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Gemüsegarten auf Balkon oder Terrasse

April 2014 Wer hat heute noch einen großen Gemüsegarten? Die Gärten werden immer kleiner und verlagern sich verstärkt auf Balkon und Terrasse. Dennoch braucht man nicht auf eigene Gemüse zu verzichten. Delikate Feingemüse in Töpfen und Kästen − dank neuer Sorten werden Träume von paradiesischen Minigärten auf winzigen Balkonarealen wahr, in denen die Gemüse erntefrisch zum Naschen einladen.


Naschgemüse auf dem Balkon
© Stein, Dagmar
Naschgemüse auf dem Balkon

In großen Töpfen und Kübeln (mindestens 8 Liter Inhalt) oder in Balkonkästen gedeihen viele Gemüse. Wer also Spaß daran hat, kann sich sein nahrhaftes Paradies auch auf der Terrasse oder dem Balkon einrichten. Manchmal braucht man nur ein wenig Phantasie und schon wird etwas Tolles daraus. Petunien, Oleander und Geranien nach Belieben, dazu wachsen Gemüse, Obst und Kräuter fast in den Mund.

Radieschen, Rettiche, Salat, Feldsalat und Petersilie sind bei fleißigem Gießen und Düngen kein Problem, selbst Tomaten, Zucchini, Gurken, Paprika, Melonen und Stangen- oder Feuerbohnen gedeihen an windgeschützter Stelle prächtig, von Kräutern ganz zu schweigen.

Das alles gibt's auch für Kästen und Kübel mit Topfballen in Containern − man braucht sich nur im Gartencenter umzusehen. Obwohl der Minigarten immer neue Höhepunkte bietet, halten sich seine Kosten in Grenzen. Achten Sie auf selbstbefruchtende Sorten (sie benötigen keine Insekten zum Bestäuben) und auf Resistenzen, dann gibt es mit Pflanzenkrankheiten keine Last. Nährstoffe sind wichtig, deshalb erhält die Balkonerde eine Extraration Langzeitdünger und Hornspäne. Beide geben den Stickstoff nur langsam frei.

nach obenGanz wichtig: Wasservorräte und Tröpfchenbewässerung

Damit der Anbau gelingt, ist als einfachste Maßnahme ein Wasservorrat im oder unter dem Balkonkasten praktisch, denn er hilft Durststrecken zu überbrücken − zum Beispiel übers Wochenende. Achten Sie jedoch gleichzeitig auf eine gute Drainage, damit die Pflanzen nicht "ersaufen". Gut, wenn es einen Wasseranschluss gibt.

Das macht das Gießen der Balkonkästen, Ampeln und Kübel bequem: Eine Balkonbewässerung (zum Beispiel Systeme von Gardena, Blumat, Beckmann) lässt das Wasser an allen Stellen geregelt tröpfeln − jede Pflanze nimmt sich nach Bedarf, die Gießkanne tritt nur zum Düngen in Aktion.

Ganz besonders den üppigen Hängepetunien und roten, schmackhaften Tomaten gefällt das Schwelgen im Überfluss. Wind und brennende Sonne machen bisweilen Schutzmaßnahmen nötig, die sich jedoch mit Stäben und Gittern, Markisen, Segeltuch und Sonnenschirmen meistern lassen. Die Kübel können kaum groß genug sein, denn in beengtem Wurzelraum erschöpfen sich die Pflanzen sehr rasch. Für die meisten Gemüse genügen 10-Liter-Eimer und bei Balkonkästen eine Tiefe und Breite von je 20 cm. In lockeren Gruppen rund um die Sitzmöbel angeordnet, bieten Blumen und Gemüse ein gefälliges Aussehen.

Tomate 'Tumbling Tom Red' und 'Yellow'
© Stein, Dagmar
Tomate 'Tumbling Tom Red' und 'Yellow'

nach obenTomaten für den Balkon

Interessante und ertragreiche Kübelpflanzen sind Tomaten. Die Auswahl an Sorten und Formen scheint fast unerschöpflich: Neben den normalen runden gibt es dicke Fleischtomaten, längliche Flaschentomaten, kirschgroße Cocktailtomaten und winzigkleine Johannisbeertomaten. Die Farben reichen von Knallrot über Orange, Gelb, Cremeweiß bis zu gestreift. Wichtiger scheint der Geschmack und hier ist der Gourmet mit den süß-aromatischen Cocktailtomaten am besten bedient. Der Ertrag kommt durch die zahlreichen kirschgroßen Früchte zustande.

Es gibt Sorten, die wie die neue 'Primavera' oder 'Philovita' (beide von Kiepenkerl) an Stäben oder Schnüren in die Höhe geleitet werden müssen. Hierzu zählt auch die mit guten Resistenzen und besonders gutem Geschmack ausgestattete Sorte 'Picolino'. Andere Sorten, wie 'Miniboy' (Volmary) oder 'Donna' (Sperli) bleiben kompakt und werden als Buschtomaten nur 30 bis 40 cm hoch. Das Ausbrechen der Seitentriebe unterbleibt hier.

Verwenden Sie große Töpfe (10 bis 15 Liter Inhalt) mit gut gedüngter, nährstoffreicher Erde. Tomaten können von allem nicht genug bekommen: Wasser, Sonne, Wärme und Nährstoffen. In der Wachstumszeit wöchentlich flüssig düngen, das lässt bis Oktober laufend Früchte reifen.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

nach obenTopf-Paprika in allen Farben

Paprikapflanzen sind für die Kultur in Töpfen besonders gut geeignet, denn sie werden nicht allzu hoch und zeigen Früchte in herrlichen Farben. Wenn sich die vitaminreichen Schoten von Grün nach Rot färben, ändert sich auch der Geschmack. Was vorher langweilig war, bekommt plötzlich ein delikates Aroma.

Jede Frucht wird zur Reife rot, dazwischen liegen lange Perioden mit erst grüner, dann gelber, schwarzer oder violetter Farbe. Schon vorher sehen die buschig verzweigten Pflanzen mit ihren weißen Blüten attraktiv aus. Bleiben die Früchte hängen, gewinnt der Anblick noch einiges dazu. Besonders scharf schmeckende Sorten wie 'Fireflame' (rot) sind meist schmal, kegelförmig oder rund, klein und leuchtend rot oder gelb (zum Beispiel die neue 'Calita Red' von Volmary oder 'Sperling's Hot Fire'). Mild schmecken die gelben, orange oder roten Blockpaprika wie 'Goldflame', die hornförmigen der Sorte 'Toscana', die im letzten Jahr Geschmackstestsieger der Zeitschrift "GartenFlora" wurde, oder die leckeren Snack-Paprikas für den kleinen Hunger wie zum Beispiel 'Lubega Mini Orange'.

Sowohl Gemüse-Paprikas als auch die scharfen Chilis gedeihen hervorragend in größeren Töpfen oder Balkonkästen in nährstoffreicher, lockerer und humusreicher Erde. Geben Sie den Pflanzen bald einen Stab als Stütze, gießen und düngen Sie reichlich. Ein sonniger, geschützter Platz ist ideal.

Rucola im Blumenkasten
© Stein, Dagmar
Rucola im Blumenkasten
Salatwiese
© Stein, Dagmar
Salatwiese

nach obenKnackige Salate

Pflücksalate lohnen sich in Gefäßen mehr als Kopfsalate oder Eissalat. Der Grund: Sie bilden keinen geschlossenen Kopf, den man einmal aberntet, dafür aber viele knackige und zarte Blätter, die von unten her ständig abgepflückt werden. Das Herz bleibt stehen und bringt über 3 bis 4 Monate immer neue Blätter hervor. Ideal für den Balkonkasten oder Topf eignet sich der Kraussalat 'Multigreen 3' (von Kiepenkerl), der dicht gefüllte, dekorativ gekräuselte Blätter mit angenehm süßlichem Geschmack hat.

Zu den Pflück- oder Blattsalaten zählen auch der gelbe oder rote Eichblattsalat sowie die gekrausten Salate 'Lollo rossa' und 'Lollo bionda'. Hervorragend schmecken die kleinen Köpfe von 'Mini-Romana'-Salaten (Salatherzen) wie 'Attico', 'Little Gem' oder 'Counter', deren gelbweiße, saftige Herzen nur von wenigen Außenblättern umgeben sind. Falls es beim Gärtner keine Pflanzen dieser Sorten gibt, können Sie auch leicht aussäen, sehr dünn verteilt in Rillen von etwa 2 cm Tiefe. Nach dem Aufgang wird auf den endgültigen Abstand von 20 bis 25 cm verzogen.

Für erste Ernten im Frühjahr und letzte im Herbst lohnt sich der schnellwüchsige und besonders zarte Schnittsalat, der nach der Einmalernte immer wieder neu in Sätzen dünn verteilt in Rillen gesät wird. Schon nach 4 bis 6 Wochen ist der Platz wieder frei. Eine gute Idee aus Frankreich und Italien ist die bunte Salatwiese aus mehreren grünen und roten Blattsalaten. Oft sind auch Rucola oder knackige Endivien beigemischt. Man sät sie einfach im Balkonkasten oder in Schalen aus und kann sich schon nach 4 bis 5 Wochen auf die ersten zarten Blätter freuen. Bleibt beim Abschneiden das Herz verschont, wachsen wochenlang immer wieder neue Ernten nach.

Strauchbasilikum 'Magic Blue'
© Stein, Dagmar
Strauchbasilikum 'Magic Blue'

nach obenKräuter sorgen für tollen Duft

Das grüne Paradies wird vollkommen durch würzige Petersilie als Beipflanzung und viele andere Kräuter. Besonders lohnend sind Currykraut, Zitronenmelisse, Oregano, Schnittlauch, Knoblauch-Schnittlauch und Basilikum. Wer Pflanzen an einer warmen, frostfreien Stelle überwintern kann, findet im neuen mehrjährigen afrikanischen Strauchbasilikum 'Magic Blue' etwas Besonderes. Das wüchsige Kraut bringt nicht nur sehr aromatische, herrlich würzig duftende Blätter hervor, sondern auch noch viele hübsche purpurrote Blüten, die ununterbrochen blühen.

Kurzer Tipp

Für Balkon- und Terrassengärtner gibt es auch Saatbänder und runde Saatscheiben aus den dünnen Papierstreifen, die man in Töpfen und Balkonkästen auslegt. Dünn mit Erde bedecken, angießen und wachsen lassen − so einfach ist das. Bald sprießen daraus im richtigen Abstand nicht nur Sommerblumen, sondern auch Pflücksalate, Radieschen, Rucola, Asia-Salate, Salatwiesen wie die beliebte 'Babyleaf'-Mischung und Kräutermischungen

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Aubergine auf Strohballen
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