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Mehr Erfolg mit Erdbeeren

'Malwina' mit dem typischen dunklen Laub zu Beginn der Ernte.
© von Soosten, Rolf
'Malwina' mit dem typischen dunklen Laub zu Beginn der Ernte.

April 2014 Die Erdbeere ist zweifellos das beliebteste Obst im Haus- und Kleingarten. Ihre Vorteile: Frühe Ernte, leckere und gesunde Früchte, einfache und an den meisten Standorten erfolgreiche Kultur. Dennoch gibt es Fehler, die das Ergebnis verschlechtern können. Gartenexperte Rolf von Soosten gibt Tipps.


Herkömmliche Sorten sind botanisch gesehen Stauden, die bereits im Herbst mit der Tagundnachtgleiche (22./23. September) damit beginnen ihre Blüten anzulegen. Entsprechend des Pflanzenzustands und der Witterung (Sonnenlicht) werden viele Knospen angelegt. Hier starten die Überlegungen für einen guten Ertrag.

Üppiges Laub und gute Wachstumsbedingungen sind kulturtechnische Erfolge. Sie beginnen bei der Pflanzung. Gepflanzt wird im Juli, wenn die ersten Jungpflanzen verfügbar sind. Vermehrung: Senken Sie unter die ersten Knoten an den Ausläufern kleine Pflanztöpfe (6 cm) und lassen Sie die Wurzeln hineinwachsen. Eventuell muss der Topf mithilfe eines kleinen Steines befestigt werden.

Hat das junge Pflänzchen ungefähr zwei voll entwickelte Blätter und den Topf gut durchwurzelt, pflanzen Sie es an den endgültigen Standort. Nun kann der Setzling ein Vierteljahr wachsen und ein Blätterdach zur Blütenknospenbildung bilden. Düngung und ausreichende Wasserversorgung gehören zur Pflege. Für Unkraut ist kein Platz. Üppige Pflanzen benötigen außerdem größere Abstände, zum Schutz vor Blattkrankheiten und Fruchtfäulen.

Eine A+- oder A-Pflanze kurz vor Beginn der Ernte im August.
© von Soosten, Rolf
Eine A+- oder A-Pflanze kurz vor Beginn der Ernte im August.

nach obenPflanzmaterial

Derzeit werden in kleine Töpfe oder Platten gesetzte "Jungpflanzen" angeboten. Es handelt sich hier in den meisten Fällen um die kleinste Sortierung bei der Gewinnung von Frigopflanzen. Sie wurden in Kühllagern überwintert, getopft und angeboten. Einen ersten nennenswerten Ertrag können Sie erst im folgenden Jahr erwarten, wenn die Pflanze zweijährig ist. Ein Erwerbsanbauer würde damit Pleite gehen.

Empfehlenswerter sind Frigopflanzen in A+- oder A-Qualität, also Pflanzen mit dickeren Rhizomen, in denen bereits Blütenknospen angelegt sind. Frigopflanzen sind Jungpflanzen, die in den Wintermonaten gerodet, sortiert und eingelagert werden. Stammt es aus einem guten Betrieb, kann dieses Material hervorragende Ernten bringen. Dafür müssen Haus- und Kleingartenbesitzer jedoch spezielle Quellen, zum Beispiel über das Internet, suchen. Die Behandlung der Pflanzware ist schwierig, es darf nach dem Verlassen des Lagers bzw. des Auftauens nicht lange liegen. Die Pflanzen fangen innerhalb kurzer Zeit an zu treiben.

Der Unterschied zwischen einer A- und einer A+-Pflanze: In jeder gut entwickelten Blattachse kann ein Blütenstand verborgen sein.
© von Soosten, Rolf
Der Unterschied zwischen einer A- und einer A+-Pflanze: In jeder gut entwickelten Blattachse kann ein Blütenstand verborgen sein.

nach obenFrigopflanzen

Im Wort "Frigopflanzen" steckt die Silbe "fri", die vom englischen Wort für "Kühlschrank" (fridge) und ursprünglich aus dem Lateinischen (frigere = frieren) stammt. Darin spiegelt sich wider, dass die Lagerung der Pflanzen im leicht gefrorenen Zustand bei − 1,75 bis − 1,5 °C geschieht. Diese Temperatur entspricht einem optimalen Winter.

Mit dem Auftauen beginnt sofort das Wachstum, sichtbar am Austreiben der Blätter. Bei günstiger Witterung benötigen die gesetzten Pflanzen 4 bis 5 Wochen von der Pflanzung bis zur Blüte, und etwa ebenso viel Zeit von der Blüte bis zum Beginn der Ernte. So wird das Marktangebot über mehrere Monate verlängert.

Eine viel zu tief gesetzte Jungpflanze. Sie wird kaum Früchte bringen.
© von Soosten, Rolf
Eine viel zu tief gesetzte Jungpflanze. Sie wird kaum Früchte bringen.

nach obenTipps für den Erfolg

Ein häufiger, absolut vermeidbarer Fehler mit schwerwiegenden Folgen ist das zu tiefe Pflanzen. Grob betrachtet, besteht eine Pflanze aus dem Wurzelwerk im Boden, dem Rhizom − der Knospe − über dem Boden und darüber dem Blattwerk. Beim Setzen muss die Wurzel in, das Rhizom jedoch über den Boden! Dafür gibt es zwei Gründe: Junge Blätter verbrauchen sehr viel Energie und Zeit, um durch den Boden zu dringen − denn dafür sind sie nicht gebaut. Außerdem wird der Vegetationspunkt (die Knospe) leicht von Sporen schädigender Bodenpilze infiziert, wenn er im Boden liegt.

Ab Februar kann das Vlies zur Verfrühung auf die Pflanzung gelegt werden.
© von Soosten, Rolf
Ab Februar kann das Vlies zur Verfrühung auf die Pflanzung gelegt werden.
Vliese und Folien leisten auch im Kleingarten wertvolle Hilfe. Einzelne Reihen können abgedeckt werden, um so die Ernte zu verfrühen. Dies kann ab Februar geschehen: Bei Beginn der Blüte legen Sie die Abdeckung tagsüber zur Seite und bei Nachtfrostgefahr wieder darüber. Die Ränder werden mit Steinen oder mit Erde gefüllten Plastiktüten belegt. So verhindern Sie das Fortfliegen. Um eine sichere Befruchtung zu gewährleisten, sollten Sie die Pflanzen bei Beginn der Blüte tagsüber nicht abdecken. Geschickte Selbermacher bauen aus geeigneten Folien kleine, etwa 50 cm hohe Tunnel. Ziehen Sie die Folien an sehr warmen Tagen an einer Seite eine Handbreit zur Belüftung hoch.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z.B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

nach obenSortenwahl

Da es im Hausgarten nicht auf den kommerziellen Ertrag ankommt, spielt die Sortenfrage eine geringere Rolle. Die typischen Frühsorten sind für den Hausgarten nicht zu empfehlen, ihnen fehlt häufig der Ertrag. Wichtiger ist die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Solide Sorten sind 'Honeoye', 'Senga Sengana', 'Polka' und 'Korona'. Mit diesen Sorten kann kaum etwas schief gehen. 'Elsanta' ist die Standardsorte im Erwerbsanbau. Bei den neueren Sorten erhalten 'Sonata' und 'Malwina' recht gute Beurteilungen. Die meisten dieser Sorten haben dunkles und reichliches Laub. Laubkrankheiten treten seltener auf, Botrytis aber häufiger.

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Etwa in dieser Phase setzt die Bildung der Wurzelspitzen ein. Der richtige Moment zum Schneiden der Setzlinge.
Erbeeren selbst vermehren?
Bild 2: Optimale Höhe. Hier steht der Vegetationspunkt klar über der Erde und die Wurzeln sind im Boden.
Die richtige Pflanzhöhe bei Erdbeeren
Der Schnitt durch das Rhizom: Oben sitzt der Vegetationskegel, die bereits vorgebildeten Blätter für das nächste Frühjahr.
Erdbeeren

Schlagworte dieser Seite:

Blattkrankheiten, Erdbeere, Erfolg, Frigopflanze, Fruchtfäule, Kleingarten, Pflanzmaterial, Setzling, Sortenwahl, Vermehrung

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