dass stärker wachsende Pflanzennachbarn sie nicht bedrängen.
Die Pfingstnelke (Dianthus gratianopolitanus) ist eine Staude für Steingärten und blüht früh im Mai/Juni. Die Pflanzen bilden dichte Polster aus blaugrünen Blättern. Die Blütenstiele werden 20 bis 25 cm hoch und tragen einfache oder halbgefüllte Blüten in rötlichen Farbtönen. Wild wächst diese Nelke vornehmlich zwischen Felsgeröll und in Mauerfugen an sonnigen, verhältnismäßig trockenen Plätzen. Deswegen pflanzt man sie gern in Steingärten und Trockenmauern.



Wie es ihr Name vermuten lässt, passt die Heidenelke am besten in Heidegärten. Die kleine Pflanze mit den einzelnstehenden Blüten ist ein echtes Naturkind.
© Jaehner, Ilse
Wie es ihr Name vermuten lässt, passt die Heidenelke am besten in Heidegärten. Die kleine Pflanze mit den einzelnstehenden Blüten ist ein echtes Naturkind.
Die Heidenelke (Dianthus deltoides) ist in ganz Europa heimisch. Mitunter trifft man sie auch heute noch wildwachsend: an vollsonnigen, warmen Plätzen und dort in leichtem, durchlässigem, ja sandigem Boden. Die glänzendgrünen Blätter bilden etwa 15 cm hohe, lockere Polster, aus denen sich hauptsächlich im Mai/ Juni die kräftig-roten Blüten auf drahtigen Stielen emporschieben. Wegen ihrer blutroten Blüten wird diese Nelke im Volksmund "Blutströpfchen" genannt.

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