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Subtropische Pflanzen selber ziehen: Granatapfel

Granatapfel
© Dr. Klaus-Uwe Gerhardt/PIXELIO, pixelio.de
Granatapfel

Dezember 2013 Granatäpfel sind als Frischobst vom Frühjahr bis zum Spätherbst bei uns im Handel. Jetzt in der Weihnachtszeit werden die rotbäckigen Früchte getrocknet auch gern als Dekoration für stimmungsvolle Arrangements verwendet. Die subtropischen Pflanzen gedeihen gut als Kübelpflanze im Wintergarten, sie lassen sich aus Saatgut selber anziehen. Probieren lohnt sich!


Der Granatapfel (Punica granatum) wird schon in der Bibel häufiger erwähnt. Angeblich soll er 613 Kerne haben, so viel wie die Anzahl der Gesetze im Alten Testament. Doch viel wichtiger noch ist die Symbolik des Granatapfels. Denn die Frucht steht für Leben und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht. Daher wurde sie gerade in religiösen Gemälden des Mittelalters des Öfteren gezeigt. Noch heute wird sie gern für symbolhafte Gestecke verwendet.

Auch in der Medizin hat der Granatapfel (oder vielmehr seine zahlreichen roten Kerne im Inneren der Frucht) eine große Bedeutung. Ihm werden viele positive Wirkungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthritis und sogar Prostatakrebs nachgesagt. Leider gibt es bisher noch keinen eindeutigen wissenschaftlichen Beweis dafür. Dennoch sind die Inhaltsstoffe äußerst gesund, denn der Granatapfel enthält wichtige Mineralstoffe wie Kalium sowie Spurenelemente wie Eisen und B-Vitamine.

Genossen werden die Kerne, zum Beispiel pur gelöffelt, im Obstsalat, mit Müsli oder als Deko zu leckeren Desserts. Man kann aber auch den Saft trinken, der sich (etwas beschwerlich) aus der Frucht pressen lässt.

Zwerg-Granatapfel
© Stein, Dagmar
Zwerg-Granatapfel

nach obenKleiner Strauch, große Früchte

Der zierliche Strauch, der in Afrika oder Asien in Oasen als Unterholz zwischen schattenspendenden Dattelpalmen gedeiht, entwickelt erstaunlich große, ballförmige Früchte. Man traut dem schmächtigen Strauch kaum zu, dass er die gewichtige Ernte erträgt und doch ist es so.

Es gibt auch größere, baumartig wachsende Exemplare. Die Blätter sind klein, oval-lanzettförmig mit einer frischen grünen Farbe. Der Neuaustrieb ist interessant rot gefärbt. In den Blattachseln werden die schönen roten Kelchblüten gebildet, die wie Glöckchen herabhängen. Aus ihnen entwickeln sich die apfelgroßen, sehr kernreichen Früchte.

Besonders schön ist auch der Zwerg-Granatapfel (Punica granatum nanum), der eine reich blühende und sogar fruchtende Topfpflanze mit orangeroten interessanten Blüten für den Wintergarten und fürs Blumenfenster ergibt.


Granatapfel als Kübelpflanze
© Stein, Dagmar
Granatapfel als Kübelpflanze

nach obenKultur als Kübelpflanze

Vom Frühjahr bis zum späten Herbst bekommt die Granatapfelpflanze einen windgeschützten, sonnigen bis halbschattigen Platz im Freien, vornehmlich auf der Terrasse oder dem Balkon. Die Pflanzen ziehen ein eher saures Substrat vor, mit etwas Lehmanteil. Austrocknen vertragen sie auf Dauer nicht. In der Wachstumsperiode wird regelmäßig gegossen. Zwischen den Gießpausen soll der Wurzelballen aber immer wieder leicht abtrocknen können, damit keine Staunässe entsteht. Alle vier Wochen wird bis Ende August flüssig gedüngt. Wer es mit den Düngergaben zu gut meint, regt mehr das Wachstum und weniger die Blüte an. Nur ältere Exemplare kommen in warmen Sommern bei uns zum Tragen. Meistens werden die Früchte in unserem Klima nicht reif, es sei denn die Pflanzen werden unter Glas gehalten.

In unseren Breiten wirft die Pflanze im Herbst das Laub ab und kann dadurch in lichtarmen Räumen knapp über dem Nullpunkt überwintern. Der Neuaustrieb im Frühjahr soll möglichst spät beginnen (gegen Ende April), da bei zu frühem Beginn keine Blüte erfolgt.

nach obenVermehrung

Pflanzen sind im Handel erhältlich. Granatapfelbäume werden meistens durch Stecklinge vermehrt. Hierfür schneidet man im Frühjahr Triebspitzen von ungefähr 20 cm Länge, die in lockere Erde gesteckt werden. Bei 20 bis 25 °C bewurzeln sie in vier bis sechs Wochen.

Wer es mit Samen versuchen möchte, benötigt etwas Geduld, denn die Keimung dauert lange. Die beste Zeit zur Aussaat ist von Januar bis April. Das nötige Zubehör dazu, Gefäße, Saatschalen, Topfplatten oder Töpfe und viele Samenportionen findet man im Gartencenter. Sie können aber auch die Samen aus einer Frucht aussäen (siehe Kasten).

nach obenAussaat aus Samen einer Frucht

  • Granatapfel: Aussaat aus Samen einer Frucht | © Stein, Dagmar
  • Schneiden Sie die Frucht in der Mitte durch. | © Stein, Dagmar
  • Kratzen die Samenkerne mit einem Löffel heraus. | © Stein, Dagmar
  • Geben Sie die Samen in ein Sieb und waschen sie einmal durch. | © Stein, Dagmar
  • Säen Sie dann die Kerne in Schalen oder Töpfe mit durchlässiger Erde aus. In einen Topf sollten dabei nicht mehr als drei bis vier Kerne ausgesät werden. | © Stein, Dagmar
  • Da Granatäpfel Lichtkeimer sind, reicht das leichte Andrücken der Saat. | © Stein, Dagmar
  • Danach angießen. | © Stein, Dagmar
  • Zum Schutz vor dem Austrocknen mit einer Folie abdecken. Eine durchsichtige Plastiktüte erfüllt ebenfalls diesen Zweck. | © Stein, Dagmar
  • Dann bei Zimmertemperatur aufstellen. Ein guter Platz hierfür ist die Fensterbank. | © Stein, Dagmar
Bis zur Keimung vergehen etwa zwei bis drei Wochen. Wenn sich die Spitzen der Sämlinge nach und nach zeigen, können Sie die Folie entfernen. Weiterhin kräftig gießen, aber dabei Staunässe vermeiden. Sind die Jungpflanzen auf etwa 5 bis 10 cm angewachsen, können die Pflanzen in einzelne Töpfe umgepflanzt werden.

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Aussaat, B-Vitamine, Eisen, Granatapfel, Kalium, Kübelpflanze, Medizin, Strauch, Vermehrung, Zwerg-Granatapfel

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