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Marienblümchen und Verwandte

Februar 2014 Das Marienblümchen ist etwas ganz Besonderes und viel mehr als ein von manchen Gartenbesitzern gering geschätztes Rasenunkraut.


Wie beliebt die Pflanze ist, beweist die Vielzahl seiner sympathischen Namen: Zu den weit verbreiteten wie Marienblümchen und Gänseblümchen kommen unzählig weitere, landschaftlich gebundene.

nach obenNamensgebende Legenden

Der Name "Marienblümchen" bezieht sich auf Maria, die Mutter Jesus'. Die Legende erzählt, dass Maria auf der eiligen Flucht vor den Häschern Herodes unendlich viel weinte, aber in der Eile nicht dazu kam, die Tränen zu trocknen. Sie fielen ins Gras und wurden zu Marienblümchen.

Eine andere Geschichte erzählt Folgendes: Als Jesus drei Jahre alt wurde, wollte Maria ihm zum Geburtstag ein Kränzchen binden, fand jedoch, mitten im Winter, keine Blumen. Da stickte und flocht sie selber allerlei Blüten. Eines gelang besonders gut aus einem Stückchen prächtiger, goldgelber Seide, das einstmals dem königlichen Stammvater David gehört hatte, mit dicken Fäden weißer Seide darum herum. Beim Sticken verletzte sich Maria, feine Blutstrahlen fielen auf die weiße Seide, sodass sie nun an einigen Stellen rötlich schimmerte. Dieses Blümchen hatte Jesus besonders gern und pflanzte es, als der Frühling kam, ins Tal von Nazareth. Da wuchs es auf, zog in alle Welt und schmückt seitdem Wiese und Feld.

nach obenBescheidene Schönheit

Das Marienblümchen grünt und blüht ausdauernd von Frühlingsanfang bis zum letzten Herbsttag, oft im Winter, falls es nicht zu kalt ist. Botanisch heißt es darum Bellis perennis, die ausdauernde Schöne.

Marienblümchen sind ausdauernde, völlig anspruchslose Ganzjahresblüher mit wintergrünen Blättern. Sie wachsen besonders gern in Rasenflächen mit gutem Boden und genügend Feuchtigkeit. Einen Kurzschnitt, der andere Pflanzen umbringt, nehmen sie gelassen hin.

Marien- oder Gänseblümchen
© Jaehner, Ilse
Marien- oder Gänseblümchen

nach obenHeilendes Kraut

Der Volksglaube überliefert, dass die ersten drei Gänseblümchen, die man im Frühjahr findet und isst, das ganze Jahr vor Zahnschmerzen, Fieber sowie allerlei Augenleiden bewahren. Damit sind wir beim Marienblümchen als Heilkraut angelangt. Marien- oder Gänseblümchenblätter eignen sich zu Frühjahrskuren, sie sollen das Blut reinigen, dem ganzen Körper guttun sowie Muskel- und Gelenkschmerzen lindern. Der Stoffwechsel soll günstig beeinflusst werden. Auch für Magen, Galle und Leber, denen wir heutzutage mitunter viel zumuten, sagt man dem Gänseblümchen eine positive Wirkung nach.

Tausendschön
© Jaehner, Ilse
Tausendschön

nach obenVerwandte Pflanzen

Anspruchsvolle Schwestern des bescheidenen Marienblümchens sind Tausendschön, botanisch Bellis-Hybriden. Für die Züchter war es eine große Herausforderung, die Blühwilligkeit von Gänseblümchen mit größeren Blüten zu vereinen. Allerdings ging dabei der staudige Charakter der Pflanzen ziemlich verloren.

Tausendschön werden als Zweijahrsblumen im Sommer gesät und im Spätsommer an Ort und Stelle gepflanzt. Sie überwintern mit der Blattrosette und blühen im Frühjahr. Hungern dürfen Tausendschön nicht: Ein guter, nährstoffreicher Boden fördert die Größe und Füllung der Blüten. Außerdem sollte die Erde stets genügend feucht sein.

Tausendschön sind empfindlich gegen Kahlfrost und Winternässe. Gegebenenfalls überwintert man sie besser auf dem Anzuchtbeet, schützt sie dort ausreichend und pflanzt erst im Frühjahr. Sie lassen sich auch in blühendem Zustand noch gut verpflanzen, was andere Zweijahrsblumen oft rasch übelnehmen.

Spanische Gänseblümchen
© Jaehner, Ilse
Spanische Gänseblümchen
Ein Doppelgänger des Gänseblümchens, mit etwas rötlich angehauchten Blüten, ist das Spanische Gänseblümchen Erigeron karvinskianus. Mit seinen zahllosen rosaweißen Blüten sieht es allerliebst aus, blüht unentwegt von Juni bis Herbst auf dünnen, reichverzweigten Trieben. Mit seinen tiefgehenden Wurzeln übersteht es auch gut unsere Winter − an sonnigen, warmen, geschützten Stellen des Steingartens, auf Trockenmauern oder zwischen Fugen von Steintreppen. Das Spanische Gänseblümchen bevorzugt Standorte in mildem, küstennahem Klima, entlang des Rheins, in der Pfalz oder sonst angenehm warmen Orten. Dort sät es sich wohl auch selbst aus. Ein wirklich empfehlenswertes Blümchen − mit drei Ausrufezeichen!

Bild 1: Samenmischung "Ein Bett im Kornfeld"
Bunte Blumenwiesen
Der Geschmack von Bärlauch ähnelt dem von Knoblauch.
Neu entdeckt: Wildgemüse
Nützlingswiesenmischung
Blaue Stunde

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Bellis, Gänseblümchen, Marienblümchen

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