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Veredelte Gemüse

Mai 2014 Viele Sorten von Gurken und Tomaten, oft auch Paprika, Auberginen oder Kräuter sind im Gartenfachhandel als veredelte Pflanzen erhältlich. Doch was bedeutet das überhaupt? In jedem Fall Gutes! Denn die Veredelung von Gemüsen bringt auf Bio-Art gesündere und robustere Pflanzen, höheren Ertrag und noch dazu gutes Aroma.


Wer Schlangengurken im Gewächshaus angebaut hat, wird es früher oder später mit dem bodenbürtigen Pilz (Fusarium) der Gurkenwelkekrankheit zu tun bekommen. Hiergegen gibt es keine chemische Bekämpfung, die zugelassen wäre. Vorbeugend kann man jedes Jahr die Erde auswechseln − ein mühseliges Unterfangen! Am einfachsten ist es, die Gurken in Säcken mit humusreicher Pflanzerde zu kultivieren, sodass sie gar nicht mit verseuchter Erde in Berührung kommen können. Dies setzt sorgfältiges Gießen voraus, denn ausgetrocknete Erde lässt sich nur schlecht wieder anfeuchten. Außerdem Nachdüngen nach etwa sechs bis sieben Wochen nach dem Einpflanzen. Viel einfacher geht es allerdings mit gegen die Welkekrankheit resistenten, veredelten Sorten wie zum Beispiel Schlangengurke 'Dominica' oder Mini-Snackgurke 'Printo'. Zur Pflanzzeit gibt es beim Gärtner fertig veredelte Pflanzen von Gewächshausgurken. Doch weil man Gurken jetzt auch noch gut selbst aussäen und anziehen kann, lohnt sich das Selberveredeln.

nach obenDas Prinzip der Veredelung

Bei Profigärtnern wird Gemüse schon lange veredelt. Seit einigen Jahren haben sich veredelte Sorten nun auch bei Hobbygärtnern bewährt. Der Vorteil: Die Pflanzen wachsen deutlich schneller, können länger geerntet werden und der Ertrag fällt höher aus.

Beim Veredeln wird eine qualitativ hochwertige Zuchtsorte auf eine besonders wüchsige und krankheitsresistente Wildform, der so genannten Unterlage, aufgesetzt. Die Zuchtsorte wächst dabei mit der als Unterlage dienenden Pflanze zusammen und profitiert so von deren Wüchsigkeit und Robustheit. Sie lässt sich sowohl im Gewächshaus als auch im Freiland schneller und besser kultivieren.

Tipp: Veredelte Pflanzen

Achten Sie bei veredelten Pflanzen darauf, dass die Veredelungsstelle über der Erdoberfläche bleibt. Nur so können die Unterlagen optimal vor bodenbürtigen Krankheiten und Schädlingen schützen.

nach obenGurken auf Kürbisunterlagen veredeln

Erwerbsgärtner veredeln alle Gurken auf die resistente Unterlage des Feigenblattkürbis (Cucurbita ficifolia). Dabei werden die Gurkensamen vier bis sechs Tage eher gestartet als die wüchsigen Kürbisse, damit die Triebe der zu paarenden Pflanzen die gleiche Dicke haben. Man schneidet die Pflanzen mit dem so genannten Kopulationsschnitt (siehe unten "Gurken veredeln: So geht's") und fügt die Schnitte dann ineinander. Anschließend wird die Veredelungsstelle gut mit Wollfäden oder Bleifolie abgedichtet. Unter hoher Luftfeuchte wachsen Gurke und Kürbis innerhalb von zwei bis drei Wochen so gut zusammen, dass man bei der Gurke die Wurzel und beim Kürbis die Triebspitze abtrennen kann. So entsteht eine neue Pflanze, die gesund auf kräftigem Wurzelwerk gedeiht.

Cocktailtomate 'Picolino'
© Stein, Dagmar
Cocktailtomate 'Picolino'

nach obenVeredelung bei Tomaten

Auch bei Tomaten und Auberginen funktioniert das Veredeln ausgezeichnet. Wer die Versuche im Weihenstephaner Institut für Gemüsebau verfolgte, konnte sich von der erheblichen Verbesserung überzeugen, die insbesondere für Gewächshausbesitzer zu Buche schlägt. Sie sparen sich − wie schon länger bei den Gurken − den Austausch der Erde, die nach einigen Jahren durch zunehmenden Besatz an wurzelsaugenden Nematoden und anderen Schädigern verseucht wird. Maßgebend für die Erfolge sind die natürlichen Resistenzen und die Wuchskraft der Veredelungsunterlage 'Vigomax' F1 gegen Nematoden und die Korkwurzelkrankheit. Durch das Veredeln sind viel höhere Erträge möglich, ebenso eine längere Ernteperiode bis in den Herbst hinein. Die Kraft der gesunden Wurzeln reicht sogar aus, um Tomaten mehrtriebig am Spalier zu ziehen. Vor allem Tomatenspaliere auf Balkonen, Terrassen und im Gewächshaus sind interessante Varianten.

Aubergine 'Madonna'
© Volmary GmbH
Aubergine 'Madonna'

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

nach obenSelbst veredeln oder fertig kaufen

Auch bei Tomaten können sich erfahrene Hobbygärtner selber im Veredeln erproben. Hierfür gibt es ein spezielles Veredelungsset mit Keramikstiften, Samen der Unterlage 'Vigomax' F1 und einer ausführliche Kulturanleitung.

In verschiedenen Ländern ist die Methode der Kopfveredelung nach japanischem Vorbild schon sehr erfolgreich und verbreitet. Besonders gut harmonieren die großfrüchtige Stabtomate 'Culina F1', die schmackhafte Cocktailtomate 'Philovita' F1 (hoch tolerant gegen Braut- und Braunfäule), 'Picolino' F1 und die kirschgroße Cherrytomate 'Dolcevita' F1 mit der Unterlage.

Balkonmelone 'Orange Beauty'
© Volmary GmbH
Balkonmelone 'Orange Beauty'
Wer sich die Arbeit sparen möchte, greift im Gartenfachhandel einfach gleich nach bereits veredelten Sorten. Veredelte Pflanzen gibt es beispielsweise von Kiepenkerl oder von Volmary, zum Beispiel von besonders aromatischen Tomatensorten wie 'Picolino' (Cocktailtomate, platzfest, bestes Aroma), 'Flavance' (runde Aromatomate, reich an gesundem Lycopin), 'Culina' (ertragreiche Strauchtomate mit viel Geschmack), 'Dasher' (pflaumenförmige Cherrytomate, sehr guter Geschmack) oder 'Dolcevita' (süße, aromatische Kirschtomate). Das Veredeln lohnt auch bei Auberginen 'Madonna' (längliche, schwarzviolette Früchte) oder bei Melonen wie der Balkonmelone 'Orange Beauty'.

Schlangengurke 'Sudica'
© Stein, Dagmar
Schlangengurke 'Sudica'
Mini-Snackgurke 'Printo'
© Stein, Dagmar
Mini-Snackgurke 'Printo'
Paprika 'Bontempi'
© Volmary GmbH
Paprika 'Bontempi'

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Viel Spaß beim Gärtnern!

nach obenReiche Ernten bei Gurken und Paprika

Bei Gurken bringen die Schlangengurken 'Dominica', 'Midios' und 'Sudica' guten Ertrag. Besonders interessant ist die Mini-Schlangengurke 'Printo', die viele, 15 bis 20 cm lange, bitterstofffreie Früchte trägt. Für die Ampel auf dem Balkon oder der Terrasse eignet sich die Sorte 'Ministars'.

Bei Paprika sind der Blockpaprika 'Bontempi' (rot) oder die Sorte 'Maribel' (gelb) zu empfehlen. Wer es schärfer mag, kann die große Jumbo-Peperoni 'Orias' probieren.


nach obenGurken veredeln: So geht´s

Die Gurken sät man bei 22 bis 25 °C eine Woche früher in Töpfchen aus als die Kürbisse, deren Entwicklung schneller vonstatten geht und deren Stiele sonst etwas kräftiger ausfallen.

  • 1. Beide Pflanzen werden nebeneinander gestellt und mit schrägem, ziehendem Schnitt nur bis zur Triebmitte einmal von oben und einmal von unten laschenförmig angeschnitten. | © Stein, Dagmar
  • 2. Es folgt das Einpassen, wobei beide Flächen sauber (nicht berühren!) und genau übereinander liegen müssen. | © Stein, Dagmar
  • 3. Festes, lückenloses Verbinden mit einem feuchten Wollfaden, Bast, spezieller Bleifolie oder Tesafilm sind danach wichtig. Die geschwächten Pflanzen erhalten mit darübergezogener Folie und hoher Luftfeuchte so viel Hilfe wie möglich. | © Stein, Dagmar
  • 4. Nach zwei bis drei Wochen bei 25 °C sind Gurken und Kürbis zu einer neuen Pflanze verwachsen. Jetzt heißt es aufpassen: Von der Gurke wird die Wurzel abgetrennt und vom Kürbis der Kopf. | © Stein, Dagmar

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Schlagworte dieser Seite:

Aubergine, Ernteperiode, Gurke, Kopulationsschnitt, Kräuter, Kürbisse, Paprika, Robustheit, Tomate, Veredelung, Wüchsigkeit, Zuchtsorte

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