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Erhaltungsschnitt − Schnitt von besonderen Wuchs-Charakteren

Februar 2014 Die Vegetationsruhe ist die beste Zeit für den Gehölzschnitt, weil man sehr gut sehen kann, was aus den Gehölzen herausgeschnitten werden muss. Doch wer seine Gehölze sachgerecht schneiden und nicht verstümmeln will, muss einiges beachten.


Zunächst sind unsere Blühgehölze und blühenden Großsträucher in zwei Wuchstypen eingeteilt. Wir unterscheiden in basisbetont und mittenbetont wachsende Gehölze.

Hamamelis, Herbstfärbung
© Dahlmann, Philippe
Hamamelis, Herbstfärbung

nach obenBasisbetont

Bei diesen Gehölzen regenerieren sich die Pflanzen überwiegend aus der Basis der Pflanze. Das heißt die Jungtriebbildung findet überwiegend im wurzelnahen oder direkt aus dem Wurzelbereich statt. In diese Gruppe gehören beispielsweise Forsythien und unser Beerenobst.

nach obenMittenbetont

Die mittenbetont wachsenden Sträucher bilden ihre Jungtriebe kaum aus der Basis heraus, sondern in erster Linie in mittlerer Höhe der Pflanze. Das bedeutet, dass die Neutriebe in einer Höhe von etwa 20 cm − bei manchen Arten sogar bis 100 cm − über dem Erdboden gebildet werden. In diese Gruppe gehören Blütensträucher wie die Weigelie.

nach obenSchnitt

Für den Schnitt beider Wuchstypen gilt jedoch die gleiche Vorgehensweise. Es werden immer alte, reibende, kreuzende und abgestorbene Triebe entfernt.

Bei einem regelmäßigen Erhaltungsschnitt verbleiben somit fast nur 1- bis 3-jährige Triebe (ausgenommen Pflanzen, die am diesjährigen Holz blühen) an der Pflanze. Triebe, die entfernt werden müssen, sind möglichst bodennah (basisnah) herauszuschneiden. Wenn eventuell eine Höhenreduzierung vorgenommen werden soll, wird auf einen jüngeren Trieb abgeleitet. Ableiten bedeutet, ein zu lang gewordener Ast wird über einem tieferstehenden, schwächeren Trieb entfernt.

Erhaltungsschnitt: Vorher (links), nachher (rechts)
© Dahlmann, Philippe
Erhaltungsschnitt: Vorher (links), nachher (rechts)

Es gibt aber Gehölze, die keinem der genannten Wuchstypen eindeutig zugeordnet werden können. Wir bezeichnen diese als "Pflanzen mit besonderem Wuchs-Charakter". Diese Gruppe ist jedoch botanisch nicht klar deklariert, im Gegensatz zu den beiden oben genannten. Eines haben diese Gehölze gemeinsam, sie blühen am ein- und mehrjährigen Holz. Aufgrund ihres charaktervollen Wuchses wäre ein stärkeres Auslichten und Ableiten, wie es bei Forsythie und Co. gemacht wird, eine Schande. Durch den Schnitt wird das besondere Wuchsbild und somit der Charakter dieser Gehölze zerstört. Die meisten dieser "Charakterburschen" benötigen keinen Schnitt. Sollte doch einmal geschnitten werden müssen, so werden sie nur vorsichtig ausgelichtet. Es ist zwingend darauf zu achten, dass die malerische Wuchsform erhalten bleibt! Damit aber der Gartenfreund gar nicht erst anfängt, unnötig an den Pflanzen herumzuschneiden, sollte bereits bei der Planung ein ausreichender Raum für die Pflanzen berücksichtigt werden.

Ihr Gartenberater Philippe Dahlmann

Besondere Wuchs-Charaktere

Acer japonicum und SortenJapanische Ahorne
Acer palmatum und SortenJapanische Ahorne
Amelanchier in Arten und SortenFelsenbirnen
Cornus florida und florida 'Rubra' BlumenHartriegel
Cornus kousaJapanischer Blumen-Hartriegel
Cornus kousa in SortenChinesischer Blumen-Hartriegel
Euonymus alatusKorkspindelstrauch
Magnolia in Arten und SortenMagnolien
Hamamelis in Arten und SortenZaubernüsse
Laburnum watereri 'Vossii'Goldregen
Nothofagus antarcticaScheinbuche
Viburnum plicatum und SortenJapanische Schneebälle

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Schlagworte dieser Seite:

Erhaltungsschnitt, Schnitt, Sträucher, Wuchstypen

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