Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Ziergarten > Von der Fensterbank zur Innenraumbegrünung
nächster Beitrag → Bäume umpflanzen

Von der Fensterbank zur Innenraumbegrünung

November 2013 War früher das Fensterbrett der traditionelle Ort für Zimmerpflanzen, erfreuen sie inzwischen im gesamten Wohnraum − als Solitäre, inszeniert in Beeten oder gar als vertikale Gärten. Ein paar Tipps für die geschickte Innenraumbegrünung.


Vertikalbild im Wohnbereich.
© Hydroplant
Vertikalbild im Wohnbereich.

Die Zeiten ändern sich, auch was den Umgang mit Pflanzen im Haus betrifft. Zimmerpflanzen auf der Fensterbank sind ziemlich out. Das hat Gründe:
  1. Man sieht sie eigentlich nur von hinten.
  2. Sie nehmen die Sicht ins Freie
  3. Sie stören beim Öffnen und Schließen von Fenstern.
  4. Der Platz auf Fensterbank oder -brett ist begrenzt. Es wird schnell eng für Pflanzen.
  5. Die Pflege von Pflanzen in einzelnen Töpfen ist umständlich und zeitraubend.
  6. Oft sind gerade Südfenster die reinsten Pflanzenkiller, besonders wenn sie nicht schattiert und ausreichend gelüftet werden können. Warum sich die Fensterbank am Südfenster trotzdem so lange als angeblich idealer Standort für Pflanzen halten konnte, ist rätselhaft.

Mit den Zeiten änderten sich auch die Vorstellungen von "schöner Wohnen". Man wünscht heute den Wohnbereich lichtdurchflutet mit großen Fensterflächen. Nicht nur die eigentlichen Wohnräume werden auf Wohlfühltemperatur gehalten, auch Eingangsbereiche, Flure und Treppenhäuser. So verbessert sich zwangsläufig auch das Umfeld für Pflanzen. Innenraumbegrünung profitiert übrigens häufig von Fußbodenheizung, die den Pflanzen nebenbei den wachstumsfördernden "warmen Fuß" beschert, also bekömmliche Wärme von unten. Das begünstigt besonders die Entwicklung von Warmhauspflanzen wie Flamingoblume, Dieffenbachie und Co. Diese Pflanzen sind hübsch anzusehen, ihr Grün erfreut, beruhigt, tut einfach gut, überall im Wohnraum.

Drachenbaum in Hydrokultur.
© Jaehner, Ilse
Drachenbaum in Hydrokultur.

nach obenHydrokultur

Innenraumbegrünung sollte man überlegt angehen, denn sie ist auf Dauer angelegt, weniger auf Schnelldurchgang. Außerdem brauchen Pflanzen Pflege, und die sollte möglichst bequem von statten gehen. Hier kommt die Hydrokultur ins Spiel. Sie erleichtert die Pflege erheblich, da die Pflanzen wochenlang sich weitgehend selbst überlassen bleiben können. Außerdem ist sie eine saubere Angelegenheit. "Dreck", wie mit Erdkultur fast unvermeidlich, gibt es nicht.

Voraussetzung für das Gedeihen der Pflanzen in Hydrokultur ist, dass man sich vorher ausgiebig über die Bedürfnisse der Zimmerpflanzen informiert und in der Praxis auch an diese Anweisungen hält, um Fehler zu vermeiden. Grundsätzlich ist Hydrokultur einfach und von jedem zu meistern.

nach obenGroßflächig gedacht

Der ganze Wohnbereich wird also begrünt. Reicht der Platz für größere Pflanzbeete oder Tröge, kann man mit ihrer Hilfe in Pflanzen schwelgen. Gern in der Nähe von Fenstern, leicht erhöht oder ebenerdig, sodass man von oben auf die Pflanzen blickt, und in lockerer Anordnung, eben wie bei einem normalen Beet. Geräumige Torfwannen lassen die Pflanzen gut gedeihen und vereinfachen die Pflege. Sollte das natürliche Licht nicht ausreichen, gibt es spezielle Lampen. Mit ihrer Hilfe wachsen die Pflanzen auch weiter entfernt von Fenstern recht gut.

nach obenGrüne Solitäre

Beliebt ist die Innenraumbegrünung mit größeren Solitärpflanzen. Diese sind grundsätzlich immergrün, kommen gegebenenfalls mit verhältnismäßig wenig Licht aus, wachsen ganzjährig ziemlich gleichmäßig und ohne ausgeprägte Ruhezeiten.

Flamingoblume. Innerhalb des Wohnbereichs profitiert sie von Fußbodenheizung.
© Jaehner, Ilse
Flamingoblume. Innerhalb des Wohnbereichs profitiert sie von Fußbodenheizung.
In diese Gruppe gehören unter anderem einige Palmen, Drachenbaum, Fensterblatt, Baumfreund, Gummibaum, Dieffenbachie, Yucca − alles Grün- oder Blattpflanzen. Blütenpflanzen machen sich, was die Innenraumbegrünung betrifft, ziemlich rar. Manchmal gibt es Überraschungen, wenn Pflanzen, von denen man es nicht vermutet hat, sich als besonders attraktiv herausstellen. Zum Beispiel die große Flamingoblume mit ihren roten Hochblättern oder kräftige Exemplare von Blattfahne mit weißen Hüllblättern. Beide blühen fast ganzjährig. Damit sich die großen Einzelstücke wirklich imposant darstellen können, brauchen sie rundum Platz und sollten nicht in irgendeine enge Ecke abgeschoben werden.

nach obenGeschickt kombinieren

Umfangreichere, mobile Gefäße ermöglichen es, höhere Pflanzen mit niedrigen zu kombinieren. Zu solchen attraktiven Beipflanzen gehören unter anderem schachwüchsige Sorten von Drachenbaum, Wunderbaum (Codiaeum), Efeutute, niedriger Baumfreund (Philodendron), kletternder Gummibaum, Zwergpfeffer, Spindelstrauch. Blütengewächse bewähren sich ebenfalls als Beipflanzen und machen das allgemeine Grün ein bisschen bunter. Sie brauchen nicht langlebig zu sein. Die preiswerteste Variante sind saisonale Blüher. Haben sie ausgeblüht, werden sie einfach ausgewechselt. Beliebig viele Gefäße lassen sich aneinanderkoppeln je nach Platzangebot. Man kann sich austoben und die Pflanzen nach Lust und Laune anders arrangieren.

nach obenHängepflanzen

Hängepflanzen sind als Raumbegrüner besonders wichtig, weil sie sich nicht mit waagerechten Pflanzflächen begnügen, sondern in die Höhe bzw. in die Senkrecht gehen und so Wände oder Mauern begrünen. Altgedient und fast unentbehrlich ist in dieser Beziehung das Fensterblatt, das jedoch ziemlich viel Platz braucht. Kletternder Gummibaum ist ein Tausendsassa, der sich sogar an glatten Glasflächen eisern festhält. Efeutute und Klimme (Cissus) bewähren sich ebenfalls. Bereits eine einzige Pflanzen, an und um Regale kletternd, gestaltet jeden Raum neu.

nach obenVertikale Gärten

Was im Freien mit bunten Sommerblühern bestückte Torfwände leisten, funktioniert inzwischen auch im Haus mit vertikalen Gärten oder Pflanzenwandbildern. Die gibt es wandgroß für repräsentative Räume in Eingangsbereichen von Geschäftsräumen und Eingangshallen, aber auch in kleinerer Version für "Normalos".

Die Gerüste, die die Pflanzen halten, werden funktionsfähig fertig und für übliche Wohnungsgrößen geliefert. Es gibt sie sowohl schon mit Pflanzen besetzt als auch zum Bepflanzen vor Ort. In der Regel werden verhältnismäßig anspruchslose Pflanzen verwendet, wie verschiedene Farne, Kletterer, Schlinger, Aufsitzer (Epiphyten), gemischt oder mit nur einer Pflanzenart in strenger, geometrischer Anordnung. Auch in diesem Fall garantiert Hydrokultur das Wachstum, meist mit Steinwolle als Substrat.

Die vorgesehene Wand sollte möglichst tagneutral hell, nicht sonnig oder dunkel sein. Bei guter Versorgung mit Wasser und Nährstoffen lebt das Bild jahrelang. Wenn nötig, kann man es mit der Schere korrigieren, falls einmal Gewächse auf Kosten benachbarter Pflanzen zu stark wachsen. Inzwischen gibt es verschiedene Firmen mit entsprechendem Angebot.

So begrünen Pflanzen mit der Zeit den gesamten Innenraum, beeinflussen das Wohnklima positiv und steigern das allgemeine Wohlgefühl.

nächster Beitrag → Bäume umpflanzen
Alpenveilchen
Zimmerpflanzen richtig pflegen
Flamingoblume
Eingebürgerte Wohngefährten und ihre Verwandten
Zitrusdünger
Zimmer- und Kübelpflanzen Düngen

Schlagworte dieser Seite:

Baumfreund, Dieffenbachie, Drachenbaum, Efeutute, Epiphyten, Fensterbank, Fensterblatt, Fensterbrett, Flamingoblume, Gummibaum, Hydrokultur, Hängepflanzen, Innenraumbegrünung, Palme, Philodendron, Solitär, Südfenster, Yucca, Zimmerpflanze

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2018

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de