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Nadelholzzwerge

Cham. pisifera 'Filifera Aurea Nana'
© Jaehner, Ilse
Cham. pisifera 'Filifera Aurea Nana'

Dezember 2013 Große Gärten sind out, kleine Gärten zeitgemäß. Große Gärten sind arbeitsaufwändig, die Pflege kleiner Gärten neben Beruf und Familie gerade noch zu bewältigen. In große Gärten gehört mindestens ein imposanter Baum, in kleinen Gärten haben schwachwüchsigere Gehölze das Sagen, gern auch ausgesprochene Nadelholzzwerge.


Nadelholzzwerge gibt es reichlich. Sogar so viele, dass mancher den Durchblick bei dieser Vielfalt verliert. Verschiedene Nadelholzarten neigen von Natur aus zu Veränderungen in Nadelfärbung und Wuchsformen. Sie bringen auch gern reihenweise Variationen mit zwergigem Wuchs hervor. Kiefer, Scheinzypresse, Wacholder sind recht produktiv, doch auch Fichte, Lebensbaum, Hemlocktanne und Eibe beteiligen sich. Solche spontan erfolgten Variationen lassen sich vegetativ vermehren, hauptsächlich durch Stecklinge.

Die Vermehrung dieser Zwerge ist eine Kunst für sich und bleibt gewöhnlich geübten Fachleuten in Baumschulen vorbehalten. Denn für ein Gelingen braucht es verschiedene Voraussetzungen wie den günstigsten Zeitpunkt für den Stecklingsschnitt und später die geeignete Unterbringung der Stecklinge, damit sie sich wunschgemäß bewurzeln. Auch ist es nicht gleichgültig, von welchen Trieben Stecklinge geschnitten werden, ob von Leit- oder Seitentrieben. Je nachdem entwickeln sich die Pflanzen unterschiedlich. Ferner dauert es eine ganze Weile, bis so ein Winzling zum verkaufsfähigen Exemplar herangewachsen ist. Das erklärt, warum Nadelholzzwerge vergleichsweise teuer sind.

Aber die Pflanzen sind beliebt, um Gärten abwechslungsreich zu gestalten, zum Beispiel Vorgärten, Rosengärten, Stein- und Heidegärten. Nadelholzzwerge wirken besonders dekorativ im Japangarten mit seinen strengen Regeln, als Teil eines Troggartens, in geeigneten Gefäßen auf dem Balkon und nicht zuletzt zum Schmuck von Gräbern.

  • Juniperus horizontalis 'Glauca' | © Jaehner, Ilse
  • Picea abies 'Procumbens' | © Jaehner, Ilse
  • Picea glauca 'Conica' | © Jaehner, Ilse
  • Pinus mugo pumilio | © Jaehner, Ilse
  • Thuja occidentalis 'Danica' | © Jaehner, Ilse
  • Tsuga canadensis 'Nana' | © Jaehner, Ilse
  • Pinus - Zwergkiefer im Trog | © Jaehner, Ilse

nach obenStandort und Pflege

Die gängigen Zwergnadelgehölze wachsen in jedem normalen, mittelschweren, durchlässigem Gartenboden von schwachsaurer bis leicht alkalischer Reaktion mit ausreichend Humus und Nährstoffen. Schlecht vertragen sie stark saure und stark kalkhaltige Böden sowie andauernd zu hohe Feuchtigkeit oder stauende Nässe.

In neu anzulegenden Gärten muss man sich vor einer möglichen Pflanzung vergewissern, dass der Untergrund nicht unbekömmlich verdichtet ist oder ungeeignete Erde aufgetragen wurde. Leichterer Boden muss eventuell humusreicher gemacht werden, damit er die Feuchtigkeit besser hält. Das ist vor allen Dingen bei Pflanzung in unmittelbarer Hausnähe zu beachten, weil dieser Streifen stets trockener ist als anschließendes Erdreich.

Reichlich Sonne fördert die Schönheit von Nadelgehölzen, obwohl einige der kleinen Arten noch recht gut in lichtem oder halbem Schatten gedeihen. Winterschutz im üblichen Sinne des Wortes ist für die gängigen Arten unnötig. Der Winter wird nur gefährlich, wenn der Boden für längere Zeit hart gefriert, weil dann der Wassernachschub stockt und Frosttrocknis die Pflanzen abtötet. Da die kleinen Nadelgehölze nicht tief wurzeln, ist bei langem, hartem Frost ein Totalverlust nicht ausgeschlossen. Um das zu verhindern, ist gründliches Wässern im November und anschließendes Aufbringen einer Bodendecke aus humusreichem Material unbedingt wichtig.

Wenn überhaupt, werden Zwergnadelgehölze vorsichtig gedüngt − sie sollen ja klein bleiben. Die jährliche im Herbst ausgebrachte, humusreiche Bodendecke deckt den Nährstoffhunger ausreichend. Eventuell gibt man im Nachwinter vor dem Austrieb noch Nährstoffe in Form von Hornmehl oder ähnlichem, aber stets zurückhaltend.

nach obenZurückhaltung ist wichtig

Wuchskorrekturen unterbleiben bei Nadelholzzwergen weitgehend. Sie sollen sich natürlich entwickeln − das geschieht grundsätzlich langsam. Für das Ergebnis kommt es sehr auf die gegebenen Verhältnisse an, vor allem des Bodens. Daher bleiben Größenangaben, sowohl was Höhe wie Breite betrifft, nur sehr vage. Die Zeit wird es zeigen. Vor allem zeigt sich, ob der eine oder andere Zwerg nicht umgesetzt werden muss, weil der Platz nicht reicht und sich die Pflanzen gegenseitig behindern. Sie dürfen auf keinen Fall an ihnen herumschneiden, um Platz zu schaffen! Halten Sie sich lieber schon bei der und Pflanzung zurück und setzen nicht zu viele Exemplare nebeneinander. Obwohl sie so klein sind, sollten Nadelholzzwerge eher als Solitäre verwendet werden. So kommen sie mit all ihren Feinheiten gut zur Geltung.

Schnitt ist also selten angesagt. Ausnahmen bilden niedrige und kriechende Wacholderarten, die als Bodendecker gepflanzt wurden und nun dabei sind, den ihnen zugewiesenen Raum zu überwachsen. Sie sollten dann möglichst jedes Jahr die Spitzen etwas zurücknehmen und nicht in größeren zeitlichen Abständen ganze Zweige. Kleine Kiefern kann man ganz gut korrigieren, sollten sie zu hoch oder breit werden − allerdings nicht durch Schnitt. Sie bleiben annähernd in den gewünschten Maßen, wenn Sie zur Zeit des Austriebs die Terminalknospen ausbrechen oder die jungen Triebe um etwa ein Drittel oder die Hälfte kürzen.

nach obenDie richtige Pflanzen-Wahl

Nach welchen Kriterien sucht man die Pflanzen aus? Wichtig ist die Optik, hier spielt die Farbe der Nadeln eine große Rolle. Grün ist sehr variantenreich: Nadelholzzwerge gibt es in Hellund Dunkelgrün, Graugrün, Blaugrün, Gelbgrün, Goldgrün, sogar Weißlich-Grün. Mit hellgrünen- oder gelblichen Grüntönen hellen Sie den eventuell etwas dunklen Eindruck einer Pflanzung auf.

Auch die Wuchsform sollten Sie einplanen. Wie wächst das betreffende Gehölz? Geht es mehr in die Höhe oder streckt es sich niedrig, kegelförmig, breitbuschig, kugelig, niedrig, flach ausgebreitet, mattenförmig, bodendeckend? Was passt in Ihren Garten? Sie haben die Wahl!

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Schlagworte dieser Seite:

Dünger, Eibe, Fichte, Hemlocktanne, Japangarten, Kiefer, Lebensbaum, Nadelfärbung, Nadelholzzwerge, Pflege, Scheinzypresse, Solitär, Standort, Wacholder, Wuchsform, Zwergnadelgehölze

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