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Lilien − Symbolträchtige Pflanzen

Türkenbundhybride
© Jaehner, Ilse
Türkenbundhybride

April 2014 Es gibt nur wenige Pflanzen, die so symbolträchtig sind wie Lilien. Lassen Sie sich entführen in die reiche Sagenwelt, die sich um diese Blume rankt. Doch auch für moderne Gärten sind die schönen Lilien eine Bereicherung.


Von jeher umgibt die Lilie etwas Geheimnisvolles: So ranken sich um die Madonnenlilie viele Mythen und Geschichten. Es heißt, sie entstand, als Göttervater Zeus ein Techtelmechtel mit Alkmene, einer Sterblichen, hatte und als Ergebnis davon Herakles geboren wurde. Damit dieser Sohn einer Erdgeborenen dennoch Unsterblichkeit erlangen sollte, legte Zeus ihn an die Brust seiner rechtmäßigen, allerdings schlafenden Gemahlin Hera, damit das Kind durch die Milch göttergleich werde. Doch nur ein Teil der Milch gelangte in den Mund des Säuglings. Der Teil, der sich am Himmel hielt, ergab die Milchstraße, aus dem Teil Milch, der auf die Erde fiel, wuchsen Lilien.

Die Madonnenlilie ist weiß wie die Unschuld und darum das Sinnbild jungfräulicher Empfängnis. Maria und die weiße Lilie daher zieren zahlreiche Gemälde des Mittelalters.

Im frühen Mittelalter spielte die Lilie außerdem eine wichtige Rolle als Heilpflanze, die auch schon die alten Griechen und Römer nutzten. In Kloster- und Burggärten wuchsen Lilien zu Heilzwecken gleichrangig neben Rosen, Myrten, Lavendel und vielen anderen Arznei- und Heilpflanzen. Extrakte der Lilie werden auch heute noch als Schönheitsmittel geschätzt.

Für die Franzosen ist die Lilie die Blume schlechthin. Frankenkönig Chlodwig aus dem Geschlecht der Merowinger schlug 486 bei Soissons den römischen Statthalter Syagrius und eroberte das Seine-Gebiet. 486 besiegte er ebenfalls die Alamanen. Chlodwig, der zunächst vom Christentum wenig hielt, ließ sich danach mit 3.000 fränkischen Gefolgsmännern in Reims von Bischof Remigius taufen − wohl auch unter dem Einfluss seiner Frau, der christlich erzogenen Burgunderprinzessin Chrodechilde. Der Legende nach soll ihm bei dieser Zeremonie ein Engel einen Lilienstängel gereicht haben. Spätestens seit 1150 schmückt die stilisierte Lilie das königliche Wappen Frankreichs. Bis zur Abdankung der Bourbonen 1830 kündeten die berühmten "fleurs de lis" von Größe und Macht der französischen Herrscher.

Türkenbundlilie an ihrem Naturstandort
© Jaehner, Ilse
Türkenbundlilie an ihrem Naturstandort

nach obenLilien in der Natur

Nicht alle Lilien sind dermaßen geschichts- und symbolträchtig, aber wegen ihrer Schönheit beliebt. Die Türkenbundlilie (Lilium martagon), eine heimische Art, wächst an warmen Stellen in der Nähe heller, feuchter Waldränder. Sie treibt etwa 1,60 m hohe Blütenstängel, an denen im Juni/Juli weinrote Blüten mit zurückgerollten Blütenblattspitzen sitzen. Ihr Aussehen erinnert an akkurat gerollte Turbane, deswegen also Türkenbundlilie. In naturnahen Gärten mit ähnlichen Verhältnissen sollte diese heimische Pflanze unbedingt wachsen. Aber berücksichtigen Sie dabei, dass Wildarten meist recht spezielle Ansprüche haben.

Das genaue Gegenteil von dieser und ähnlichen Wildarten sind hochgezüchtete Liliensorten wie die Lilienhybride 'Casablanca' mit reinweißen Blüten. Sie steht stellvertretend für alle Madonnenlilien, zumal sie fast ganzjährig zu haben ist − vor allem als dekorative Schnittblume.

Die alten Lilien, außer Madonnenlilie, Tigerlilie, Feuerlilie oder Königslilie, sind reine Arten mit mehr oder weniger bestimmten Ansprüchen. Damit sie gut gedeihen und reich blühen, müssen Sie diese Ansprüche möglichst erfüllen.

Midcentury-Hybride
© Jaehner, Ilse
Midcentury-Hybride

nach obenHybridlilien

Anders ist dies bei den Hybridlilien. Deren Züchtung begann zaghaft in den 1920er Jahren, steigerte sich zwischen 1940 und 1959 beträchtlich und beherrscht heute die Lilienszene mit Türkenbund-Hybriden, Candidum-Hybriden, Longiflorum-Hybriden, Trompeten-Hybriden, Amerikanischen und Asiatischen Hybriden sowie Grenzgängern verschiedener Abstammung.

Besonders Midcentury-Lilien, die zu den Asiatischen Lilien gehören, wachsen in jedem gut gepflegten Gartenboden mit durchlässigem Untergrund. Wählen Sie einen sonnigen, jedoch nicht zu heißen Standort. Der Fuß sollte beschattetet sein. Pflanzzeit ist sowohl im Herbst als auch im Frühjahr, da die Zwiebeln zu diesem Zweck in speziellen Lagern kühl überwintern. Man kann solche Zwiebeln sogar noch im Juni setzen, sollte jedoch möglichst im April/Mai pflanzen.

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Feuerlilie, Heilzwecke, Hybridlilien, Königslilie, Lilie, Madonnenlilie, Tigerlilie, Türkenbundlilie, Wildarten

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