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Bodenpflege unter Obstgehölzen

Abdeckung mit Stroh bei Himbeeren: eine sehr gute Lösung.
© von Soosten, Rolf
Abdeckung mit Stroh bei Himbeeren: eine sehr gute Lösung.

März 2014 Wir erwarten von unseren Gehölzen regelmäßiges Wachstum und gesunde Früchte. Die Voraussetzungen dafür müssen wir schaffen. Dazu gehören nicht nur Nährstoffversorgung, Pflanzenschutz und − bei Bedarf − Bewässerung. Auch die Bodenpflege ist wichtig für das Wachstum. Gartenexperte Rolf von Soosten gibt Tipps aus der Praxis.


Nach der Pflanzung eines Obstgehölzes sollten Sie den Boden mit organischem Material abdecken. Bei Baumobst eignen sich Kompost, strohartiger Mist aus Kaninchenställen und torfhaltige Abfälle aus Pflanztöpfen. Für Himbeeren und ähnliche Arten können reines Stroh und Holzwolle verwendet werden, Heidelbeeren mögen Rindenkomposte, gemischt mit (nicht zu feinem) Sägemehl − möglichst aus Nadelhölzern. Rinden von Laubbäumen (insbesondere Buchen) können zu Blattvergilbungen durch ansteigende Manganwerte führen.

Mulchschicht aus Shreddermaterial: nicht unbedingt empfehlenswert, wegen möglicher Infektionsgefahren.
© von Soosten, Rolf
Mulchschicht aus Shreddermaterial: nicht unbedingt empfehlenswert, wegen möglicher Infektionsgefahren.
Die aufgebrachte Schicht darf nicht dicker als 5 cm sein, schließlich sollen der Luft- und Wasserdurchgang gewährleistet bleiben. Auf diese Weise verschlemmt der Boden nicht, er verbindet sich langsam mit dem Substrat, die Zersetzung beginnt und damit die langsame Humusanreicherung. Dieser Prozess erfordert anfangs etwas mehr Stickstoff, düngen Sie daher nur wenig. Die Mulchschicht gleicht starke Temperaturunterschiede aus. Diese langjährige Maßnahme macht das Hacken weitgehend überflüssig. Auch für ältere Bäume kann das Mulchen angewendet werden.

Mit "Baumscheibe” ist der Bodenbereich rund um den Stamm gemeint.
Mit "Baumscheibe” ist der Bodenbereich rund um den Stamm gemeint.
Häufig sieht man die Baumscheiben säuberlich unkrautfrei gehalten. Solange der Boden dabei nicht verdichtet, ist das in Ordnung. Aber das Hacken und − viel schlimmer − das Graben der Baumscheiben hat mehr Nach- als Vorteile: Die feinen, nährstoffaufnehmenden Wurzeln befinden sich nur dicht unter der Oberfläche. Beim Bearbeiten werden sie beschädigt. Besser ist eine dünne Kompostschicht, die zugleich etwas Dünger bringt und den Boden offen hält.

nach obenHilfreiche Gründünger

Etwa ab Juli sinkt der Nährstoffbedarf, weil das Wachstum nachlässt. Für eine gute Winterhärte darf dann kein Stickstoff mehr gegeben werden. Lieber sollte er dem Boden nun entzogen werden: Das geschieht durch Einsaat eines schwach wachsenden Gründüngers, zum Beispiel Serradella (Ornithopus sativus), ein Schmetterlingsblütler für leichtere Böden. Der Frost beendet das Wachstum, bis zum Frühjahr vergeht das Laub.

Mein persönlicher Favorit für diese Zwecke ist jedoch die blau blühende Phacelia tanacetifolia. Diese einjährige Pflanze hat mehrere Vorteile: Sie blüht sehr lange, zieht Bienen an, eignet sich für Blumensträuße, fällt im Herbst zusammen und vermehrt sich durch Eigenaussaat. Sie gehört, wie der Borretsch, zu den Raublattgewächsen. Die Blütenstände sind Wickel, die mit sehr vielen Einzelblüten in einem Blütenstand erscheinen. Das spiegeln auch ihre deutschen Namen wieder: Büschelschön oder Büschelblume, Bienenfreund oder Bienenweide.

Hier noch ein Tipp aus der eigenen Praxis: Machen Sie einen Versuch mit der Spiegelei-Blume (Limnanthes douglasii). Eine einjährige, niedrige, anspruchslose und sich selbst aussäende Pflanze, deren Sämlinge den Winter überstehen und sehr zeitig blühen.

Alle genannten Arten haben anderen Gründüngern gegenüber den Vorteil, dass sie nicht tief eingegraben werden müssen, was ja die Baumwurzeln nicht mögen. Sie benötigen recht wenig Wasser und Nährstoffe, sind also keine Konkurrenz zur Kulturpflanze, das verbleibende Laub bleibt liegen und dient als Humuszufuhr. Blühende Unkräuter sollte man herausziehen bevor die Samen reif sind.

Was Regenwürmer leisten können, zeigt dieses Bild: Die unscheinbaren Häufchen zeugen von ihrer Aktivität.
© von Soosten, Rolf
Was Regenwürmer leisten können, zeigt dieses Bild: Die unscheinbaren Häufchen zeugen von ihrer Aktivität.

nach obenAktiver Boden

Die hier vorgestellten Methoden oder deren Kombinationen vermindern das Auswaschen der Nährstoffe. Der Wurzelraum lockert sich in einem längeren Zeitraum und bietet bessere Bedingungen für das Bodenleben (zum Beispiel für Regenwürmer, die Grünteile in den Boden ziehen). Das wiederum fördert die biologische Aktivität des Bodens.

Was geschieht nun mit den Obstbäumen, die im Rasen stehen? Der Rasenmäher und sein Auffangkorb verhindern eine natürliche Nachlieferung für Humus und damit für Nährstoffe. Es kommt häufig zu einer Verdichtung des Bodens. Baumwurzeln und Wurzelkörper des Rasens konkurrieren miteinander um Nährstoffe und Wasser.

Zwar gibt es Fälle, wo sowohl Obstbäume als auch Rasen miteinander gedeihen − dies bleibt aber ein Balanceakt. Große gepflegte Baumscheiben, ein Spielgarten für Kinder, Haustiere und schattensuchende Hausbewohner müssen sich eben arrangieren.

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Baumscheibe, Bodenpflege, Himbeere, Kaninchenställen, Mist, Obstgehölz, Phacelia tanacetifolia, Spiegelei-Blume, Stachelbeere, organisches Material

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