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Bäume umpflanzen

November 2013 "Einen alten Baum verpflanzt man nicht" − dieses Sprichwort hat schon einen Sinn. Doch was tun, wenn man doch mal einen gut eingewachsenen Baum oder Strauch umsetzen muss, sei es aus Platzmangel oder aus ästhetischen Gründen der Gartengestaltung? Für das erfolgreiche Gelingen ist eine gründliche Vorbereitung das A und O.


Bis 15 bis 20 cm Stamm-Durchmesser kann man einen Baum noch ohne viel Technik umsetzen. Sind Bäume größer, lässt sich eine Verpflanzaktion schon wegen des enormen Gewichtes nur noch mit speziellen Geräten zum Ausheben der Ballen und mit Baggern zum Einpflanzen vom Fachmann durchführen. Oft lohnt es sich eher, einen jungen Baum nachzupflanzen als einen alten zu bewahren. Überlegen Sie also gut, bevor Sie sich die Mühe machen.

Will man den Baum selber versetzen, gelingt dies in der Regel bis zu einem Lebensalter von etwa 10 bis 12 Jahren. Je jünger der Baum, desto leichter wächst er weiter.

nach obenGut vorbereiten

Wichtig sind eine ausreichende Vorbereitungszeit und ein wurzelreicher Ballen, der sich durch senkrechtes Umstechen mit dem Spaten bildet. Führen Sie diese Arbeit schon eine Vegetationszeit zuvor in den Wintermonaten durch. Damit wird die Pflanze gezwungen, neue Faserwurzeln rund um den Stamm zu konzentrieren. Dann hebt man noch rundum einen 50 cm tiefen Graben aus und füllt ihn mit einem Gemisch aus jeweils einem Drittel Oberboden, Torf oder Humussubstrat und Sand mit organischem Dünger, der das Bodenleben anregt. So kann sich das Wurzelwerk in einer Vegetationsperiode kräftigen. Die Größe des Ballens entspricht dem Siebenfachen des Stammumfanges. Nach dem Laubfall wird der Ballen nochmals umstochen und dabei freigelegt.

nach obenTransport

Damit er beim Transport nicht leidet, wird der Ballen mit Sackleinen umhüllt, dann werden starke Gurte zum Tragen darunter gelegt. Heben Sie den Baum niemals am Stamm heraus, sonst reißt die Rinde ab, in der sich alle Leitungsbahnen befinden und der Baum leidet.

Zum Umsetzen eignen sich ein Dreibock, ein nicht zu leichter Minibagger oder ein Traktor mit Hubgabel. Übrigens: Tief gehende Wurzeln dienen dem Baum nur zum Verbessern der Standfestigkeit, für die Ernährung sind sie ohne Bedeutung. Vielmehr kommt es auf die dicht unter der Oberfläche wachsenden Faserwurzeln an.

  • Zierapfel pflanzen: | © Stein, Dagmar
  • Pflanzloch ausheben ... | © Stein, Dagmar
  • Ballen aufschneiden ... | © Stein, Dagmar
  • Erde antreten ... | © Stein, Dagmar
  • einschlämmen. | © Stein, Dagmar

nach obenPflanzloch

Das neue Pflanzloch muss mindestens anderthalbmal so groß ausgehoben werden wie der Ballen misst. Den Untergrund sollte man lockern und bei Lehmboden eine Schicht scharfen Sand als Drainage einbringen, um Staunässe zu vermeiden. Setzen Sie den Baum eher etwas höher ein als vorher (keinesfalls tiefer), dies fördert die Bewurzelung. Günstig ist es, wenn der Ballen zur Drainage auf einen Kegel aus lehmigem Kies gesetzt wird, vermischt mit dem vorhandenen Boden. Staunässe wird vor allem von Kirschen, Pflaumen und anderem Steinobst nicht vertragen, auch nicht von Quitten und artverwandten Ziergehölzen. Mischen Sie in den Unterboden weder Dünger noch Kompost ein. Kompost ist lebendiger Humus, der nicht tiefer als 40 cm und nur im Verhältnis 5:1 eingebracht werden darf, sonst entstehen unter Luftabschluss giftige Methangase, die sich durch gelbe, absterbende Blätter äußern.

nach obenBodenverbesserung

Bodenverbesserung bleibt der 15 bis 25 cm tiefen Schicht im Oberboden vorbehalten, in der sich die Faserwurzeln ausbreiten. Hier kann man zur Verbesserung des Humusgehaltes Kompost (5:1), Torf, Humusprodukte wie Eichenrindenkompost (2:1) und organische Dünger (z.B. Oscorna Bodenaktivator, Algendünger) beimischen, jedoch keinen sofort löslichen Mineraldünger, der die zarten Wurzeln verbrennt. Alles gut einfüllen und ringsherum gründlich antreten, um dem Ballen Halt zu geben. Gehäckselte Rinde ist nicht kompostiert und so nur zum Abdecken des Bodens (Mulchen) geeignet.

Dann eine flach gerundete Gießmulde formen und gründlich einschlämmen, das füllt die Lücken und Luftlöcher. So entsteht zwischen Wurzeln und Boden ein intensiver Kontakt und neue Wurzeln bilden sich.

Stützpfähle
© Stein, Dagmar
Stützpfähle

nach obenStützpfähle

Großbäume sind stark durch Wind gefährdet und müssen durch drei bis vier lange, kräftige Pfähle vor dem Umfallen geschützt werden. Kann man sie wegen der Größe nicht mehr einschlagen (60 bis 70 cm tief), ist ein Erdbohrer hilfreich (gibt es als einfaches Handgerät). Binden Sie den Stamm mit Jute oder Kokosstricken so an, dass er in Schlaufen in gleichmäßigem Abstand zu den Pfählen gehalten wird und nicht reibt.

Verpflanzte Großbäume brauchen 3 Jahre, bis sie sich am neuen Standort etabliert haben und neues Wachstum entfalten. In dieser Zeit dürfen die Pflanzstellen niemals austrocknen.

Tulpenbaum
© Stein, Dagmar
Tulpenbaum

nach obenPorträt: Tulpenbaum

Tulpenbaum: Blüte
© Stein, Dagmar
Tulpenbaum: Blüte
Liriodendron tulipifera
Wunderschöne edle Blüten, dazu Blätter in Tulpenform, volle Winterhärte und eine buttergelbe, auffällige Herbstfärbunges gibt nur wenige große Bäume, die attraktiver sind. Der ungewöhnliche Tulpenbaum stammt aus Nordamerika und gehört zu der Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae). Die Verwandtschaft zu Magnolien liegt nahe beim Anblick der schönen, gelblich grünen Blütenkelche, die am Grund orangerot gefleckt sind und deren dicke Narbe von vielen gelben Staubgefäßen umkränzt ist. Sie schmücken den Baum ab Mai. Aus den Blüten entwickeln sich zum Herbst zapfenartige Früchte, die ebenfalls sehr dekorativ aussehen.

Der Tulpenbaum ist pflegeleicht und gedeiht auf jedem Boden. Einziger Nachteil: Bis zur Blüte braucht es einige Jahre. Der Baum wächst besonders schnell und erreicht bald eine Höhe von bis zu 20 bis 35 m. In Amerika ist er wegen seines schnellen Wachstums und schönen Holzes ein hochgeschätzter Nutzbaum und erreicht dort imposante Ausmaße. In europäischer Umgebung bleibt er jedoch wesentlich kleiner. Dennoch ist der Tulpenbaum auf Grund seiner Größe eher für größere Gärten geeignet. Mittlerweile gibt es auch besondere Ziersorten. 'Fastigiatum' ist eine Form mit säulenartigem Wuchs, 'Aureomarginatum' hat gelbgrüne Blätter und 'Ardis' ist eine neue Zwergsorte, die mit nur 3 bis 4 m Höhe sogar auch in kleinere Gärten passt.

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Schlagworte dieser Seite:

Baum verpflanzen, Bodenverbesserung, Drainage, Faserwurzel, Kokosstricke, Magnoliengewächse, Minibagger, Pflanzloch, Stützpfähle, Technik, Transport, Tulpenbaum, Vegetationsperiode

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
29. Mai 2017

Greenwood

Die Informationen zum TULPENBAUM sind leider etwas einseitig. Es fehlt der Hinweis, dass alle Teile des Baumes giftig sind (nicht gefährlich giftig, aber immerhin sollte gewarnt werden). Der Baum wirft weit früher Blätter und Blüten ab als beispielsweise eine Kastanie.
Nach meinem Buch "Das Abc der Pflanzen" lassen sich diese Bäume nur schwer umpflanzen, trotzdem werden diese als Bäume mit 6-8 m Höhe als Allee-Bäume angeboten.
Gibt es weitergehende sachliche Informationen zu diesem nicht heimischen Baum ?

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