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Warum Obstgehölze nicht so wachsen, wie wir wollen

Dezember 2013 Die Natur hat häufig ihren eigenen Kopf. Gerade bei Obstgehölzen stimmt die Entwicklung der Pflanze nicht immer mit den Wünschen ihres Besitzers überein. Das kann verschiedene Gründe haben.


Sehr gutes Wurzelwerk, in dieser Qualität selten zu bekommen.
© von Soosten, Rolf
Sehr gutes Wurzelwerk, in dieser Qualität selten zu bekommen.
Nach dem Laubfall bekommen unsere Obstgehölze ein anderes Gesicht. Das Holz, seine Rinde, Kronengröße und deren Entwicklung treten in den Vordergrund. Ein Zeitpunkt für die kritische Betrachtung. Prüfen Sie bei den zuletzt gepflanzten Bäumen, ob sie nicht zu tief gepflanzt worden sind. Die Veredlungsstelle soll 10 cm oder mehr über dem Boden stehen. Bei zu tief gepflanzten Exemplaren entstehen aus der Edelsorte eigene Wurzeln, die den gewünschten Einfluss der Unterlage aufheben. Meist entsteht dann ein zu stark wachsender Baum. Sollte dies der Fall sein, entfernen Sie etwas Erde und beseitigen Sie die unerwünschten Wurzeln. Bei kürzlich gesetzten Jungbäumen umstechen Sie den Ballen, heben ihn an und unterfüttern ihn mit Erde.

nach obenMüder Boden

Ein anderer Grund für nicht wunschgemäßes Gedeihen ist die Bodenmüdigkeit. Fast alle Obstarten reagieren mit mehr oder weniger starken Wuchsdepressionen, wenn die gleiche Obstart wieder auf denselben Standort gepflanzt wird. In Haus- und Kleingärten empfiehlt sich das Auswechseln des Bodens. Hier reicht allgemein eine Grube von 60 × 60 × 40 cm. Der Aufwand lohnt sich, wenn man an die Langlebigkeit eines Obstgehölzes denkt. Bei Erdbeeren sollte man den Standortwechsel langfristig planen, denn sie reagieren besonders durch kleiner werdende Früchte. Johannisbeerartigen Früchten sagt man eine geringere Empfindlichkeit nach.

nach obenPlatzprobleme

Oft wird bei Neupflanzungen der Platzbedarf nicht richtig kalkuliert. Bäume werden zu dicht gepflanzt und müssen später durch Schnitt- und Bindemaßnahmen klein gehalten werden. Das ist natürlich möglich, aber es gehört Fachwissen dazu. Kaufen Sie daher langlebiges Baummaterial nicht in Baumärkten, sondern nur in guten Baumschulen. Hier können Sie eine entsprechend gute fachliche Beratung erwarten. Dabei sind die Angaben auf dem Etikett zu beachten. Reklamationen sind nach Jahren nicht mehr durchzusetzen. In einer guten Baumschule erklärt man Ihnen zumindest den Pflanzschnitt oder führt ihn sogar durch. Dafür müssen Sie dem Verkäufer genaue Angaben zu den geplanten Pflanzabständen machen. Also: Neupflanzung genau vorbereiten − gutes Material kostet Geld, daher ist die Planung wichtig!

nach obenFalscher Standort

Zur guten Vorbereitung gehört auch das Wissen über den Standort. Wann wurde die letzte Bodenanalyse gemacht? Gab es eine Erhaltungskalkung?

Wenn dem Boden in der unteren Bodenschicht Kalk oder Phosphorsäure fehlt, ist es schwer, diese Nährstoffe nach der Pflanzung zuzugeben. Vor oder während der Pflanzung ist das kein Problem. An Standorten mit Bodenverdichtungen wächst der Baum zwar an, nach niederschlagsreichen Jahren lässt das Wachstum jedoch nach, der Baum verliert die Widerstandskraft und wird Opfer von Krankheiten und Schädlingen. Dann ist eine Beseitigung der Ursache nicht mehr möglich.

nach obenGehölz-Qualität

Ein heikles Thema ist die Qualität der Baumschulware. Ungeeignetes oder schlechtes Material kann den einsetzenden Ertrag um Jahre verzögern. Die Fotos zeigen, worauf es beim Kauf ankommt. Bei ungeeignetem Jungbäumen entstehen häufig ungleiche Kronen mit sehr steilen Ästen, die verspätet anfangen zu tragen. Mitgliedsbetriebe des Bundes Deutscher Baumschulen verpflichten sich, nur Ware definierter Qualität in den Handel zu bringen. Das trifft beispielsweise für den Virusstatus und die Sortenechtheit zu. Mit jeder billigen Pflanze aus dem Baumarkt wird das Überleben der guten Baumschulen und damit der guten Beratung jedoch schwieriger. Setzen Sie daher bei der Planung und dem Kauf eines Gehölzes lieber auf Qualität − so haben Sie weniger Arbeit und mehr Freude damit.

nach obenKirschbaum

  • Ideale Baumschulware für die Süßkirschen. | © von Soosten, Rolf
  • Die vorbildliche Krone einer ‘Schattenmorelle’, aus deren Seitenholz
    eine wunderbare Krone entstehen kann. | © von Soosten, Rolf
  • Die viel zu steilen Seitenäste bei dieser Süßkirsche sind ungeeignet. Herunterbinden und schneiden führen zu Gummifluss, deshalb unbrauchbar. | © von Soosten, Rolf
  • Aus dem Quirl müssten mehrere Äste entfernt werden. Das bedeutet Schnittwunden und Gummiflussgefahr bei Süßkirschen am Stamm. Bei Äpfeln ist dies nicht so wichtig. Besser wäre die Verteilung der Seitenäste auf mehrere Ebenen. | © von Soosten, Rolf

Unter den Obstbäumen werden keine Dauerunkräuter oder Strohmulch geduldet, Mäuse sind die unweigerliche Folge. Andere Humusgaben sind jedoch sinnvoll.
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Boden, Bodenanalyse, Entwicklung, Neupflanzungen, Obstgehölz, Standort, Wurzelwerk

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